Shingen Takeda

Shingen Takeda

Takeda Shingen (jap. 武田 信玄; * 1. Dezember 1521; † 13. Mai 1573) war Regionalfürst (daimyō) und Kriegsherr während der japanischen Zeit der Streitenden Reiche. Er kontrollierte die Provinzen Shinano und Kai (in der Umgebung des Fujisan) und war erbitterter Widersacher der „Reichseiniger“ Oda Nobunaga und Tokugawa Ieyasu. Er galt als militärisches und organisatorisches Genie. Seine Feudalpolitik beeinflusste vor allem Tokugawa Ieyasu, den späteren Begründer des Tokugawa-Shogunats. Im Takeda-Schrein in Kōfu wird er als Kami verehrt.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Wirken

Kindheit und Jugend

Geboren 1521 als Takeda Katsuchiyo, ältester Sohn des Kriegsherrn Takeda Nobutora, machte er sich schon früh als geschickter Politiker und mutiger Kämpfer an der Seite seines Vaters einen Namen. Bei seiner Mündigwerdung gab er sich den Namen Takeda Harunobu, um schon bald darauf gegen seinen Vater aufzubegehren und die Kontrolle über den Takeda-Klan an sich zu reißen. Es wird vermutet, dass der Entschluss Nobutoras, nicht seinen Erstgeborenen, sondern dessen jüngeren Bruder Nobushige zu seinem Erben zu erklären, diese Aktion provoziert hat.

In dieser Zeit kam auch eine Allianz mit dem ihn unterstützenden Yoshimoto Imagawa und dessen Klan zustande.

Expansion

Schon kurz nach Übernahme der Herrschaft begann der junge Kriegsherr, die Expansion in die umgebenden Territorien voranzutreiben, vor allem wollte er schnellstmöglich die Provinz Shinano unter Kontrolle bringen. Dieser Feldzug kostete ihn mehrere seiner besten Offiziere, aber schließlich konnte er die widerspenstige Provinz erobern. 1551 gab er sich selbst den Namen, unter dem er in ganz Japan berühmt werden sollte: Takeda Shingen. Von seinem ewigen Widersacher Uesugi Kenshin bekam er den Namen Tiger von Kai verliehen.

Legendär ist die Begebenheit, als während einer der vielen Schlachten mit seinem Nachbarn Uesugi Kenshin, feindliche Truppen bis direkt an seinen Feldherrensitz vordrangen, Shingen einfach sitzen blieb, nicht einmal sein Schwert zog, sondern einen feindlichen Schwertstreich nur mit seinem Tessen parierte. Nicht umsonst war sein Leitmotto „Fest wie ein Berg“.

Sein Nachfolger und Sohn Takeda Katsuyori leitet durch die verheerende Niederlage bei der Schlacht von Nagashino den Untergang des Takeda Clans ein.

Literatur

  • Roland Habersetzer: Die Krieger des alten Japan – Berühmte Samurai, Rōnin und Ninja. Palisander Verlag, 1. Auflage 2008, ISBN 978-3-938305-07-2. Mit einer ausführlichen Darstellung des Aufstiegs des Takeda-Klans unter Takeda Shingen bis zu seinem Untergang in der Folge der Schlacht von Nagashino.
  • Reinhard Zöllner: Die Ludowinger und die Takeda. Feudale Herrschaft in Thüringen und Kai no kuni. Verlag Dieter Born, 1995, ISBN 3-922006-09-4

Shingen in Fiktion und Medien

Takeda Shingen in einem Teil einer Darstellung von Kuniyoshi
  • Die weltweit wohl bekannteste Adaption der Lebensgeschichte Shingens ist das Film-Epos Kagemusha – Der Schatten des Kriegers von Japans Regielegende Akira Kurosawa. Darin wird die historisch nicht belegte Version dargestellt, Shingen sei in von einem Heckenschützen getötet und auf eigenen Wunsch durch einen Doppelgänger, einen begnadigten Dieb, ersetzt worden, damit seine Herrschaft noch einige Jahre fortbestehen konnte.
  • Eine ganze Anzahl von Computer- und Konsolenspielen befasst sich mit Shingen und seinem Klan, als Beispiele zu nennen sind Shogun – Total War und Takeda.

Weblinks

Anmerkung: Bei diesem Artikel wird der Familienname vor den Eigennamen der Person gesetzt. Dies ist die übliche Reihenfolge im Japanischen. Takeda ist hier somit der Familienname, Shingen ist der Eigenname.

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