Stephen Daldry

Stephen Daldry
Stephen Daldry nach der Vorstellung seines Films Der Vorleser auf der Berlinale 2009

Stephen Daldry CBE (* 2. Mai 1961 in Dorset, England) ist ein britischer Theater- und Filmregisseur.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Stephen Daldry, Sohn der Sängerin Cerry Thompson und des Bankmanagers Patrick Daldry, begann schon in jungen Jahren sich dem Jugendtheater in Taunton anzuschließen und absolvierte nach einem Englischstudium an der Universität Sheffield bei dem Italiener Elder Milletti eine Ausbildung zum Zirkusclown. Von 1985 bis 1988 gehörte er dem Sheffielder Crucible Theatre an, wurde aber erst nach seinem Wechsel zum Londoner The Gate Theatre, mit der Inszenierung von Damned for Despair (1991) als Theaterregisseur bekannt. Von 1992 bis 1999 wirkte Daldry als künstlerischer Leiter der English Stage Company am Royal Court Theatre, das er abreißen und neu aufbauen ließ. Einer seiner größten Erfolge markiert die Regie an John Boynton Priestleys An Inspector Calls (1992), für die er mit allen wichtigen britischen Theaterpreisen wie dem Laurence Olivier Theatre Award, dem London Evening Standard Theatre Award oder dem London Critics Circle Theatre Award bedacht wurde. Die Produktion des Londoner National Theatres wurde 1994 an den New Yorker Broadway verlegt und brachte Daldry den renommierten Tony Award als bester Theaterregisseur, sowie den Drama Desk Award in selbiger Kategorie ein. Weitere Engagements für Machinal (1994) mit Fiona Shaw, das ihm 1994 erneut den Laurence Olivier Theatre Award einbrachte, und Rat in the Skull (1995) mit Tony Doyle and Rufus Sewell führten ihn an das Londoner Royal Court Theatre.

Parallel zu seiner erfolgreichen Theaterkarriere unterschrieb Daldry 1997 einen Dreijahresvertrag mit der Filmproduktionsfirma Working Title Films. Nach dem Kurzfilm Eight (1998), über das Leben eines achtjährigen Fußballfans, gab er zwei Jahre später seinen Einstand als Spielfilmregisseur mit dem 1980er-Jahre-Drama Billy Elliot – I Will Dance (2000). Die Verfilmung eines Drehbuchs von Lee Hall über einen Jungen (gespielt von Jamie Bell) aus einer nordenglischen Arbeiterfamilie, der das Ballett für sich entdeckt, war internationaler Erfolg bei Kritikern und Publikum beschieden. Billy Elliot wurde mit dem wichtigsten britischen Filmpreis BAFTA Award als beste britische Produktion des Jahres ausgezeichnet, brachte ihm die unter anderem die Regiepreise der Londoner Filmkritikervereinigung, des Sindacato Nazionale Giornalisti Cinematografici Italiani, den British Indepependent Film Award und eine Oscar-Nominierung ein.

Nach der Broadway-Inszenierung von Via Dolorosa (1999), die ihn mit dem britischen Dramatiker und Drehbuchautoren David Hare bekannt machte, wurde Daldry von Hollywooder Filmstudio Miramax mit der Regie bei The Hours – Von Ewigkeit zu Ewigkeit mit Nicole Kidman, Julianne Moore und Meryl Streep in den Hauptrollen betraut. Mit seinem zweiten Spielfilm basierend auf einem Skript von Hare nach der gleichnamigen Romanvorlage von Pulitzer-Preisträger Michael Cunningham, war dem Briten ebenso großer Erfolg wie bei seinem Spielfilmdebüt beschieden. Das schwermütige Frauendrama gewann den Golden Globe als bestes Filmdrama und brachte seiner Hauptdarstellerin Nicole Kidman in der Rolle der Virginia Woolf den Oscar ein. Daldry erhielt erneut Nominierungen als bester Regisseur für den BAFTA Award und Golden Globe und hatte bei der Oscarverleihung 2003 gegenüber Roman Polański (Der Pianist) das Nachsehen.

2008 folgte die Verfilmung von Bernhard Schlinks Bestseller Der Vorleser mit David Kross und Kate Winslet in den Hauptrollen, die unter anderem in Berlin und Görlitz abgedreht wurde. Für das Drama wurde Daldry als bester Regisseur wiederholt für den Golden Globe und Oscar nominiert.

Daldry ist seit 2001 mit der US-amerikanischen Tänzerin Lucy Sexton verheiratet. Aus der Ehe ging im Mai 2003 die gemeinsame Tochter Annabel Clare hervor. 2004 erhielt er für seine Verdienste den Order of the British Empire.

Filmografie (Auswahl)

Auszeichnungen

  • Für Filme
    • Oscar-Nominierungen für die beste Regie in Der Vorleser, The Hours – Von Ewigkeit zu Ewigkeit und Billy Elliot – I Will Dance.
    • Golden Globe-Nominierung für die beste Regie in The Hours – von Ewigkeit zu Ewigkeit
    • Deutscher Filmpreis in der Kategorie bester ausländischer Film für The Hours – von Ewigkeit zu Ewigkeit
  • Für Theater
    • Laurence Olivier Theater Award 1993, 1994
    • London Evening Standard Theatre Award 1992
    • London Critics Circle Theatre Award 1992
    • Tony Award 1994
    • Drama Desk Award 1994

Weblinks


Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Stephen Daldry — à la Berlinale en 2009 Données clés Naissance …   Wikipédia en Français

  • Stephen Daldry — Stephen David Daldry (Dorset, Inglaterra, 2 de mayo de 1961) es un director y productor británico. Contenido …   Wikipedia Español

  • Stephen Daldry — Infobox actor name = Stephen Daldry imagesize = 180px caption = birthdate = birth date and age|1961|5|2 location = Dorset, England birthname = Stephen David Daldry spouse = Lucy Sexton (2001 present) baftaawards = Best British Film 2000 Billy… …   Wikipedia

  • Daldry — Stephen Daldry CBE (* 2. Mai 1961 in Dorset, England) ist ein britischer Theater und Filmregisseur. Inhaltsverzeichnis 1 Biografie 2 Filmografie (Auswahl) 3 Auszeichnungen (Auswahl) 4 Weblinks …   Deutsch Wikipedia

  • Stephen — hace referencia a: Stephen Daldry, director de cine británico. Stephen Hawking, físico británico. Stephen Morris, músico y baterista de Joy Division y New Order. Stephen Spender, poeta británico. Stephen Graham, actor británico. Stephen King,… …   Wikipedia Español

  • Stephen Dillane — est un acteur britannique, né à Londres (Royaume Uni), le 30 novembre 1956. Filmographie partielle Cette section est vide, insuffisamment détaillée ou incomplète. Votre aide est la bienvenue ! 1985 : Les Enquêtes de Remington Steele… …   Wikipédia en Français

  • Daldry — /ˈdɔldri/ (say dawldree) noun Stephen, born 1961, English film and stage director …   Australian-English dictionary

  • Adeline Virginia Stephen — Porträt Virginia Woolf, 1902. Fotografie von George Charles Beresford Virginia Woolf [vəˈdʒɪnjə wʊlf] (* 25. Januar 1882 in London als Adeline Virginia Stephen; † 28. März 1941 bei L …   Deutsch Wikipedia

  • performing arts — arts or skills that require public performance, as acting, singing, or dancing. [1945 50] * * * ▪ 2009 Introduction Music Classical.       The last vestiges of the Cold War seemed to thaw for a moment on Feb. 26, 2008, when the unfamiliar strains …   Universalium

  • Billy Elliot - I Will Dance — Filmdaten Deutscher Titel: Billy Elliot – I Will Dance Originaltitel: Billy Elliot Produktionsland: Großbritannien Erscheinungsjahr: 2000 Länge: 106 Minuten Originalsprache: Englisch …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”