Wasa (Dynastie)

Wasa (Dynastie)

Die Wasa-Dynastie war ein schwedisches Königshaus von 1521 bis 1654 und ein polnisches Königshaus von 1587 bis 1668. Das Symbol der Dynastie war eine Ährengarbe (schwedisch: vase). Hiervon leitet sich der Name des Herrschergeschlechts ab.[1]

Gustav I. Wasa (Gemälde von Jakob Bink 1542).
Wappen der Familie Wasa
Königliches Wappen des Geschlechts der Wasa

Die schwedische Familie Wasa stellte mit Gustav Eriksson, dem späteren Gustav I. Wasa, nach der Trennung von Dänemark den ersten König von Schweden nach der Kalmarer Union. Dieses Königtum wurde unter Gustav Eriksson erblich.

In der Liste der schwedischen Könige findet man diese chronologische Liste:

Johann III. heiratete Prinzessin Katharina Jagiellonica von Polen und verband das polnisch-litauische Königshaus der Jagiellonen mit dem schwedischen. Von ihm stammte die polnische Linie des Hauses Wasa ab, die man wiederum in der Liste der polnischen Herrscher finden kann.

Mit der kinderlosen Christina starb 1689 die jüngere und bekanntere schwedische Linie des Hauses Wasa auch in der weiblichen Linie aus, nachdem mit Gustav II. Adolph bereits 1632 die männliche Linie ausstarb. Die älteste Linie starb mit Erik XIV. Sohn Gustav 1607 aus. Die mittlere Linie, welche mit Johanns Sohn Siegmund 1587 den polnischen Thron bestieg, den schwedischen aber 1599 verlor, starb 1672 mit Johann II. Kasimir aus.[2] Das Haus Pfalz-Zweibrücken-Birkenfeld, ein Zweig der Wittelsbacher, in weiblicher Linie Nachkommen des Hauses Wasa, erlangte nun mit Karl X. Gustav 1654 die Königskrone. In Polen begann mit Johann II. Kasimir der Niedergang, der das Königreich ab 1648 regelrecht mit Unheil „überflutete“. Kriege gegen das Osmanische Reich, Russland, Brandenburg-Preußen, Siebenbürgen, Saporogerkosaken und Schweden schwächten den Staat sozial, wirtschaftlich und politisch beträchtlich. Innenpolitisch wurde zum ersten Mal im Jahr 1652 im polnischen Sejm das Liberum Veto gegen einen Parlamentsbeschluss eingesetzt. Der Sejm konnte damit nur noch einstimmig Beschlüsse fassen, was faktisch nicht mehr möglich war. 1657 und 1660 wurde dem Herzogtum Preußen die Souveränität gewährt, aus dem sich später das Königreich Preußen entwickelte. Der Waffenstillstand von Andrussowo 1667 mit Russland kostete riesige Gebiete. Städte wie Smolensk und Kiew, sowie die Ukraine bis zum Dnepr wurden russisch. Schon ein Jahr später, nach Johann Kasimirs Abdankung, bestieg ein anderer König (Fürst Michael Wiśniowiecki) den polnischen Königsthron, kein Wasa, obwohl die ebenfalls (in Schweden) abgedankte Christina, nunmehr Katholikin, eine Zeit lang Pläne hegte, sich als Kandidatin bei der polnischen Königswahl aufstellen zu lassen. Der letzte männliche Wasa, Johann II. Kasimir, starb 1672 in Frankreich und hinterließ ein durch Kriege zerstörtes, abgewirtschaftetes Land.

Nachkommen der Wasas in weiblicher Linie (zuerst die pfälzischen Wittelsbacher, später die Dynastie Holstein-Gottorp) regierten in Schweden bis 1818. Die letzte Fürstin, die sich Prinzessin von Wasa nannte, war Königin Carola von Sachsen (1833–1907), Gemahlin des Königs Albert von Sachsen und Enkelin des im Jahre 1809 entthronten Schwedenkönigs Gustav IV. Adolf, aber auch die heutigen Monarchen aus dem Hause Bernadotte haben einen Tropfen Wasablut durch Viktoria, geb. Prinzessin von Baden, Gemahlin Gustav V. und Urgroßmutter des heutigen Königs, die in weiblicher Linie von Gustav IV. Adolf abstammte.

Inhaltsverzeichnis

Weitere Mitglieder der Familie

  • Karl Ferdinand Wasa (polnisch: Karol Ferdynand Waza) (1613–1655), Prinz von Polen, Fürstbischof von Breslau und Bischof von Płock
  • Johann Albert Wasa (polnisch: Jan Olbracht Waza) (1612–1634), Prinz von Polen
  • Margarete Eriksdotter Wasa (1497-1536), schwedische Adlige und Schwester König Gustavs I. von Schweden

Literatur

  • Anders Fryxell: Erzählungen aus der schwedischen Geschichte. Zweiter Theil, enthaltend die lutherische Zeit von Gustaf Wasa bis zum Tode Erik XIV. Stockholm und Leipzig. 1843.
  • Olof von Dalin: Geschichte des Reiches Schweden aus dem Schwedischen übersetzt durch Johann Carl Dähnert. Band 3. Rostock und Greifswald. 1763.
  • Erik Gustav Geijer: Geschichte Schwedens. Band 3. Hamburg, 1834.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Fryxell, Bd 2, S. 1
  2. Meyers Konversationslexikon, 1890, Band 16, S. 406

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