Werner-von-Siemens-Gymnasium (Magdeburg)

Werner-von-Siemens-Gymnasium (Magdeburg)
Werner-von-Siemens-Gymnasium Magdeburg
Gebäude des Werner-von-Siemens-Gymnasiums
Schulform Gymnasium mit mathematisch-naturwissenschaftlich-technischem Schwerpunkt
Gründung 1988
Ort Magdeburg
Land Sachsen-Anhalt
Staat Deutschland
Koordinaten 52° 8′ 57,9″ N, 11° 39′ 14,3″ O52.14941666666711.653983333333Koordinaten: 52° 8′ 57,9″ N, 11° 39′ 14,3″ O
Träger Stadt Magdeburg
Schüler ca. 542 (Stand: August 2009)
Lehrer 57
Leitung OStD Dr. Gerhard Muth
Website siemens.md.st.schule.de

Das Werner-von-Siemens-Gymnasium ist ein Gymnasium mit mathematisch-naturwissenschaftlich-technischem Schwerpunkt in Magdeburg. Während der Schullaufbahn wird besonderer Wert auf die Förderung von Begabten im mathematisch-naturwissenschaftlich-technischem Bereich gelegt. Bevor man jedoch in der fünften Klasse auf die Schule wechseln kann, muss eine Aufnahmeprüfung abgelegt werden, in der Schüler ihre Begabungen in den Schwerpunkten nachweisen.

Das Einzugsgebiet der Schule ist das gesamte Land Sachsen-Anhalt. Für Schüler außerhalb Magdeburgs oder des Magdeburger Umlands steht ein Internat bereit.

Namensgeber ist der Erfinder Werner von Siemens.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Das Schulgebäude befindet sich im Stadtteil Alte Neustadt. Dort nutzt die Schule das ehemalige Gebäude der Polytechnischen Oberschule "Ernst Thälmann", welches komplett saniert und an die Bedürfnisse des Gymnasiums angepasst wurde. Des Weiteren wurde ein Neubau errichtet, in dem sich die Kabinette der Fachbereiche Informatik, Physik, Chemie und Biologie befinden. Auch die Sporthalle wurde neu errichtet und ist durch einen auslegbaren Schutzbelag, der den Boden schützen soll, auch als Aula nutzbar.

Die Schule ist mit der Straßenbahnlinie 2 erreichbar. Die Haltestelle Stendaler Straße liegt direkt vor dem Haupteingang des Schulgeländes.

In unmittelbarer Nähe befindet sich der Magdeburger Wissenschaftshafen, in dem alljährlich die Lange Nacht der Wissenschaft stattfindet.[1] Dort befinden sich auch alle wichtigen Forschungsinstitute der Stadt, unter anderem das Fraunhofer-Institut und das Max-Planck-Institut.

Geschichte

Werner-von-Siemens-Gymnasiums Magdeburg in der Pablo-Neruda-Straße

Im Jahr 1988 wurde die Spezialschule mathematisch-naturwissenschaftlich-technischer Richtung zunächst mit nur zwei Spezialklassen gegründet. Damals trug die Schule noch nicht den Namen Werner-von-Siemens-Gymnasium und war mit im Gebäude der damaligen EOS Otto von Guericke in der Harsdorfer Straße untergebracht. Die Leitung des heutigen Gymnasiums wurde Herrn OStD Dr. Gerhard Muth angetragen. 1989 zog die Schule in ein eigenes Schulgebäude in der Pablo-Neruda-Straße 13. Nach der Wende wurde die Schule im Jahr 1991 zum Landesgymnasium erklärt und 1992 der Behalt des besonderen Schwerpunktes beschlossen. 1993 erhielt das Gymnasium den jetzigen Namen und wurde der Trägerschaft der Stadt Magdeburg übergeben. Im Folgejahr fand die Gründung des Fördervereins statt. 1995 wurde die Lehreinrichtung als Gymnasium mit mathematisch-naturwissenschaftlich-technischem Schwerpunkt von der obersten Schulbehörde anerkannt und Aufnahmeprüfungen vorgeschrieben. Im gleichen Jahr bekam die Schule eine Standleitung zum Internet. Seit 1999 ist das Werner-von-Siemens-Gymnasium Kooperationsschule der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und seit 2001 Mitglied im Verein mathematisch-naturwissenschaftlicher Excellenz-Center an Schulen e.V.

Zum Schuljahresbeginn im August 2008 fand das 20-jährige Schuljubiläum statt.[2] In der Woche vom 25. bis 30. August wurden diverse Veranstaltungen organisiert. So wanderten alle Schüler und Lehrer auf den Brocken oder besuchten das phæno in Wolfsburg.

Da das damalige Schulgebäude nur als "Übergangslösung" gedacht war, setzten sich Lehrer und Förderverein schon seit 1995 für ein neues Schulgebäude ein. Der Typ Magdeburg schränkte die Möglichkeiten von Unterricht und Außerunterrichtlichem erheblich ein.[3] Seit 2006 mussten Unterrichtsräume aus benachbarten Schulen benutzt werden, da der Raumbedarf des Werner-von-Siemens-Gymnasiums das Raumangebot des Schulgebäudes überstieg. Im Sommer 2009 zog das Werner-von-Siemens-Gymnasium in ein frisch saniertes Gebäude in der Stendaler Straße nahe dem Wissenschaftshafen um, nachdem am 5. März 2008 der Grundstein für einen zusätzlichen Anbau gelegt wurde.

Am 6. August 2009 fand eine große Eröffnungsveranstaltung zur Einweihung des neuen Gebäudes statt. Hierbei trafen sich die einzelnen Jahrgänge verteilt in der Innenstadt und marschierten anschließend mit Plakaten zum Alten Markt. Von dort aus gingen alle Schüler und Lehrer zum neuen Standort in der Stendaler Straße, wo die feierliche Schlüsselübergabe stattfand.

Lehrangebot

Unterricht

Das Gymnasium unterliegt als staatliche Schule den Lehrplänen und Rahmenrichtlinien des Landes Sachsen-Anhalt.[4] Jedoch werden mit Sondergenehmigung des Kultusministeriums Sachsen-Anhalts erweiterte Inhalte in Mathematik und den Naturwissenschaften (Physik, Chemie, Biologie) angeboten. So kann den Schülern in den genannten Fächern eine Wochenstunde mehr Unterricht erteilt werden. Dies wird ihnen mit einem besonderen Zeugnis bescheinigt.

Informatik wird im Gegensatz zu anderen Schulen des Bundeslandes seit der siebenten Klasse unterrichtet. Ab der achten Klasse wird mit der Programmierung in Delphi begonnen.

Eine weitere Besonderheit ist das Fach Rhetorik. Hier werden den Schülern Fähigkeiten im Präsentieren und Halten von Referaten vermittelt.

Ab der fünften Klasse wird Englisch unterrichtet. In der siebten Klasse müssen sich die Schüler zwischen Französisch und Russisch entscheiden und ab der neunten Klasse kann zusätzlich Latein belegt werden. Die Fremdsprachen können in der Kursstufe (ab der elften Klasse) bis auf eine abgewählt werden.

Arbeitsgemeinschaften

Neben dem normalen Schulunterricht werden auch diverse Arbeitsgemeinschaften und Spitzenförderungen angeboten. Spitzenförderungen sollen Schülern, die im Unterricht durch besondere Leistungen auffallen, weiterführenden Lehrstoff vermitteln. Hier wird auch in Hinblick auf anstehende Wettbewerbe gearbeitet, wie zum Beispiel den Bundeswettbewerb für Informatik.

Obwohl die Schule das besondere Profil aufweist, existieren auch Arbeitsgemeinschaften in anderen Fachbereichen. Es werden u.a. eine Theatergruppe oder Sportarbeitsgemeinschaften (für Badminton und Volleyball) angeboten.

Spezialistenlager

Zusätzlich zu den Spitzenförderungen werden sogenannte Spezialistenlager angeboten. Diese werden einmal im Jahr parallel zum Unterricht meinst eine Woche lang durchgeführt. Hier werden bestimmte Themen für interessierte Schüler vertieft. Die Spezialistenlager werden von Vorträgen, die oft auch von ehemaligen Schülern gehalten werden, begleitet. Die Spezialistenlager sind auch für Schüler anderer Schulen auf Antrag zugänglich. Derzeit werden Lager für Mathematik, Biologie, Informatik und Technik (intern für Schüler des Gymnasiums) angeboten.[5]

Korrespondenzzirkel

Korrespondenzzirkel werden von der Schule auch für Schüler anderer Schulen angeboten. Diese bekommen nach einer Anmeldung regelmäßig Aufgaben zugeschickt, die sie in einem bestimmten Zeitraum erledigen sollen. Nachdem die Lösungen per Post abgeschickt wurden, werden diese von Lehrern des Gymnasiums kontrolliert. Es existieren Zirkel für Mathematik, Biologie, Physik und Chemie.[6] Diese werden schon für Grundschüler angeboten, um frühzeitig ihr Interesse für Mathematik oder Naturwissenschaften zu wecken.

Besonderheiten

Infrastruktur

Der größte Teil des Schulgebäudes ist mit WLAN abgedeckt, sodass jeder Lehrer und Schüler die Möglichkeit hat, mobil ins Internet zu gehen. Außerdem können Schüler die Computerräume benutzen, wenn kein Unterricht in ihnen stattfindet, um Internetrecherchen zu betreiben. Des Weiteren besitzt die Schule seit dem Schuljahr 2009/2010 ein Sun-Ray-System der Firma Sun Microsystems.

Schülerfachgehilfen

Große Teile des Computernetzwerkes werden von Schülern, den Schülerfachgehilfen des Fachbereichs Informatik, administriert. Dazu gehört auch die Programmierung und Gestaltung von Webseiten.

Frühstudium

Seit dem Schuljahr 2008/2009 besteht für interessierte Schüler des Gymnasiums die Möglichkeit, neben dem Schulunterricht an der Otto-von-Guericke-Universität zu studieren. Dabei wird ein Studienplan ausgearbeitet und die Schüler werden in die Universität immatrikuliert. Sie dürfen außerdem an den Semesterprüfungen teilnehmen, die erworbenen Credits werden ihnen für ein späteres Studium gutgeschrieben. Im Schuljahr 2008/2009 nutzten sechs Schüler der elften Klasse das Angebot. Sie wurden am 9. Oktober 2008 immatrikuliert.

Weihnachtskonzerte

Trotz des Schwerpunktes der Schule auf den MINT-Bereich, veranstaltet das Gymnasium alljährlich ein Weihnachtskonzert, welches bisher immer in der Nicolaikirche Magdeburg stattfand. Unter der Leitung der Musiklehrer wird eine besinnliche Atmosphäre geschaffen, die jedes Jahr viele Besucher anlockt. Es singen hierbei die Chöre aus allen Klassen traditionelle, aber auch moderne Weihnachtslieder. Außerdem werden auch regelmäßig instrumentale Stücke von den Schülern gespielt.

Internat

Schüler, die außerhalb von Magdeburg oder des Magdeburger Umlands wohnen, können ein Internat besuchen. Es befindet sich ca. 4 km entfernt im Stadtteil Stadtfeld Ost (Adresse: Albert-Vater-Straße 90, 39108 Magdeburg). Man benötigt von dort aus 20-30 Minuten mit Bus und Straßenbahn, um die Schule zu erreichen.

Die Kosten belaufen sich auf ca. 2500 Euro pro Jahr, wobei die Eltern einen Eigenanteil von 1250 Euro tragen müssen. Die andere Hälfte wird vom Landkreis getragen, in dem der Schüler seinen Hauptwohnsitz hat.

Quellen

  1. Seite zur Langen Nacht der Wissenschaft Magdeburg
  2. Seite zum Schuljubiläum
  3. Neue-Schule-für-Draco
  4. Lehrpläne und Rahmenrichtlinien
  5. 5. Spezialistenlager
  6. Korrespondenzzirkel

Weblinks


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