- Zeche Minister Achenbach
-
Zeche Minister Achenbach
Weitergenutzte Gebäude der ehemaligen ZecheAbbau von Steinkohle Betriebsbeginn 1903 Betriebsende 1992 Nachfolgenutzung Gewerbefläche Geografische Lage Koordinaten 51° 35′ 33″ N, 7° 25′ 52″ O51.59257.4310277777778Koordinaten: 51° 35′ 33″ N, 7° 25′ 52″ O Lage Zeche Minister AchenbachStandort Lünen Gemeinde Lünen Bundesland Nordrhein-Westfalen Staat Deutschland Revier Ruhrrevier Die Zeche Minister Achenbach war ein Steinkohlen-Bergwerk in Lünen, Westfalen.
Benannt wurde die Zeche nach dem preußischen Handelsminister Heinrich von Achenbach. Zu der im Ortsteil Brambauer gelegenen Zeche gehörten ursprünglich insgesamt sieben Schächte.
Inhaltsverzeichnis
Schächte
- Schacht 1 wurde 1897 abgeteuft und erreicht zwei Jahre später bei 370 Metern Teufe das Karbon.
- Schacht 2 wurde 1899 abgeteuft und im Jahr 1903 in Betrieb genommen.
- Schacht 3, 1,5 km östlich der Schachtanlage 1/2 gelegen, wurde 1909 abgeteuft. Nachdem 1910 bei 356 Metern Teufe das Karbon erreicht wurde, begann die Förderung hier im Jahre 1914. Die Stilllegung des Schachtes erfolgte 1968.
- Schacht 4, 1,8 km nordöstlich der Schachtanlage 1/2 gelegen, wurde 1919 abgeteuft. 1920 erreichte dieser Schacht bei 444 Metern Teufe das Karbon und wurde 1924 in Betrieb genommen. Die Stilllegung des Schachtes erfolgte im Jahr 1968.
- Schacht 5 in Lünen-Alstedde wurde 1942 abgeteuft. Wegen mehrerer Wassereinbrüche wurden die Arbeiten 1946 zunächst eingestellt, dann aber 1948 fortgesetzt. 1950 erreichte der Schacht bei 538 Metern Teufe das Karbon und wurde 1954 in Betrieb genommen. Die Stilllegung erfolgte im Jahre 1966.
- Schacht 6, 4 km nordöstlich der Schachtanlage 1/2 gelegen, wurde 1957 in unmittelbarer Nähe des Kraftwerks Kellermann abgeteuft. 1958 erreichte dieser Schacht bei 445 Metern Teufe das Karbon. 1961 wurde der Schacht in "Friedrich-Müller-Schacht" umbenannt und nahm seinen Betrieb auf.
- Schacht 7, 1 km westlich der Schachtanlage 1/2 gelegen, wurde 1960 abgeteuft und nahm bei 354 Metern Teufe 1962 den Betrieb als Wetterschacht auf.
Geschichte
1973 übernahm „Minister Achenbach“ das Baufeld „Ickern“ von der geschlossenen Zeche Victor-Ickern in Castrop-Rauxel und damit die Schächte Ickern 3 und Ickern 4. 1978 kam Schacht 3 der Zeche Waltrop, in den Waltroper Rieselfeldern gelegen, dazu. Somit wuchs die Schachtanlage auf insgesamt zehn Schächte.
Auf der Schachtanlage 1/2 wurde von 1902 bis 1971 eine Kokerei betrieben. Im Geschäftsjahr 1900/1901 wurden von 781 Beschäftigten 30.557 Tonnen Kohle gefördert. Die höchste Förderung auf „Minister Achenbach“ wurde mit 2.745.029 Tonnen im Jahre 1982 durch 4.772 Beschäftigte erzielt. 1960 waren über 6.000 Bergleute auf „Minister Achenbach“ beschäftigt. 1912 betrug der Anteil der Förderung von „Minister Achenbach“ im Ruhrbergbau 7,99 % der zu dieser Zeit über 100 fördernden Zechen, oder in Tonnen 916.619, aufgrund des hohen technischen Stands der Zeche. Die Mannleistung betrug 1152 kg/MS (kg/Mann und Schicht) während im Ruhrdurchschnitt die Mannleistung pro Schicht bei 943 kg lag. Anlässlich des 70. Geburtstages des ehemaligen und langjährigen Direktors Carl Haarmann wurde die Anlage 3/4 im Jahr 1935 vom Vorstand in „Carl-Haarmann-Schächte“ umbenannt.
Grubenunglücke
Auf „Minister Achenbach“ kam es im Laufe der Geschichte zu zahlreichen Grubenunglücken. Das erste größere Unglück war eine Schlagwetterexplosion am 13. Dezember 1902 mit fünf Verletzten. Am 7. April 1906 ereignete sich erneut eine Schlagwetterexplosion auf der Anlage 1/2. Ursache war eine beschädigte Benzin-Lampe. Zwei Tote waren zu beklagen. Am 18. Dezember 1912 starben bei einer Schlagwetterexplosion 49 Bergleute. Am 30. Januar 1914 kam es erneut zu einer Schlagwetterexplosion, bei der 28 Menschen ihr Leben ließen. Am 15. Oktober 1917 kostete eine weitere Schlagwetterexplosion 17 Bergleuten das Leben. Bei einem Grubenbrand kamen 1923 fünf Männer ums Leben, 1947 starben neun Kumpel bei einer Schlagwetterexplosion mit anschließendem Grubenbrand. Auch am 4. Oktober 1968 kam es zu einer Schlagwetterexplosion auf der 4. Sohle der Schachtanlage 1/2 im Flöz Ida mit 17 Todesopfern. 1982 starben drei Bergleute bei einem Bruch im Bereich Streb-Streckenübergang des Flözes „Röttgersbank“ auf „Ickern 3“. Auf der gleichen Anlage wurden ein Jahr später drei Schachthauer getötet, als sie mit dem Förderkorb in einem Blindschacht abstürzten.
Letzte Schicht
Die letzte Schicht fuhr am 30. Juni 1992 auf „Minister Achenbach“ ein. Die verbliebenen 1.900 Bergleute gingen entweder in den Ruhestand oder wechselten auf verschiedene Zechen im Ruhrgebiet (Bergwerke „Haard“, „General Blumenthal“, „Fürst Leopold“ , „Hugo“, „Ewald“, „Haus Aden“ „Schlägel&Eisen“, „Westerholt“ usw.). Einige wenige blieben noch für ein paar Monate, um hochwertige Anlagen und Maschinen zu bergen.
Technologiezentrum Lüntec
Auf dem Gelände der Schachtanlage 4 wurde 1995 unter Einbeziehung der ehemaligen Verwaltungs- und Kauengebäude von 1922 das Technologiezentrum Lüntec errichtet. Wahrzeichen der Anlage ist das nach einer Ideenskizze von Luigi Colani gebaute Colani-Ei auf dem ehemaligen Fördergerüst.
Das Zentrum fungiert als Startplattform und Wegbereiter für innovative Unternehmen in der Region Lünen. Auf einer Bruttogeschossfläche von ca. 10.000 m² haben sich im auf dem Gelände 160 Unternehmen mit rund 700 Mitarbeitern angesiedelt.
Im Jahr 2001 erfolgte die Fertigstellung des neuen Gründerzentrums gegenüber dem Förderturm mit dem Colani-Ei. Vier Jahre später siedelte sich das Wirtschaftsförderungszentrum Ruhr für Entsorgungs- u. Verwertungstechnik e. V. an. Im Jahr 2007 erfolgte die Gründung der Business Academy for Applied Science (BAAS).
Konzernstruktur
Die LÜNTEC-Technologiezentrum Lünen GmbH wird heute von neun Gesellschaftern getragen:
- IHK und Handwerkskammer zu Dortmund
- Kreishandwerkerschaft Dortmund und Lünen
- LÜNTEC Förderverein e. V.
- REMONDIS Production GmbH
- Sparkasse Lünen
- Stadt Lünen
- Stadtwerke Lünen GmbH
- Unternehmensverband der Metallindustrie für Dortmund und Umgebung e. V.
- Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Unna mbH
Heute ansässige Firmen (Auswahl)
Derzeit haben vor allem Firmen aus den Bereichen Gesundheitswirtschaft, Softwareentwicklung, sowie Umwelt- und Kreislaufwirtschaft ihren Sitz im Technologiezentrum.
- BAAS GmbH – Business Academy of Applied Science
- CTEC GmbH
- GP Accoustics GmbH
- Hartmann Rechtsanwälte
- itemis AG
- kon.m GmbH
- Pflegebüro Bahrenberg GmbH
- WFZ Ruhr e. V. – Wirtschaftsförderungszentrum Ruhr für Entsorgungs- und Verwertungstechnik e. V.
- WZL GmbH – Wirtschaftsförderungszentrum Lünen
Literatur
- Wilhelm Hermann, Gertrude Hermann: Die alten Zechen an der Ruhr. 6. erweiterte und aktualisierte Auflage, Verlag Karl Robert Langewiesche, Nachfolger Hans Köster KG, Königstein i. Taunus, 2006, ISBN 3784569943
Weblinks
- Bilder der ehemaligen Anlagen
- Fotos der einzelnen Schachtanlagen während des Betriebs bis 1992 und historische Aufnahmen der verschiedenen Schachtanlagen, sowie Zahlen, Daten und Fakten zur Geschichte des Bergwerks
- Offizielle Webseite zum LÜNTEC-Zentrum
- Beschreibung dieser Sehenswürdigkeit auf der Route der Industriekultur
Besucherzentrum und Ankerpunkte (von West nach Ost): Museum der Deutschen Binnenschifffahrt | Innenhafen Duisburg | LVR-Industriemuseum Oberhausen | Landschaftspark Duisburg-Nord | Gasometer Oberhausen | Aquarius-Wassermuseum | Villa Hügel | Nordsternpark | Welterbe Zeche Zollverein und Kokerei Zollverein | Zeche Ewald | Chemiepark Marl | Eisenbahnmuseum Bochum-Dahlhausen | Henrichshütte | Jahrhunderthalle Bochum | Umspannwerk Recklinghausen | Deutsches Bergbau-Museum | Zeche Nachtigall | Schiffshebewerk Henrichenburg | DASA | Kokerei Hansa | Zeche Zollern II/IV | Hohenhof | Freilichtmuseum Hagen | Lindenbrauerei Unna | Maximilianpark Hamm
Themenrouten (aufsteigend nach Nummern): 1. Duisburg: Stadt und Hafen | 2. Industrielle Kulturlandschaft Zollverein | 3. Duisburg: Industriekultur am Rhein | 4. Oberhausen: Industrie macht Stadt | 5. Krupp und die Stadt Essen | 6. Dortmund: Dreiklang Kohle, Stahl und Bier | 7. Industriekultur an der Lippe | 8. Erzbahn-Emscherbruch | 9. Industriekultur an Volme und Ennepe | 10. Sole, Dampf und Kohle | 11. Frühe Industrialisierung | 12. Geschichte und Gegenwart der Ruhr | 13. Auf dem Weg zur blauen Emscher | 14. Kanäle und Schifffahrt | 15. Bahnen im Revier | 16. Westfälische Bergbauroute | 17. Rheinische Bergbauroute | 18. Chemie, Glas und Energie | 19. Arbeitersiedlungen | 20. Unternehmervillen | 21. Brot, Korn und Bier | 22. Mythos Ruhrgebiet | 23. Historische Parks und Gärten | 24. Industrienatur | 25. Panoramen und Landmarken | per Rad
Wikimedia Foundation.
Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:
Zeche Monopol Schacht Grimberg 1/2 — Zeche Monopol, Schächte Grimberg 1/2 1959 Fördergerüst der ehemaligen Zeche Monopol in Bergkamen … Deutsch Wikipedia
Zeche Ickern — Abbau von Steinkohle Abbautechnik Untertagebau Betriebsbeginn 1912 Betriebsende 1973 Nachfolgenutzung Schacht 3/4 als Außenanlage von Zeche Minister … Deutsch Wikipedia
Zeche Knirps — Zeche Hannover, Maschinenhaus und Malakow Turm über Schacht 1 Die Zeche Hannover in Bochum war ein Steinkohlen Bergwerk, sie ist heute ein Standort des Westfälisches Industriemuseums vom Landschaftsverband Westfalen Lippe. Das Bergwerk besaß… … Deutsch Wikipedia
Zeche Waltrop — Ehemalige Werkshalle Abbau von Steinkohle Betriebsbeginn 1905 … Deutsch Wikipedia
Zeche Hermann (Selm) — Zeche Hermann Hof der Zeche Hermann 2005 Abbau von Steinkohle Beschäftigte ca. 4000 … Deutsch Wikipedia
Zeche Admiral — Abbau von Steinkohle Betreibende Gesellschaft Rheinische Stahlwerke Betriebsbeginn 1911 Betriebsende 1925 Geografische Lage Koordinaten … Deutsch Wikipedia
Zeche Haus Aden — Das Bergwerk Ost ist ein aktives Steinkohlen Bergwerk der Deutschen Steinkohle AG in Hamm, am östlichen Rand des Ruhrgebiets. Hammerkopfturm der Zeche Heinrich Robert, Hamm … Deutsch Wikipedia
Zeche Heinrich Robert — Das Bergwerk Ost ist ein aktives Steinkohlen Bergwerk der Deutschen Steinkohle AG in Hamm, am östlichen Rand des Ruhrgebiets. Hammerkopfturm der Zeche Heinrich Robert, Hamm … Deutsch Wikipedia
Zeche Monopol — Das Bergwerk Ost ist ein aktives Steinkohlen Bergwerk der Deutschen Steinkohle AG in Hamm, am östlichen Rand des Ruhrgebiets. Hammerkopfturm der Zeche Heinrich Robert, Hamm … Deutsch Wikipedia
Zeche Fürst Leopold — „Fürst Leopold“. Das linke Fördergerüst wurde im April 2008 abgerissen. Die Zeche Fürst Leopold ist ein ehemaliges Steinkohlenbergwerk im Dorstener Stadtteil Hervest. Inhaltsverzeichnis 1 Name … Deutsch Wikipedia