- 33. America’s Cup
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Der 33. America’s Cup ist die Fortsetzung des 32. Segel-Wettkampfes des America’s Cup zwischen dem Schweizer Alinghi-Team und den Herausforderern aus den Vereinigten Staaten mit der BMW-Oracle-Racing 90-Crew. Nach der Entscheidung des Obersten Gerichtshofes in New York vom 15. Dezember 2009 wurde dem Wunsch von Alinghi, die Wettfahrt beim arabischen Emirat Ra’s al-Chaima durchzuführen, nicht entsprochen. Stattdessen wurde wieder vor der Küste Valencias gesegelt.[1]
Inhaltsverzeichnis
Vorspiel
Der 33. America’s Cup sollte nach Willen des erfolgreichen Verteidigers Alinghi zwischen Mai und Juli 2009 erneut in der spanischen Stadt Valencia ausgetragen werden. Um die Attraktivität zu steigern, war geplant, eine neue Bootsklasse einzuführen. Als „Challenger of Record“ sollte der neu gegründete Club Náutico Español de Vela (CNEV) das neue Regelwerk mitbestimmen. Der CNEV vertritt das Team Desafío Español, das bereits beim 32. Cup recht erfolgreich angetreten war, dort allerdings für den spanischen Dachverband Real Federación Española de Vela.
Diese Konstellation sorgte für einige Unruhe im Cup-Zirkus. Der Golden Gate Yacht Club, für den Larry Ellisons mit BMW Oracle Racing segelt, ist der Ansicht, dass der CNEV den Bestimmungen der Stiftungsurkunde „Deed of Gift“ bezüglich des Challenger of Record nicht genügt. Er hat deshalb seinerseits eine Herausforderung nach den Regeln der „Deed of Gift“ abgegeben und vor dem Supreme Court von New York eine Klage eingereicht. Am 27. November 2007 entschied Richter Cahn, dass die Herausforderung des CNEV nicht anzuerkennen sei. Dem GGYC fiel somit die Rolle des ersten Herausforderers zu. Nun lag es an Alinghi, einem vom GGYC vorgelegten 9-Punkte-Kompromissvorschlag zuzustimmen. Anfangs sah es so aus, als hätte BMW Oracle Racing die Unterstützung durch andere Herausfordererteams, weil sich diese durch das von Alinghi und CNEV sehr vage formulierte vorläufige Regelwerk benachteiligt fühlten. Alinghi entschied sich allerdings, die Entscheidung von Richter Cahn anzufechten. So wurde die Phase der Unklarheit über die Zukunft des 33. America’s Cup weiter verlängert.
Das United Internet Team Germany hatte dazu ebenfalls eine offizielle Herausforderung abgegeben, wurde aber angesichts der Unsicherheiten im laufenden 33. Cup-Zyklus einvernehmlich mit Entscheidung vom 10. März 2008 durch die drei Hauptsponsoren (United Internet, Audi AG und Porsche Consulting) zum 31. März aufgelöst. Für zusätzliche Komplikationen sorgte eine im gleichen Zeitraum von Team New Zealand gegen Alinghi eingereichte Schadenersatzklage in zweistelliger Millionenhöhe.[2]
Im weiteren Verlauf meldeten sich aber neben dem südafrikanischen Team Shosholoza auch das Team New Zealand sowie Teamorigin, ein neues Syndikat des britischen Royal Thames Yacht Club an. Außerdem ist Alinghi den Herausforderern entgegen gekommen und hat die Veröffentlichung der Regeln zur neuen Bootsklasse auf den 31. Oktober 2007 vorgezogen.
Überraschenderweise gab der New Yorker Gerichtshof dem Einspruch von Alinghi gegen die erste Entscheidung Recht. Der CNEV war wieder Challenger of Record und trotz der Tatsache, dass der GGYC das neue Urteil anfocht, wurden die Vorbereitungen, einschließlich der Verhandlungen über die neue Bootsklasse, wieder aufgenommen.
Die neu präsentierten Regeln zur neuen America’s Cup Class setzen die Maße nicht mehr mit einer sogenannten Rating-Formel fest, bei der die einzelnen Werte voneinander abhängen, sondern mit einer Box-Regel, bei der die angegebenen Maximalwerte unabhängig voneinander einzuhalten sind.
Am 2. April 2009 wurde der Golden Gate Yacht Club (BMW Oracle Racing) vom Supreme Court of New York zum rechtmäßigen Challenger of Record ernannt. Die Verhandlungen für eine Ausscheidungsserie mit mehreren Teilnehmern sind am 23. April gescheitert.
Der 33. America's Cup war der erste seit 1983 in dessen Vorfeld kein Louis Vuitton Cup zur Ermittlung des Herausforderers stattfand. Am 13. Juli 2007, kurz nach Ende des 32. America’s Cup, hatte der Sponsor Louis Vuitton in Bezug auf den Cup die Beendigung seiner fast 25-jährigen Sponsoring-Aktivitäten bekannt gegeben.[3][4] Als Grund wurde die zunehmende Kommerzialisierung der Regatta unter der Führung von Team Alinghi genannt.[5] Dies sei nicht mehr mit dem Image und den Werten des Unternehmens vereinbar. Stattdessen veranstaltete das Unternehmen 2009 und 2010 - unabhängig vom America's Cup, aber im Hinblick auf die Rechtsstreitigkeiten - die Louis Vuitton Pacific Series und Louis Vuitton Trophy. Louis Vuitton ließ gleichzeitig verlauten, dass man die Entwicklung des America's Cups verfolgen werde und eine Rückkehr als Sponsor nicht ausgeschlossen sei.
Boote
Die neuen Boote Alinghi 5 und BMW Oracle Racing 90 sind 90 Fuß (27,43 m) lang und dürfen von einer Crew mit bis zu 20 Personen (bisher 17) gesegelt werden. Die Segelfläche wird erhöht (Masthöhe 37,9 m, Großsegel: 300 m2, Vorsegel: 171 m2, Spinnaker unlimitiert). Trotz insgesamt größeren Dimensionen wird das Schiff bei einer erhöhten Breite von max. 5,3 m (bisher 3,5 m) weniger Wasser verdrängen (nur noch 23 statt 24 t); damit sollen die Boote erheblich schneller beschleunigen können.[6] Erstmals in der Cup-Geschichte treten die Mannschaften ohne Grinder an, die durch einen Dieselmotor ersetzt werden, der nicht zum Antrieb des Boots dient, sondern als Kraftquelle für die Hydraulik und Winschen. Ein Motor erzeugt dauerhaft mehr Kraft und wiegt weniger als 8-10 Grinder.[7]
Entscheidung
Geplant war die Eröffnungsfeier am Sonntag, 7. Februar 2010, die erste Wettfahrt am darauf folgenden Montag, die zweite und dritte Competiton jeweils zwei Tage später am Mittwoch und Freitag. Windstille am ersten Tag machte diesem Plan einen Strich durch die Rechnung.[8] Die erste Wettfahrt fand erst am Freitag, 12. Februar statt. Sieger wurde mit 15:30 Minuten Vorsprung das amerikanische Team, nachdem die Schweizer eine Strafrunde absolvieren mussten, zu diesem Zeitpunkt aber schon mit 10:00 Minuten bzw. 3300 Meter zurück gelegen hatten.[9][10]
Auch am zweiten Renntag, Sonntag, 14. Februar 2010, entschied die BMW-Oracle-Crew den Wettkampf für sich. Mit einem Vorsprung von 5:26 Minuten gewann das amerikanische Boot, nachdem auf dem ersten Kurs noch Alinghi vorne lag. BMW Oracle gewann damit den 33. America’s Cup.
Das amerikanische Siegerteam
Die BMW ORACLE Racing Crew bestand im entscheidenden zweiten Rennen 2010 aus:
- Brad Webb (NZL) – Vorschiffsmann
- Simone de Mari (ITA) – Pitmann
- Ross Halcrow (NZL) – Genuatrimmer – bereits sein 2. Sieg im America’s Cup (1995, 2010)
- Dirk de Ridder (NED) – Flügeltrimmer
- Joey Newton (AUS) – Wing Sail Caddy
- John Kostecki (USA) – Taktiker
- James Spithill (AUS) – Skipper/Steuermann
- Matteo Plazzi (ITA) – Navigator
- Thierry Fouchier (FRA) – Aft-Pitmann
- Matthew Mason (NZL) – Mastmann – bereits sein 3. Sieg im America’s Cup (1995, 2000, 2010)
- Larry Ellison (USA) – Afterguard
Quellen
- ↑ ZDF-Sport
- ↑ dpa: Segeln Verträge werden nicht verlängert … Team Germany vor dem Aus | Das deutsche America’s-Cup-Segelteam wird erwartungsgemäß zum 31. März aufgelöst.. In: Hamburger Abendblatt – abendblatt.de, 11. März 2008.
- ↑ handelsblatt.com Louis Vuitton nicht mehr Sponsor des America's Cup
- ↑ LV Pacific Series The Louis Vuitton Cup 2007
- ↑ handesblatt.com Louis Vuitton erwägt Rückzug
- ↑ Gregor Henger: Die neue America’s Cup Class – eine attraktive Jacht. Erheblich gesteigerte Beschleunigung bei weniger Wasserverdrängung zu erwarten. In: NZZ, 16. November 2007.
- ↑ Walter Wille: Spiel ohne Grenzen. In: FAS, 3. Januar 2010.
- ↑ Race 1 of the 33rd America’s Cup remains on hold
- ↑ First blood to USA, in: www.americascup.com, abgerufen am 13. Februar 2010
- ↑ http://www.americascup.de/index.htm
Kategorien:- America’s Cup
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