Borland Racing Developments

Borland Racing Developments

Borland Racing Developments (BRD) wurde 1984 gegründet, um Autos für die australische Formel 2-Meisterschaft zu entwerfen. In den darauf folgenden fünf Jahren wurden vier Meisterschaften gewonnen, anschließend wandte sich der Firmengründer Michael Borland der Fertigung von Spektrum-Fahrzeugen für die Formel Ford und Sabre-Fahrzeugen für die Formel V zu.

Inhaltsverzeichnis

Entwicklung der Firma

Die Firma entwickelte sich zu einem Rennwagen-Design-Betrieb, Konstruktionsbetrieb und Spezialhersteller, aber das Werksrennteam blieb immer einer ihrer Kernkompetenzen. Kenntnisse und Erfahrungen, die durch die Wettbewerbe gewonnen werden, führten zum Bau Entwicklung der Rennwagen, die BRD baut.

Durch langjährige Erfahrung und ihre nationale und internationale Vernetzung betreut die Firma Fahrer von ihren ersten Schritten im Motorsport bis zu einer professionellen Karriere. Fahrer, die bei BRD waren, sind z. B. Craig Lowndes, Jason Bright, Jason Bargwanna, Steven Richards, Mark Winterbottom, Shane Price und John Martin.

Das Spectrum-Fahrwerk konnte sich im lokalen Formel-Ford-Markt etablieren, wobei Jason Bargwanna 1996 einen 2. Platz errang. In einem Doppelsieg in der australischen Meisterschaft 1998 für Adam Macrow und Christian Jones (Sohn des Formel-1-Weltmeisters 1980, Alan Jones) bewährte sich dieses Fahrwerks und ab 2004 war Spectrum die Marke mit dem dauerhaftesten Erfolg in der australischen Formel Ford.

2000 errang Phil Hellebrekers in Neuseeland den ersten internationalen Titel für die Marke. 2006 entstand der Spectrum Modell 011 für die Meisterschaft im Vereinigten Königreich. Auf der GP-Strecke in Brands Hatch errang John Martin beim ersten Einsatz einen Sieg. Dieser Sieg veranlasste BRD, mit der Mark Bailey Racing Ltd. einen Vertreter für das Vereinigte Königreich zu ernennen, in dessen Bemühungen in der Übernahme des Spektrum-Fahrgestells durch das in der britischen Meisterschaft führende Team, Kevin Mills Racing, im Jahre 2008 erreicht werden konnte. Mit diesem Team errang das Spectrum-Chassis 2008 und 2009 Pole Positions und Siege und war regelmäßig auf den ersten Plätzen der britischen Wettbewerbe vertreten.

BRD baute nicht nur seinen Ruf als Siegerteam aus, sondern baute auch ein Geschäft als Spezialhersteller auf. Diese Geschäftssparte beschäftigt sich mit Fahrzeugen für Daytona-Sportwagen-Wettbewerbe, Restaurierungen historischer Rennfahrzeuge und Fertigung von Sonderteilen für die Motorsportindustrie.

Im Laufe des Jahres 2007 wurde die Fabrikfläche in Braeside (Victoria) auf das Doppelte vergrößert, um die bisherigen Aufgaben zu bewältigen und Platz für neue Projekte zu schaffen. Eines der ersten neuen Projekte war der Spectrum F2000 (der Rennwagen mit Slicks und Flügeln für den US-Markt) und der Sabre 02 Formula Vee 1600.

Fahrzeuge

Spectrum Formula Ford

Der Einsatz des Ford-Duratec 1600-Motors (aus dem straßentauglichen Ford Fiesta) in der Formel Ford sowohl im Vereinigten Königreich als auch in Australien ab der Saison 2006 bot die Möglichkeit, die neue Evolutionsstufe der Spectrum-Reihe, den 011, herauszubringen. Nach dem Erfolg des 2010 in den Jahren 2004 und 2005 lag der Fokus beim 011 auf dem Feintuning des Fahrgestells und des Fahrwerks, um die Vorteile des reduzierten Gewichtes und der höheren Leistung des neuen Motors voll nutzen zu können.

Das neue Modell konnte sofort Erfolge verzeichnen; John Martin gewann in der Fiesta-befeuerten Formal Ford den australischen Titelgewinn 2006. In dieser Saison baute BRD auch einen Spectrum 011 nach dem Reglement des Vereinigten Königreiches. John Martin fuhr daraufhin einen Sieg in Brands Hatch auf dem Präsentationswochenende des Autos ein. Das 011er-Fahrwerk dominierte die australische Meisterschaft und wurde auch international bekannt.

Diese Entwicklung setzt das Unternehmen fort und der Spectrum 012 Formula Ford von 2010 wurde an Chassis und Karosserie überarbeitet, was sowohl die Fahrleistungen als auch die Sicherheit des Autos verbessern sollte. Erkenntnisse aus dem Windtunnel und aus der Fahrerprobung führten zu einer weiteren Verbesserung in dieser Klasse. Der optimierte Luftstrom über dem Auto und durch den Motor sorgte für eine höhere Endgeschwindigkeit durch höhere Motorleistung und geringeren Luftwiderstand.

Die Karosserie von 2010 bot besseren Schutz für den Kopf des Fahrers und gleichzeitig bessere Rundumsicht. Der vergrößerte Raum für den Fahrer führte zu einer niedrigeren Sitzposition, die – besonders für größere Fahrer – den Komfort und die Sicherheit vergrößerte, sowie die mögliche Höchstgeschwindigkeit durch einen niedrigeren Schwerpunkt erhöhte. Der neue Spektrum war noch praktikabler und fahrerfreundlich als der vorhergehende. Auch die Standzeiten für Teileauswechslungen und Reparaturen wurden verringert, was die Rennzeiten für Teams und Fahrer verlängerte.

Als Demonstration für die Weiterentwicklung des Spectrum-Fahrgestells durch Borland Racing Developments kann die Tatsache gelten, dass Chaz Mostert die Eröffnungsrunde der Genuine Ford Parts Australian Formula Ford Championship dominierte, die gleichzeitig der erste Wettbewerb für den Spectrum 012 war. Mostert qualifizierte sich mit dem Synergy Motorsport Spectrum 012 auf der Pole Position und gewann die Runde, wobei er einen neuen Rundenrekord aufstellte.

Wie bei allen Modellen seit 2004 bot auch der neue Spectrum serienmäßig einige Leichtbaukomponenten:

  • Einstellbare Stoßdämpfer von Bespoke Penske
  • Spurstangenköpfe in Flugzeugqualität mit sphärischen Lagern von NMB
  • Datalog-System von MoTeC SDL
  • Kabelbaum und Elektrostecker in Motorsportqualität
  • Bremsen, Kraftstoff- und Ölleitungen in Motorsportqualität
  • Feuerlöscher, Rennnetz und Tank nach FIA-Standard
  • Serienmäßiges Betankungssystem in Motorsportqualität
  • Von Mark Bailey Racing überarbeitetes Hewland-LD200-Getriebe

Spectrum FF1600

Alle erprobten Ausstattungsdetails des Spectrum Formula Ford sind auch in den FF1600-Rennwagen eingebaut. Spezielle FF1600-Autos können fertig von der Fabrik erworben werden oder man kann alle Teile kaufen, die notwendig sind, um einen Spectrum Formula Ford in einen FF1600 umzubauen. Der Spectrum FF1600 wird nach den selben Ausführungsstandards wie der Formula Ford gebaut, einschließlich des leichten Antriebsstrangs und den qualitätsvollen Installationen.

BRD baute die FF1600 seit den 1980er-Jahren und sammelte viele Renn- und Wettbewerbssiege zu Hause und auch international. 2009 gewann Jesse Fenech die Victoria State FF1600 Championship mit einem Spectrum 010b und Ben Norton fuhr den Wiltshire College Spectrum 011 zum Sieg in der Castle Combe FF1600 Championship, damals vermutlich die beiden schwierigsten FF1600-Meisterschaften der Welt. Mit dem i gewannen Norton und das Wiltshire-College-Team die Castle Combe Carnival, wodurch Norton erst der zweite Fahrer wurde, der beide Siege im gleichen Jahr errungen hatte.

Sabre Formula Vee

Von 1993 bis 2000 verkaufte BRD 23 Sabre 01-Formel-V-Rennwagen. Technische Änderungen in der Formel V und der schnell steigende Bedarf an Spectrum Formula Ford sorgten dafür, dass das Formel-V-Projekt einige Jahre nicht verfolgt wurde.

2007 war die V-Kategorie erfolgreich zu den FV1600-Vorschriften übergegangen und die Klasse erfreute sich großen Wachstums. Neue Werksgebäude und ein vergrößerter Personalstand versetzte BRD in die Lage, mit der Entwicklung ihrer zweiten Generation von Formel-V-Fahrzeugen, dem Sabre 02, der genau nach den FV1600-Vorschriften konzipiert war, zu beginnen. Der Prototyp wurde im Jahre 2008 entworfen und gebaut, dann folgten 2009 umfangreiche Tests auf der Rennstrecke. Als der Wagen in den Tests Rundenrekorde erreichte, war er produktionsreif und Ende 2009 wurden die ersten Bestellungen angenommen.

Der neue Sabre beruhte auf den profunden Erfahrungen von BPD mit Rennwagen ohne Radabdeckungen. Der Sabre 02 hatte mit dem Spectrum 012 Formula Ford viele Komponenten gemein, wie z. B. die wichtigsten Karosserieteile. Der Sabre 02 erreichte, wie der Spectrum, von Anfang an Siege. Daniel Reinhardt fuhr den Sabre 02 des Junior Racing Developments Team zu einer Pole Position, gewann alle vier Rennen und erreichte einen neuen Rundenrekord auf dem Sandown International Raceway.

Wie auch der Spectrum Formula Ford ist der Sabre Formula Vee mit den besten verfügbaren Komponenten ausgerüstet:

  • Einstellbare Stoßdämpfer von Bespoke Penske
  • Spurstangenköpfe in Flugzeugqualität mit sphärischen Lagern von NMB
  • Datalog-System von MoTeC SDL
  • Kabelbaum und Elektrostecker in Motorsportqualität
  • Bremsen, Kraftstoff- und Ölleitungen in Motorsportqualität

Der Sabre Formula Vee werden in Australien von BRD und Junior Racing Developments (JRD) als Händler für Neuwagen und Teilelieferanten unterstützt. JRD hat ein großes Teilelager und ist bei allen wichtigen Formel-V-Rennen vor Ort.

Trivia

Michael Borland ist der Neffe von Brian Shead von Cheetah Racing Cars.

Weblinks


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