- Friedrich Degeler
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Friedrich Degeler (* 2. August 1902 in Heidenheim an der Brenz; † 9. März 1989) war ein deutscher Politiker der CDU und von 1968 bis 1972 Abgeordneter im Landtag von Baden-Württemberg.
Leben
Friedrich Degeler wurde als jüngstes Kind einer Küferfamilie in Heidenheim geboren. Er wuchs in einem altpietistischen und christlichen Elternhaus auf. Sein Vater war Küfermeister und Weinhändler.
Friedrich Degeler besuchte die örtliche Elementar- und Oberrealschule, die er 1920 mit dem Abitur abschloss. Er schrieb sich an der Hochschule Hohenheim ein, um dort Tiermedizin zu studieren. Nach dem Tod seines älteren Bruders während des Ersten Weltkriegs brach er auf Wunsch der Eltern das Studium ab und erlernte das Küferhandwerk. 1927 legte er die Meisterprüfung ab. Als der Zweite Weltkrieg ausbrach, wurde Friedrich Degeler zur Polizei eingezogen und kehrte erst 1949 aus russischer Gefangenschaft zurück.
Schon vor dem ersten Weltkrieg nahm Friedrich Degeler eine bedeutende Rolle in der Stadt Heidenheim ein. Von 1932 bis 1935 war er im Gemeinderat tätig und seit 1928 Mitglied des evangelischen Gemeinderats. Er war Mitglied des CVJM, seit 1934 gehörte er der Bekennenden Kirche an. Als aktiver Altpietist war er in der evangelischen Muttergemeinde und im Chor, dessen Leitung er später übernahm, aktiv.
In Folge dieser Tätigkeiten geriet Friedrich Degeler oft in Streitigkeiten mit den Nationalsozialisten und wurde sogar inhaftiert, da er besonders für den christlichen Religionsunterricht in den Schulen eintrat.
Die meisten dieser Tätigkeiten nahm er nach seiner Rückkehr aus russischer Gefangenschaft wieder auf. 1953 übernahm Degeler für zehn Jahre das Amt des Kreishandwerkmeisters. Im selben Jahr wurde er in den Kreistag und den Gemeinderat und zum Stellvertreter des Oberbürgermeisters gewählt. 1962 wurde er Präsident der Handwerkskammer Ulm und trug dazu bei, dass das Berufsbildungszentrum der Handwerkskammer Ulm entstand. Seit 1958 war er Mitglied im Aufsichtsrat der Heidenheimer Volksbank und seit 1968 Aufsichtsratsvorsitzender. 1968 wurde er Abgeordneter im Landtag von Baden-Württemberg.
Ehrungen
- Goldene Ehrennadel des Baden-Württembergischen Handwerkskammertages
- 1967 Bundesverdienstkreuz erster Klasse
- 1975 Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg
Der Platz vor dem Rathaus in Heidenheim wurde nach Degeler benannt. Dort findet ihm zu Ehren jedes Jahr im Sommer das Küferfest statt, das an den „Hoidamer“ Küfer Friedrich Degeler der Stadt Heidenheim erinnert.
Literatur
- Schlossblick 3/05
- Hans Wulz: Heidenheimer Originale. Kopp Verlag 1987.
- Gerhard Schweier: Namhafte Heidenheimer. Kopp Verlag 1968.
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