Isla de Cuba

Isla de Cuba
Flagge
der Kreuzer Isla de Cuba
der Kreuzer Isla de Cuba
Übersicht
Typ Geschützter Kreuzer
Namensgeber die Insel Kuba,
Einheiten Armstrong, Mitchell & Co., Elswick Bau-N° 498
Kiellegung 25. Februar 1886
Stapellauf 11. Dezember 1886
Indienststellung 22. September 1887
Verbleib am 1. Mai 1898 selbstversenkt

1900 - 1912 Kanonenboot USS Isla de Cuba
1912 - 1940 Kanonenboot Mariscal Sucre (Venezuela)

Technische Daten
Verdrängung

1038 ts

Länge

56,32 m p.p.,
60,0 m über alles

Breite

9,13 m

Tiefgang

3,8 m

Besatzung

70 - 164 Mann

Antrieb

2 Zylinder-Kessel,
2 Dreifach-Expansionsmaschinen
1897, mit Gebläse 2627 PSi,
2 Schrauben

Geschwindigkeit

14,2, bei künstlichem Zug 15,92 kn

Reichweite

2000 sm (160 t Kohle)

Bewaffnung

• 4 × 120 mm-Kanonen González Hontoria
• 4 × 57 mm-Nordenfeldt-Schnellfeuergeschütze
• 2 × 37 mm-Hotchkiss-Revolverkanonen
• 1 × Maschinengewehr
• 3 × 356 mm-Torpedorohre

Kohlenvorrat

164 ts, max. 200 ts

Panzerung
Deck


25 - 37 mm

Kommandoturm

50 mm

Bewaffnung
ab 1900

4 × 102-mm-L/40-Kanonen
4 × 6-Pounder-Schnellfeuergeschütze
3 × 356-mm-Torpedorohre

Schwesterschiffe

Isla de Luzon,
Marques de la Ensenada

Die Isla de Cuba war das zweite Schiff einer Klasse kleiner Geschützter Kreuzer der Spanischen Marine. In der Schlacht in der Bucht von Manila versenkte die Besatzung das Schiff selbst. Die amerikanischen Eroberer hoben das Schiff und setzten es wieder instand.

Als Kanonenboot USS Isla de Cuba kam der ehemals spanische Kreuzer 1900 in den Dienst der US Navy. Zuerst wurde sie im Kampf mit den philippinischen Rebellen eingesetzt. Ab 1904 in den USA, wurde sie 1907 Schulschiff für Reservekräfte der Marinemiliz.

1912 wurde das Kanonenboot nach Venezuela verkauft und blieb als crucero Mariscal Sucre bis zum Abbruch 1940 im Dienst.

Inhaltsverzeichnis

Baugeschichte

Die Isla de Cuba wurde auf der britischen Werft Armstrong, Mitchell & Co. in Elswick bei Newcastle-upon-Tyne zum Preis von 2,4 Millionen Peseten gebaut. Nach der Kiellegung am 25. Februar 1886 zusammen mit dem Typschiff Isla de Luzon lief sie einen Monat nach diesem am 11. Dezember 1886 vom Stapel und wurde mit dem Typschiff zusammn bis zum 22. September 1887 fertiggestellt[1]. Die kleinen Geschützten Kreuzer hatten einen Stahlrumpf und einen Schornstein[2]. Die Schiffe waren für ihre Länge sehr breit und zeigten nur mäßige Seeeigenschaften, da der Bug leicht von Wellen begraben wurde [1]. Wegen der geringen Größe wurde die Kreuzer 1898 meist als Kanonenboote bezeichnet.

Bewaffnet war die Isla de Cuba mit vier 120-mm-L/35 Kanonen der spanischen Bauart Hontoria, dazu vier von Armstrong in Lizenz gefertigten Schnellfeuergeschützen der Bauarten 6-Pfünder-57 mm-L/43-Nordenfeldt und 37-mm-L/20-Hotchkiss-Revolverkanone, einem Maschinengewehr und drei 356-mm-Torpedorohren.

Einsatzgeschichte

Nach ihrer Fertigstellung liefen die beiden kleiner Kreuzer am 6.Januar 1888 gemeinsam von Newcastle-upon-Tyne nach Spanien und die Isla de Cuba kam zur spanischen Mittelmeerflotte. Sie nahm 1893/94 wie die Isla de Luzon am Rifkrieg teil und beschoss ebenfalls Landziele zwischen Melilla und Chafarinos. Als die Philippinische Revolution 1896 ausbrach, wurde sie auch zu den Philippinen entsandt und dort Teil des Geschwaders unter Konteradmiral Patricio Montojo y Pasarón.[1]

Beide Schwesterschiffe gehörtem zu Montojo's Geschwader, als der Spanisch-Amerikanische Krieg im April 1898 ausbrach. Sie ankerten mit dem Geschwader in Cañacao Bay nahe der Halbinsel von Cavite, Luzon, acht Meilen südwestlich von Manila, als am frühen Morgen des 1. Mai 1898 das Pazifikgeschwader der United States Navy unter Commodore George Dewey den Ankerplatz der Spanier entdeckte und angriff. Die sich entwickelnde Schlacht in der Bucht von Manila war das erste größere Gefecht des Spanisch-Amerikanischen Krieges[3]

Das amerikanische Geschwader passierte feuernd mehrfach die spanischen Schiffe. Anfangs konzentrierten Dewey's Schiffe ihr Feuer auf Montojo's Flaggschiff, den Kreuzer Reina Cristina[4]sowie den Kreuzer [5], während die Isla de Luzón nur geringe Schäden erlitt. Als die Reina Cristina ausfiel, gingen die Isla de Luzón und die Isla de Cuba unter schweren amerikanischen Feuer längsseits, um dem Flaggschiff Hilfe zu leisten. Montojo stieg auf die Isla de Cuba um, die damit das Flaggschiff des geschlagenen Geschwaders wurde[1].

Das Wrack der Isla de Cuba

Da Montojo's Geschwader schwer beschädigt war, wurde die Isla de Cuba, die 5 Treffer erhalten hatte, von der Besatzung in flachem Wasser selbstversenkt, um eine Inbesitznahme durch die Amerikaner zu verhindern. Ihre Aufbauten blieben nach der Selbstversenkung über Wasser und das Kanonenboot [1]. Auch das Schwesterschiff Isla de Luzon versenkte sich selbst und wurde von der Petrel in Brand gesteckt.

Nachdem die Vereinigten Staaten die Philippinen besetzt hatten, nahm die United States Navy das Wrack in Besitz, hob es und schleppte das Schiff nach Hongkong, wo es repariert wurde. 1900 kam das instandgesetzte Schiff als Kanonenboot USS Isla de Cuba in den Dienst der Vereinigten Staaten[1]. Ebenso verfuhr die US Navy mit der Isla de Luzon, die allerdings in Singapur instand gesetzt wurde.

United States Navy

US flag 48 stars.svg

Die USS Isla de Cuba kam am 11. April 1900 in Hongkong unter Lieutenant J. N. Jordan in den Dienst der United States Navy. Die spanischen 120 mm-Kanonen hatte man entfernt und durch vier auf dem Vordeck und der Poop stehende 4-Zoll-(102-mm)-L/40-Kanonen ersetzt.

Nach ihre Jungfernfahrt im amerikanischen Dienst von Hongkong zu den Philippinen, diente sie dort als Versorgungs- und Wachschiff. In Ormoc auf Leyte gab sie am 17. November 1900 ein Battalion an Land, um die Stadt zu verteidigen, da die dortige Armeegarnision die Stadt verlassen hatte, um Aufständische zu verfolgen. Das Kanonenboot blieb zur Unterstützung bis zum 8. Dezember ebenfalls vor Ort. Anfang 1901 erkundete und vermaß sie die Ankerplätze bei Ormoc und den Hafen von Parasan. Sie wurde dann dem Südlichen Geschwader zugeteilt, das die Aufständischen von ihren Vorräten auf Samar abschnitt, die Gefangennahme von Vicente Lukbán, dem Führer der Rebellen von Samar, unterstützte und die enge Blockade von Samar durchführte, was alles den Abschluss eines Waffenstillstandes beschleunigte. Zeitweise war die Isla de Cuba zusammen mit der Isla de Luzon im Einsatz.

Am 4. März 1904 endete der Einsatz der USS Isla de Cuba in den Philippinen, als sie Cebu verließ. Nach Eintreffen in den Vereinigten Staaten stellte sie am 9. Juni in Portsmouth (New Hampshire) außer Dienst, Sie wurde dort repariert und instand gehalten, bis sie am 21. März 1907 der Naval Militia von Maryland als Schulschiff zugewiesen wurde. Vor 1908 erhielt die Isla de Cuba zwei sehr dünne Schornsteine (wie auch die Isla de Luzon); auch wurde während ihrer Zugehörigkeit zur US Navy die Bewaffnung mehrfach verändert[6].

Im Dienst Venezuela´s

Flag of Venezuela (1905-1930).svg
Die Mariscal Sucre 1924
im Dock in Puerto Cabello

Am 2. April 1912 wurde die USS Isla de Cuba in Charleston (South Carolina) an die Republik Venezuela verkauft, die mit dem inzwischen 26 Jahre alten Kanonenboot erstmals ein Militärschiff erwarb. Sie wurde nach dem Marshall Antonio José de Sucre umbenannt in Mariscal Sucre und diente in der Marine Venezuelas bis zu ihrem Abbruch 1940.

Nachweise

  1. a b c d e f The Spanish-American War Centennial Website: Isla de Cuba
  2. Conway's All the World's Fighting Ships 1860–1905, S. 384
  3. Nofi, S. 17ff.
  4. Reina Cristina, 1887 vom Stapel, 3042 t, 6 160-mm-Kanonen
  5. Castilla, 1881 vom Stapel, 3289 t, 4 150mm- und 2 120-mm-Kanonen
  6. Navsource.org: USS Isla de Cuba 1905, 1910 und 1911 Bewaffnungsänderungen, Postkarte von 1908 mit Doppelschornstein

Literatur

  • John D. Alden: The American Steel Navy: A Photographic History of the U.S. Navy from the Introduction of the Steel Hull in 1883 to the Cruise of the Great White Fleet, 1907–1909, Naval Institute Press, Annapolis, Maryland (1972), ISBN 0870212486.
  • Peter Brooke: Warships for Export: Armstrong Warships 1867–1927, World Ship Society, Gravesend (1999), ISBN 0-905617-89-4
  • Roger Chesneau, Eugene M. Kolesnik (Hrsg.): Conway's All The World's Fighting Ships 1860–1905, Mayflower Books Inc., New York (1979), ISBN 0831703024.
  • Randal Gray (Hrsg.): Conway's All The World's Fighting Ships 1906–1921, Naval Institute Press, Annapolis, Maryland (1985), ISBN 0870219073.
  • Albert Nofi: The Spanish-American War, Combined Books Inc., Conshohocken, Pennsylvania (1996), ISBN 0938289578.

Weblinks


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