Metta von Schwaben

Metta von Schwaben

Metta von Schwaben (* 1636 auf Gut Dänisch-Lindau; † 1709 in Uetersen) war eine Wohltäterin, Konventualin, Priorin und die letzte und einzig bekannte Person des 1709 ausgestorbenen alten holsteinisches Adelsgeschlecht von Schwaben.

Leben

Metta von Schwaben stammte aus dem Hause Lindau an der Schlei. Sie kam als junge Frau in das Kloster Uetersen. Dort war sie 35 Jahre Konventualin und 16 Jahre (1693-1709) Priorin des Klosters. Während ihrer Zeit setzte sie sich für den weiteren Aufbau des von Ernst Albrecht von Eberstein im Dreißigjährigen Krieg zerstörten Klosters ein. Sie erhob mehrmals Klage in Namen der Konventualinen gegen die Obrigkeit, dass man im Kloster „vor Schnee und Regen nicht sicher sei“ und man darin „nicht ohne Lebensgefahr wohnen könne“. Am 8. Februar 1701 verfügte sie in einem Testament: „Ich Metta von Schwaben als die letzte dieses Namens und des uralten Holsteinischen Geschlechtes … aus sonderbare Neigung zu diesem Ort (Kloster Uetersen) … vermache 600 Mark … die hiesige Kirche (Klosterkirche Uetersen) vergrößert und verbessert werde, wozu selbiges Geld ohne Bedenken mit zu gebrauchen“. 1748 hatte sich das Kapital verfünffacht und wurde bestimmungswidrig vom Konvent ausgegeben. Nach jahrzehntelangen Streit kam es zum Vergleich und das Kloster übernahm die finanzielle Verantwortung für die Glocken, Orgel und Uhr der Klosterkirche.

Metta von Schwaben verstarb 1709 im Kloster Uetersen, die folgende Beisetzung fand unter großer Anteilnahme der Uetersener Bevölkerung statt. Heute erinnert ein großes Grabmal mit Grabplatte auf dem Jungfernfriedhof des Klosters an sie und das ausgestorbene Adelsgeschlecht.

Literatur

  • Johann Friedrich Camerer: Vermischte historisch-politische Nachrichten in Briefen von einigen merkwürdigen Gegenden der Herzogthümer Schleßwig und Hollstein, ihrer natürlichen Geschichte und andern seltenen Alterthümern Seite 214-223 (Flensburg und Leipzig 1758-1762)
  • Hans Ferdinand Bubbe: Versuch einer Chronik der Stadt und des Klosters Uetersen Band 1 Kapitel I Seite 57-60 (1932)
  • Doris Meyn: Liste der Pröbste und Priörinen des Klosters Uetersen bis zum Ausgang des 17. Jahrhunderts GFSH 1976
  • Erwin Freytag: Liste der Pröbste und Priörinen an dem Zisterzienser Nonnenkloster und späteren Adliden Kloster zu Uetersen Jahrbuch für den Kreis Pinneberg (Seite 42) 1970
  • Elsa Plath-Langheinrich: Als Goethe nach Uetersen schrieb: Das Leben der Conventualin Augusta Louise Gräfin zu Stolberg-Stolberg (Seite 84 und 137) Wachholtz Verlag 1989. ISBN 3529026956
  • Elsa Plath-Langheinrich: Kloster Uetersen in Holstein. Mit Zisterzienserinnen und Adeligen Stiftsdamen durch acht Jahrhunderte (Seite 38, 90, 91 und 121). Wachholtz, Neumünster 2008 ISBN 978-3-529-02813-7
  • Elsa Plath-Langheinrich: Das Kloster am Uetersten End (Seite 27) C.D.C. Heydorns Verlag 2008

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