- Police Grand-Ducale
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Die Police Grand-Ducale (deutsch Polizei des Großherzogtums) ist ein Organ der Exekutive in Luxemburg. Sie untersteht dem Innenministerium und wurde in ihrer heutigen Form am 1. Januar 2000 gegründet, als sie mit der Gendarmerie zusammengelegt wurde. Sie ist für die Innere Sicherheit, Aufrechterhaltung der Öffentlichen Ordnung sowie die Durchsetzung der Gesetze verantwortlich.[1]
Inhaltsverzeichnis
Geschichte
Die Wurzeln dieser beiden Organisationen gehen auf das Jahr 1733 bzw. bis ins 13. Jahrhundert zurück.[2] Während die Geschichte der Gendarmerie aus der Zeit der französischen Besatzung im damaligen Département Forêts begann und damit vergleichsweise jung war, gehen die Wurzeln der Polizei bis ins 13. Jahrhundert zurück. Gräfin Ermesinde II. konnte zu ihren Lebzeiten nicht nur ihr Herrschaftsgebiet verdreifachen, sie erhöhte durch eine umfassende Verwaltungsreform auch den Wohlstand und die Sicherheit. Unter Anwendung des Rechts von Beaumont[3] „befreite“ sie viele Städte und Dörfer. Nach der heutigen Quellenlage waren die Hauptaufgaben der damaligen Polizei:
- Patrouille zur Verbrechensvorbeugung
- Festsetzung von Deserteuren und Vagabunden
- Überwachung der Sonn- und Feiertagsruhe
- Überwachung der Schulpflicht
ab 1531 kamen die folgenden Aufgaben zur Gewährung von „Einheit und gegenseitigem Verständnis zwischen den Untertanen und Seiner Majestät“ hinzu:
- Währungs- und Zollüberwachung, Notare, Konkurswesen
- Monopolwesen und Lebensmittel- und Preiskontrolle
- Aufsicht von Obdachlosen, Armen, Landstreichern
- Aufgaben des Standesamtes: Widmungen, Hochzeiten
- Einschreiten bei Mord, Trunkenheit, Pferdediebstahl, Lästerer
Mit der Einführung einer einheitlichen und funktionsfähigen Verwaltung nach der Französischen Revolution entfielen einige Aufgaben wieder. Fokus der Arbeit war jetzt „de veiller et tenir la main, dans l'étendue de chaque municipalité, à l'exécution des lois et règlements de police“ (etwa: „zu überwachen und, in Dienstbesorgung für die jeweilige Gemeinde, die Strafverfolgung und polizeiliche Vorschriften festzusetzen“), bis heute Schwerpunkt der Polizeiarbeit.
Seit 1930 ist die Luxemburger Polizei verstaatlicht. In den Jahren 1952 bis 1989 wurden insgesamt vier Polizeireformen durchgeführt: Seit 1952 trägt die Polizei – sicher auch wegen der unliebsamen deutschen Besatzung – nicht mehr die Bezeichnung Localpolizei sondern Police. Außerdem wurde in diesem Jahr die Polizei der Armee rechtlich gleichgestellt, die somit mehr Machtbefugnisse bekam. 1980 sind sämtliche Einschränkungen einer territorialen Befugnis weggefallen, sodass keine landesinternen Grenzen die Strafverfolgung behindern.[2] Nach wie vor sind Teile der Ausbildung sowie sämtliche Dienstgrade bei Armee und Polizei identisch. Auch finden Versetzungen von Beamten zwischen beiden Armen der Exekutive statt.
Organisation
Die Police Grand-Ducale hat heute (Stand: 1. Halbjahr 2011) über 80 Dienststellen, verteilt auf folgende Abteilungen:
- Generaldirektion
- 6 Nationale Einheiten (Services centraux)
- Service de Police Judiciaire (SPJ)
- Unité Centrale de Police de la Route (UCPR)
- Unité Centrale de Police à l'Aéroport (UCPA)
- Unité de Garde et de Réserve Mobile (UGRM)
- École de Police (EP)
- Unité Spéciale (USP)
- 6 Polizeiregionen (Circonscriptions régionales)
- Polizeiregion Kapellen (CR Capellen)
- Polizeiregion Diekirch (CR Diekirch)
- Polizeiregion Esch/Alzette (CR Esch/Alzette)
- Polizeiregion Grevenmacher (CR Grevenmacher)
- Polizeiregion Luxemburg (CR Luxembourg)
- Polizeiregion Mersch (CR Mersch)
Die Direktionsabteilung (Direction Générale) ist in dem Gebäude auf "Kalchesbréck" (Findel) untergebracht.
Die sechs Nationalen Einheiten sind alle im Umkreis von Luxemburg-Stadt angesiedelt, SPJ in Hamm, UCPR in Bartringen, UCPA, UGRM, USP auf Findel und EP in Bonneweg.
Die Direktionen der sechs Polizeiregionen (CR) sind in Capellen, Diekirch, Esch-sur-Alzette, Grevenmacher, Luxemburg-Stadt und Mersch angesiedelt. Jede von diesen 6 Polizeiregionen setzt sich neben der Regionaldirektion, aus einem regionalen "Centre d'Intervention Principal" (CIP), mehreren regionalen "Centres d'Intervention Secondaires" (CIS) sowie den lokalen "Commissariats de Proximité" (CP) zusammen. Jede Polizeiregion verfügt ausserdem über einen "Service de Recherche et d'Enquête Criminelle" (SREC) und über einen "Service Régional de Police de la Route" (SRPR).
CR CIP / CIS CP Bevölkerung
(2005)Fläche
(km²)Capellen Capellen Bertrange, Capellen, Steinfort, Strassen 43.134 208,17 Diekirch Diekirch Diekirch, Ettelbruck, Vianden 33.090 320,71 Troisvierges Clervaux, Hosingen, Troisvierges 12.625 316,80 Wiltz Bavigne, Heiderscheid, Wiltz 12.460 264,55 Esch-sur-Alzette Differdange Belvaux, Bascharage, Differdange, Pétange, Rodange 54.459 77,67 Dudelange Bettembourg, Dudelange, Roeser 36.104 102,17 Esch Esch-Nord, Esch-Sud, Kayldall, Mondercange, Schifflange 57.824 99,14 Grevenmacher Echternach Echternach, Junglinster 20.499 240,92 Grevenmacher Grevenmacher, Niederanven, Roodt-Syre, Wasserbillig, Wormeldange 28.287 243,97 Remich Mondorf, Moutfort, Remich 20.605 125,63 Luxembourg Luxembourg Hesperange, Luxembourg, Walferdange 94.552 85,74 Mersch Mersch Larochette, Mersch 26.886 233,40 Redange Grosbous, Rambrouch, Redange 14.499 267,49 Gesamt 455.024 2.586 Die zentrale, landeseinheitliche Rufnummer lautet 113.
Bisherige Generaldirektoren
2000-2001 Charles BOURG
2001-2008 Pierre REULAND
2008-2011 Romain NETTGEN
Einzelnachweise
Kategorie:- Polizei (Luxemburg)
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