Veilcheneis

Veilcheneis
Wildes Veilchen, die Hauptzutat für das Veilcheneis
Kaiserin Elisabeth liebte Veilchen und das Veilcheneis
Café Gerbeaud in Budapest
Das Interieur der k.u.k. Hofzuckerbäckerei Demel Wien

Veilcheneis ist eine österreichische Eisspezialität, die durch die Vorliebe von Kaiserin Elisabeth Berühmtheit erlangte und auch heute noch in traditionellen Cafés wie Demel in Wien oder im Schlosshotel Oth in Baden bei Wien angeboten wird.[1][2]

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Der Hofzuckerbäcker der Kaiserin Gustav Seitz musste die Monarchin auf längeren Reisen begleiten. Da das Rezept nach Demel äußerst schwierig zu handhaben ist, entwarf der Koch und Konditor Friz Häring aus Tutzing am Starnberger See ein einfacheres Rezept. Anregung dazu erhielt er von der Journalistin und Reiseschriftstellerin Heidi Weidner-Weiden.[3]

Beim Veilcheneis der Kaiserin Elisabeth handelt es sich eigentlich um ein Sorbet, da es keine Milch enthält. Zu Lebezeiten Sisis war der Name "Gefrorenes" gebräuchlich.[4]

Im Schloss Gödöllő kann man heute noch die Sissi-Gemächer besichtigen. Die Tapeten sind in kräftigem Violett gehalten, inspiriert von Sissis Lieblingsblume, dem Veilchen. Das Veilcheneis wurde in Ungarn vom Café Gerbeaud bezogen.[5]

Sisi pflegte mit Sport und Diäten ihre schlanke Gestalt zu erhalten. Das Veilcheneis war fixer Bestandteil ihrer Diäten, wie die Historikerin Brigitte Hamann bestätigte.[6] Kaiser Franz Joseph bat seine Frau in Briefen vergebens, ihre Diäten aufzugeben, zu denen auch die Diät bestehend aus täglich nur zwei Orangen und Veilcheneis gehörte, wie Sigrid-Maria Größing beschreibt.[7]

Trivia

Eine Verkostung von Veilcheneis ist Teil einiger Wiener Stadtführungen.[8][9]

Gefrorenes erfreute sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit. Moritz Gottlieb Saphir schrieb in einem Gedicht, das sich auf das Kaffeehaus Schreiner in Baden bei Wien bezog:

Von drei bis vier da fehlet keiner,
ein Bündnis ist es ein geschworenes,
Sie sitzen alle da bei Schreiner,
und rauchen ein Gefrorenes.[4]

Im 3sat wurde im Juli 2009 ein Dokumentarfilm mt dem Titel "Die große Lust - Eine kulinarische Zeitreise" ausgestrahlt, in dem auch von Sisis Veilcheneis berichtet wurde. [10]

Zubereitung nach Demel

Der ausgepresste Saft von Veilchen wird mit Zucker vermischt und – wie bei der Herstellung von Zuckerwatte – zum „Spinnen“ gebracht, d. h. bis zu seinem Fließpunkt von 150° C erhitzt. Danach wird die Masse leicht abgekühlt und bei lauwarmer Temperatur in einer Schüssel gerührt und dabei weiter abgekühlt. Für diese Prozedur verwendet man einen Holzstiel, der am unteren Ende zu einer Kugel ausgeformt ist. Das Sorbet wird mit Champagner oder Likör aromatisiert.

Einzelnachweise

  1. Demel - Hinweis, dass Kaiserin Elisabeth hier ihr Veilchen-Eis gegessen hat auf Wien erleben (abgerufen am 24.Oktober 2009)
  2. Elisabeths Veilcheneis in Baden bei Wien (abgerufen am 24. Oktober 2009)
  3. Gerhard Tötschinger: Wünschen zu speisen? Ein kulinarischer Streifzug durch die Länder der Donaumonarchie - Geschichten und Gerichte. Amalthea Verlag Wien ISBN 3-85002-384-2 (Seite 77)
  4. a b Gerhard Tötschinger: Wünschen zu speisen? Ein kulinarischer Streifzug durch die Länder der Donaumonarchie - Geschichten und Gerichte. Amalthea Verlag Wien ISBN 3-85002-384-2 (Seite 76)
  5. Sisi-Gemächer in Schloss Gödöllö (abgerufen am 24.Oktober 2009)
  6. http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-14318140.html Brigitte Hamann über Sisis Diäten inkl Veilcheneis
  7. Sigrid-Maria Größing: Sisi, eine moderne Frau Molden Verlag; Auflage: 1., Aufl. (September 2007) ISBN 978-3-85485-212-4 (Seite 182)
  8. Offizielle Homepage von Wien Tourismus – Auf den Spuren der Habsburger inkl. Veilcheneis beim Demel(abgerufen am 24. Oktober 2009)
  9. Sisis Veilcheneis essen im Rahmen einer Stadtführung durch Wien (abgerufen am 24. Oktober 2009)
  10. Kaiserin Elisabeth und ihr Veilchen-Eis Dokumentarfilm: Die große Lust - Eine kulinarische Zeitreise ausgestrahlt am 5.Juli 2009 auf 3sat

Literatur


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