E. F. Burian

E. F. Burian

Emil František Burian (* 11. Juni 1904 in Pilsen; † 9. August 1959 in Prag) war ein tschechischer Komponist und Dramaturg.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Burian war am Prager Konservatorium Schüler von Josef Bohuslav Foerster. Sein Onkel war der Tenor Karel Burian, der als Wagner-Sänger bekannt wurde. Sein Großneffe Jan Burian (* 1952 in Prag) ist ein in der Tschechischen Republik bekannter Liedermacher.

Er war Mitglied des Vereins der modernen Kultur Devětsil. 1926 bis 1927 arbeitete er auf dem Befreiten Theater (Osvobozené divadlo), das er nach Auseinandersetzungen mit Jindřich Honzl zusammen mit Jiří Frejka verließ und ein eigenes Theater das (divadlo Da-Da) gründete. Daneben arbeitete er mit dem Schauspielhaus Modernes Studio (Moderní studio) zusammen.

1923 trat er in die kommunistische Partei KSČ ein - aus Überzeugung, was auch sein späteres Wirken stark beeinflusste. 1927 gründete er die musikalisch recitative Theatergruppe Voiceband.

Des Weiteren gründete er 1933 das avantgardistische Theater D 34 in Prag, das er bis 1940 und wieder ab 1945 bis zu seinem Tode leitete.

Zwischen 1940 und 1945 war er im Konzentrationslager Theresienstadt, später in Dachau und schließlich in Neuengamme inhaftiert. In seiner freien Zeit widmete er sich illegal der Organisation von kulturellen Veranstaltungen für die Inhaftierten.

Nach dem Krieg gründete er die Theater D 46 und D 47. Außer diesen drei Theatern führte er noch drei Bühnen in Brno sowie die Karlín Oper, die sich in der sogenannten Genossenschaft der Theater der Arbeit (Družstva divadla práce) vereinigten. Nach 1948 war er Gesandter der Nationalen Versammlung von Februar 1948 (poúnorového národní shromáždění).

1951 überführte er das Theater D 51 in den Verband der Tschechoslowakischen Armee. Es wurde später zum Künstlertheater der Armee, was ihm den Rang eines Offiziers einbrachte. 1955 verließ er die Armee und das Theater wurde in D 34 umbenannt.

Burian komponierte sechs Opern, fünf Ballette, eine Sinfonie, einen Liederzyklus für Gesang und Jazzband, ein Requiem für Jazzband und Voiceband, eine Kantate, kammermusikalische Werke, Schauspiel-, Hörspiel- und Filmmusiken.

Verheiratet war er mit der Schauspielerin Zuzana Kocova.

Werke

Seine Werke sind beeinflusst von Dadaismus, Futurismus und Poetismus. Sie sind stark sozialistisch geprägt und teilweise agitativ. Sie sind nahezu vergessen und rufen kaum Interesse hervor.[1]

Deutschsprachige Publikationen

  • Das Gut Stepantschikowo, 1969
  • Das neue Abenteuer - Die Rückkehr, 1968
  • Zwischen Tod und Leben, 1961
  • Die Sieger, 1959
  • Kehraus auf der Bühne!, 1937

Opern

  • Vor Sonnenaufgang (Pred slunce východem), Oper, 1925
  • Der Quacksalber (Mastičkář), Opera buffa, 1928
  • Alladina und Palomid (Alladina a Palomid), Oper nach Maurice Maeterlinck, umgearbeitet als Märchen von einer großen Liebe (Pohádka o velké lásce), 1934
  • Maryša, Oper, 1940
  • Bubu vom Montparnasse (Bubu z Montparnassu), lyrische Jazzoper, UA 1999

Drama

  • Schenke am anderen Ufer (Krčma na druhém břehu)

Filmregie

  • Věra Lukášová
  • Wir wollen leben (Chceme žít)

Filmmusik

  • Goldene Vögel (Zlaté ptáče)
  • Vor dem Abitur (Před maturitou)
  • Sirene (Siréna)

Bücher

  • Negertänze (Černošské tance)
  • Kommen Sie Leute in die Theater mit den Eisenhämmern (Pojďte, lidé, na divadla s železnýma kladivama)
  • Um ein neues Theater (O nové divadlo)
  • Kehren sie die Bühn (Zameťte jeviště) – hier äußerte er die Ansicht, dass das Theater denen gehört, die es schaffen.

Inszenierungen

Weblinks

Quellen

  1. Rainer Pöllmann: "Der Jazz war sein Lebenselixier. Eine Matinee für Emil Frantisek Burian im Hebbel-Theater", Berliner Zeitung, 15. September 1992: [...]das Interesse an dem Verschollenen scheint nicht allzu groß zu sein. [...] seine Kompositionen haben die Nazis vor seinen Augen vernichtet. Heute ist Burians Werk so gut wie vergessen, Dokumente und Quellen kaum noch zu finden.

Siehe auch: Devětsil


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