Elisa von Ahlefeldt

Elisa von Ahlefeldt

Elisa Davidia Margarethe Gräfin von Ahlefeldt (* 17. November 1788 auf Schloss Trankjör auf der dänischen Insel Langeland; † 20. März 1855 in Berlin) war eine deutsch-dänische Edelfrau und Gattin des preußischen Generalmajors und Helden der Befreiungskriege Adolf von Lützow (1782-1834).

Leben

Elisa von Ahlefeldt war das einzige überlebende Kind des Grafen Friedrich von Ahlefeldt-Laurvigen. Sie genoss eine ausgezeichnete Erziehung, hatte aber keine glückliche Kindheit und Jugend. Häusliche Zerwürfnisse, meist hervorgerufen durch Verschwendung und Ausschweifungen des Vaters, trennten die Ehe der Eltern. 1806 wurde sie morganatisch dem dänischen Kronprinzen Christian (später Christian VIII.) angetraut und gebar 1807 eine Tochter. Diese erste gegen den Willen des Vaters geschlossene kurze, glückliche Ehe wurde verschwiegen und das Kind von Dänemark ferngehalten.

Bei einem Badereise nach Bad Nenndorf mit ihrer Mutter begegnete sie dem preußischen Offizier Adolf von Lützow, der sich dort von Verwundungen aus Kämpfen der Freischar Ferdinand von Schills gegen Napoleon kurierte. Sie heiratete ihn am 20. März 1810 nicht ohne den schwer zu überwindenden Widerstand ihres Vaters. Die Ehe war anfangs glücklich, solange die Vaterlandsliebe beide zu gemeinsamer Tätigkeit verband. Als Lützow 1813 sein Freikorps errichtete, hatte Elisa daran entschiedenen Anteil. Sie wirkte begeistert für die Werbung und Ausrüstung der Freiwilligen, nahm in Breslau die Meldungen an und widmete sich später aufopfernd den Verwundeten. Theodor Körner, Friedrich Friesen und Petersdorff, gehörten damals zu ihren treusten Freunden. Mit Friedrich Friesen verband sie eine enge Freundschaft und sie wirkte 1843 maßgeblich mit, dass dieser 29 Jahre nach seinem Tod auf dem Berliner Invalidenfriedhof feierlich beerdigt werden konnte. In den Kämpfen blieb sie dem Korps nahe, helfend, pflegend (namentlich ihren oft verwundeten Gatten), alle Mühen teilend.

Liebesbeziehung mit Immermann

Nach dem Frieden lebte sie in Berlin, Königsberg und Münster (seit 1817), wo Lützow in Garnison stand. Dort lernte sie 1822 den jungen Carl Leberecht Immermann (1796-1840) kennen. Über gemeinsame literarische und künstlerische Neigungen entwickelte sich zwischen ihnen eine enge Liebesbeziehung, die vom Frühjahr 1822 an über 17 Jahre ihr Leben bestimmte.

Um Abstand zu gewinnen, ließ sich Immermann 1824 nach Magdeburg versetzen. Elisa trennte sich jedoch von ihrem Ehemann, der inzwischen General geworden war, und übersiedelte nach Dresden. 1825 wurde ihre Ehe mit Lützow geschieden; sie weigerte sich jedoch, Immermann zu heiraten, folgte ihm aber zuerst nach Magdeburg, dann nach Düsseldorf und führte mit ihm einen gemeinsamen Haushalt in einem Landhaus im nahen Derendorf. Von 1831 an nannte sie sich wieder nach ihrem Geburtsnamen. Von 1827 bis 1839 unterstützte sie Immermanns schriftstellerische Arbeit, nachdem es schon in Münster zu Anfängen einer gemeinsamen Übersetzung von Walter ScottsIvanhoe“ gekommen war. Sie wirkte auf Immermanns dichterische Tätigkeit sehr fördernd und gewann großen Einfluss auf sein dichterisches Schaffen.

Nach Immermanns Verlobung mit Marianne Niemeyer (1838) verließ sie Düsseldorf und trennte sich im August 1839 endgültig von ihm. Anfang 1840 ging sie nach Berlin, widmete sich ihrem neuen und alten Freundeskreis und blieb auch nach Immermanns frühem Tod mit dessen Frau und Tochter freundschaftlich verbunden. – Ein längeres Leiden schloß ihr Leben ab.

Literatur

  • Ludmilla Assing: Gräfin Elisa von Ahlefeldt, die Gattin Adolphs von Lützow, die Freundin Karl Immermanns, Eine Biographie. Nebst Briefen von Karl Immermann, [Anton Wilhelm] Möller und Henriette Paalzow. Berlin 1857
  • Karl Immermann, sein Leben und seine Werke, aus Tagebüchern und Briefen, herausgegeben von G. zu Putlitz (2 Bände) – Berlin 1870
  • Richard Kühn: Elise von Lützow und Lützows Wilde Jagd, Dresden 1934 (Reißner)
  • Gisbert zu Putlitz: Ahlefeldt-Laurwig, Elise Davidia Gräfin von. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 1, Duncker & Humblot, Leipzig 1875, S. 160 f.
  • Elisabeth Grube: Die Gräfin Ahlefeldt und Karl Immermann, in: Düsseldorfer Zeitung 1855, Nr. 125-129, Feuilleton
  • L.F. Ahlefeldt: Elise Ahlefeldt's Historie. Kopenhagen 1923.
  • W. Deetjen: Gräfin Elisa von Ahlefeldt, in: Westermanns Monatshefte 66, 1922, S. 110-112
  • F. von Hohenhausen (d. i. Elise Rüdiger): Berühmte Liebespaare. Mit mehreren Porträtgravüren. Berlin 1919, S. 182-200: Karl Immermann und Gräfin von Ahlefeldt
  • C.-M. Zimmermann: Ein Verhältnis voller Leidenschaft: Karl Leberecht Immermann und Elisa v. Lützow, in: Das Tor 51, 1985, S. 12-18.
  • Walter Kunze: Ahlefeldt-Laurwig, Elise Davidia Margarete Gräfin von. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 1, Duncker & Humblot, Berlin 1953, S. 110 (Onlinefassung).

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