Gemischschmierung

Gemischschmierung

Die Gemischschmierung oder Mischungsschmierung ist eine Form der Motorschmierung. Sie bezeichnet die Versorgung der beweglichen Teile in einem Verbrennungsmotor durch ein Kraftstoff-Öl-Gemisch. Dieses wird als Zweitaktgemisch bezeichnet und ist in den üblichen Mischungsverhältnissen (Öl : Kraftstoff) von 1:25, 1:33, 1:50 oder 1:100 für den jeweiligen Motortyp vorgeschrieben. Es ist käuflich zu erwerben oder kann auch selbst aus Vergaserkraftstoff und Motorenöl gemischt werden.

Das Öl schlägt sich aus dem im Vergaser zerstäubten Kraftstoff an den Metallteilen des Motors nieder und schmiert diese. Ein Teil des Öles gelangt teilweise verbrannt als Aerosol über den Auspuff in die Umwelt und ist gesundheitsschädlich.

Die Gemischschmierung wird fast ausschließlich bei Zweitakt-Ottomotoren angewendet, weil diese das Kraftstoff-Öl-Gemisch zusammen mit Luft über das Kurbelgehäuse ansaugen und daher andernfalls (zum Beispiel bei Zweitakt-Großdieselmotoren) nur aufwendig mit einer Zwangsschmierung mit Kanälen durch Kurbelwelle und Pleuel geschmiert werden könnten. Das Gemisch wird durch das Kurbelgehäuse geleitet, bevor es über die Überströmkanäle in die Zylinder gelangt. Es versorgt damit Kurbelwellenlager, Pleuellager und Kolben, also alle beweglichen Teile, mit Öl.

Problematisch ist bei Gemischschmierung der Schleppbetrieb oder das Bremsen mit dem Motor, da aufgrund der geschlossen Drosselklappe nur sehr wenig Öl an die Wirkstellen gelangt. Die Bremswirkung der Zweitaktmotoren ist jedoch ohnehin gering, weshalb viele Fahrzeuge mit einem Freilauf ausgerüstet sind.

An konventionellen Viertaktmotor verbietet sich die Gemischschmierung in aller Regel, da die aufwendige Ventilsteuerung nur unzureichend mit Öl versorgt werden kann und die Gleitlager an Nockenwelle und Kurbeltrieb eine Druckumlaufschmierung erfordern. Jedoch sind auch Motoren mit Hubräumen zwischen 30 und 70 cm3 auf dem Markt, die den Triebwerksraum als Pumpe zur Versorgung des Kurbeltriebes und Ventiltriebes mit Kraftstoff-Öl-Gemisch nutzen und so in gewissen Grenzen die Vorteile beider Technologien verbinden, nämlich die geringen Ladungswechselverluste des Viertaktmotors mit der Einfachheit und Lageunabhängigkeit der Gemischschmierung eines Zweitaktmotors.

Es gibt auch sehr kleine Viertaktmotoren mit Glühzündung, welche im Modellbau (z. B. fernsteuerbare Autos, Modellflugzeuge etc.) eingesetzt werden und trotz der Ventilsteuerung mit Gemischschmierung auskommen.

Literatur

  • Jan Trommelmans: Das Auto und seine Technik. 1. Auflage, Motorbuchverlag, Stuttgart, 1992, ISBN 3-613-01288-X

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