Guardamar del Segura

Guardamar del Segura
Gemeinde Guardamar del Segura
Wappen Karte von Spanien
Wappen von Guardamar del Segura
Guardamar del Segura (Spanien)
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Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: Valencia
Provinz: Alicante
Koordinaten 38° 5′ N, 0° 39′ W38.086199-0.6512659999999925Koordinaten: 38° 5′ N, 0° 39′ W
Höhe: 25 msnm
Fläche: 35,58 km²
Einwohner: 16.423 (1. Jan. 2010)[1]
Bevölkerungsdichte: 461,58 Einw./km²
Postleitzahl: 03140 und 03149 (Almarjal, Moncayo u.a.)
Gemeindenummer (INE): 03076
Verwaltung
Webpräsenz der Gemeinde
Rathaus von Guardamar

Guardamar del Segura oder Guardamar ist eine Stadt in der autonomen Region Valencia in Spanien. Sie liegt an der Costa Blanca im Südosten Spaniens am Mittelmeer in der Provinz Alicante, in der dortigen Comarca Vega Baja del Segura oder kurz Vega Baja. Die Ortsmitte von Guardamar del Segura liegt von Alicante im Norden rund 35 km und von Torrevieja im Süden rund 14 km entfernt.

Auf dem Gemeindegebiet befindet sich die Mündung des Flusses Segura ins Mittelmeer. Der Ort ist für seine Pinienwälder am Meer bekannt, die zu Anfang des 20. Jahrhunderts gepflanzt wurden, um die ständige Fortbewegung der Dünen in Küstennähe einzudämmen. Seit 2010 ist wichtigstes kommunalpolitisches Thema das spanische Küstenschutzgesetz, dessen Umsetzung hunderte Immobilienbesitzer in Guardamar betrifft.

Inhaltsverzeichnis

Bevölkerung

Guardamar hat offiziell 16.423 Einwohner (1. Januar 2010) doch steigt diese Zahl nach Schätzungen auf 45.000 während Ostern, Juli und August, wenn die Spanier, die Ferienwohnungen im Ort besitzen, dort ihren Urlaub verbringen.

Klima

Das Klima der Costa Blanca, zu der die Guardamar zählt, gilt als sehr gesundheitsfördernd. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf bescheinigte der Costa Blanca sogar das beste und gesündeste Klima der Welt. Das Heilklima dieser Region lindere nachweislich Krankheiten wie Rheuma, Gicht und Atemleiden, denn rasche Wechsel von Hochs und Tiefs gibt es an der Costa Blanca nicht. Das Sonnenlicht bestärkt das seelischen Wohlbefinden. Mediziner sind sich über die heilende Wirkung der Küste einig und erklären sie zum heilklimatischen Kurgebiet. Die Küstenregion wird durch die Betische Kordillere von Zentralspanien abgegrenzt und stellt dadurch das trockenste Gebiet der iberischen Halbinsel dar. Die gesamte Landschaft und Vegetation zeigt schon deutlich afrikanische Züge. Für den Besucher bedeutet dies absolute Sonnengarantie, Meerestemperaturen von 28 Grad im Sommer, Tagestemperaturen um die 30 Grad, selbst im Winter 16 bis 18 Grad. Guardamars Küstenlage garantiert im Sommer aber auch eine willkommene Meeresbrise, während im Hinterland, in den Städten Orihuela und Murcia, eine gewaltige Hitze entsteht, die die Bewohner jeden Sommer in die Sommerfrische der Küstenorte treibt.

Geografie

Strände

Der feinsandige, elf km lange Strand von Guardamar gilt als einer der schönsten in Spanien, nicht zuletzt wegen des langen, parallel zu ihm verlaufenden Pinienwaldes. Der Strand ist auch im Hochsommer selten überlaufen.Von Nord nach Süde gibt es folgende Strände:

  • Los Tusales, der nördlichste Strand beginnt an der Südgrenze von Elche. Er wird vom restlichen Gemeindegebiet durch die Mündung der Segura abgeschnitten. Er ist ein Nacktbadestrand.
  • Los Viveros
  • Babilonia
  • Centro, die "Playa Centro" ist ein Sandstrand, an den im Norden die "Playa de Babilonia" und im Süden die "Playa de la Roqueta" grenzt. Die Playa Centro hat eine länge von 450 m und ist 3o m breit. Sie befindet sich in einem städtischen Umfeld und kann über Straßen gut erreicht werden. Sie hat ein Strandpromenade. Dieser Strand wird seit 1987 mit der blauen Flagge ausgezeichnet.
  • La Roqueta, Sandstrand, .an den im Norden die "Play Centro" und im Süden die "Playa el Moncayo" grenzt. Der Strand ist 1180 m lang und 35 m breit. Er befindt sich in einem städtischen umfeld und ist über die Straßen gut erreichbar. Er verfügt über einen behindertengerechten Zugang. Er wird seit 1987 mit der blauen Flagge ausgezeichnet.
  • Moncayo
  • Campo
  • Las Ortigas. Sandstrand, der im Süden an das Gemeindegebiet von Torrevieja grenzt.

Mündung der Segura

Auf dem Gemeindegebiet von Guardamar mündet der Fluss Segura ins Mittelmeer.

In Guardamar mündet die Segura ins Mittelmeer

Pinienwälder

Guardamar ist insbesondere bekannt für seine Pinada de Guardamar, eine Kiefernanpflanzung aus dem Anfang des 20. Jahrhundert, mit der der Wanderung der Sanddünen am Strand Einhalt geboten wurde. Die Dünen liege in einem Naturschutzgebiet.

Ortsbild

Früher war Guardamar ein Fischer- und Bauerndorf. Das Ortsbild wird heute vornehmlich von städtebaulich moderaten fünf- bis sechsstöckigen Häusern geprägt, was gegenüber der oftmals als "Betonwüste" bezeichneten Nachbargemeinde Torrevieja als städtebauliche Zurückhaltung zu werten ist. Allerdings sind im Norden der Gemeinde in jüngster Vergangenheit höherstöckige Hochhäuser errichtet worden, die das Ortsbild mittlerweile ebenfalls nachteilig prägen.

Guardamar del Segura ist der südlichste Ort Spaniens, in dem katalanisch gesprochen wird.

Pinada von Guardamar

Dünen in Guardamar
Weg durch die Pinada

Die Pinada ist eine Waldfläche mit einer Ausdehnung von 800 Hektar. Sie dehnt sich auf ehemaligen Wanderdünen aus, die zu Beginn des 20.Jahrhunderts befestigt wurden, indem man verschiedene Pflanzenarten anbaute, wie vornehmlich Pinien, Palmen, Zypressen und Eukalyptusbäume. Das Projekt der Anpflanzung wurde 1900 begonnen und 1930 beendet. Seitdem zeigt sich die Pinada in der heutigen Gestalt in unmittelbarer Nachbarschaft zum Meer. Die Dünen sind ein Produkt von Meeressedimenten, des Flusses Segura und des Ostwindes. Heute ist die Pinada in zwei Parks unterteilt, von denen der eine Park Alfonso XII. und der andere Park Königin Sofia genannt wird. Die Parks erstrecken sich zwischen dem Stadtzentrum und den Stränden von "Babilonia" und "Los Viveros".

Auf dem Gemeindegebiet hatte es schon immer einen dichten Pinienwald gegeben. Aber im 8. Jahrhundert wurde dieser Pinienwald für den Bau von Kriegsschiffen abgeholzt, ohne rekultiviert zu werden. Die Verwüstung wurde durch den Schemmsand der Seguramündung befödert, der vom Meer her wieder angeschwemmt wurde. Der Wind formte aus diesem Sand Dünen, die ab 1896 in den Nordteil des Dorfes eindrangen und dessen Häuser und Gärten bedrohte.

Geschichte

Anfänge

Auf dem Gemeindegebiet von Guardamar del Segura kam es zu verschiedenen archäologischen Funden, die auf eine phönizische und eine spätere iberische Besiedlung schließen lassen. Die phönizische Kolonie Alonis gilt als die älteste Siedlung in Guardamar. Ein bedeutender Fund aus der iberischen Zeit ist die berühmte Dama de Guardamar. Später nannten die Araber den Platz وادالرمل „Guald-al-ramal“ („Sandfluss“), wovon der heutige Name wohl herrührt. Im Spanischen bedeutet „guardar“ „sicher halten“ und „mar“ bedeutet „Meer“, was eine andere Erklärung für den heutigen Ortsnamen ist.

19. Jahrhundert

Verfassung von 1812

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts besetzte eine kleine Gruppe den Ort und proklamierte die Verfassung von 1812, angeführt von den Gebrüdern Bazán. Die Erwartung, dass sich die gesamte Vega Baja gegen Fernando VII erheben würde, wurde enttäuscht.

Erdbeben 1829

Am 21. März 1829 forderte ein schweres Erdbeben zahlreiche Menschleben. Es hatte die Stärke von 6,6º auf der Richterskala und hatte 389 Todesfälle in der Comarca Vega Baja del Segura zur Folge. Es zerstörte mehr als 2000 Häuser in der Comarca. Über 3000 Menschen waren damals in der Comarca Vega Baja obdachlos. Das Erdbeben zerstörte in Guardamar den mittelalterlichen Ort auf dem Schlosshügel völlig. Der Ort musste völlig neu geplant und unterhalb des Schlosshügels wieder aufgebaut werden. Das neue Guardamar wurde im neoklassischen Stadtstil geplant (gerade Straßen in senkrechter Nord-Süd-Ausrichtung und drei symmetrisch angelegte Plätze). Die neue Bauweise der Häuser sollte zukünftigen Erdbeben standhalten, so dass man niedrige Häuser mit großen Innenhöfen baute. Der Altort wurde als Steinbruch für das neue Guardamar gebraucht.

20. Jahrhundert

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts pflanzte man Pinien an, um das Vordringen der Sanddünen zu verhindern. Die Sanddünen drangen in den Ort ein und drohten die Häuser zu begraben. In den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts kamen die ersten Touristen nach Guardamar. Der Tourismus ist heute der wichtigste Wirtschaftsfaktor.

Sehenswürdigkeiten

  • Torreta de Guardamar, ein Sendemasten des US-Militärs, der mit 370 m Höhe das zweitgrößte Bauwerk in der Europäischen Union sein soll.
Nordsicht auf das Castillo aus dem 14. Jh.
  • Das Schloss bzw. das Castillo de Guardamar. Der obere Teil des Schlosses, der arabischen Ursprungs war, wurde durch das große Erdbeben von 1829 total zerstört. Der wesentlich größere untere Teil ist von einer gotischen Stadtmauer umgeben, die im 16. Jahrhundert in beträchtlichem Umfang umgestaltet wurde. In diesem unteren Teil befand sich der Ort Guardamar bis zu dem großen Erdbeben. Er wurde danach an seinem aktuellen Ort wieder aufgebaut.

Sprache

Das Gemeindegebiet Guardamars ist das südlichste, in dem der valencianische Dialekt gesprochen wird. Dieser Dialekt hat offiziellen Rang neben Castellano. Aktuell können 41,8 % der Bevölkerung noch Valenciano sprechen und 20,5 % sind noch in der Lage Valenciano zu lesen.

Kultur

Museen

Das archäologische Museum liegt in der Altstadt und zeigt in einer Dauerausstellung die Ausgrabungen der Gegend um Guardamar. Prunkstück ist die Dama de Guardamar deren Original aus dem 6. Jahrhundert vor Christus stammt.

Feste

Mauren und Christen ("Moros y Cristianos"): Wie in den meisten Orten der Costa Blanca feiert man auch Guardamar den Sieg der Christen über die Mauren, und zwar in den beiden letzten Juliwochen. Das örtliche Patronatsfest feiert man am jährlich am 7. Oktober in Erinnerung an die Jungfrau del Rosario.

Politik

Die Bürgermeister von Guardamar seit der Einführung demokratischer Wahlen in 1979 sind:

  1. 1979-1983 Senent Manuel Pérez ( UCD )
  2. 1983-1987 Aldeguer Manuel Sánchez ( PSPV-PSOE )
  3. 1987-1991 Aldeguer Manuel Sánchez ( PSPV-PSOE )
  4. 1991-1995 Aldeguer Manuel Sánchez ( PSPV-PSOE )
  5. 1995-1999 Francisco García Gómez ( PP )
  6. 1999-2003 Francisco García Gómez ( PP )
  7. 2003-2007 María Elena Albentosa Ruso( PSPV-PSOE )
  8. 2007-2011 María Elena Albentosa Ruso( PSPV-PSOE )
  9. 2011 - Carmen Verdú ( PP )

Wirtschaft

Der Tourismus ist derzeit der wichtigste Wirtschaftszweig. Wichtig sind auch die Bau- und Landwirtschaft. Der Anbau von "Ñora" ist traditionell und tyisch für Guardamar. Der Fischfang von Garnelen und Aal war lange traditionell, ist heute aber im Aussterben begriffen ist. Die Industrie ist begrenzt auf eine Fabrik für Autobatterien im Norden des Ortes.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Population Figures referring to 01/01/2010. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística.

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