Hans Peter Haselsteiner

Hans Peter Haselsteiner
Hans Peter Haselsteiner (Wien 2008)

Hans Peter Haselsteiner (* 1. Februar 1944 in Wörgl) ist ein österreichischer Industrieller und Politiker (LIF).

Inhaltsverzeichnis

Ausbildung

Nach der Matura 1963 studierte Hans Peter Haselsteiner Handelswissenschaften an der Hochschule für Welthandel in Wien, wo er 1970 promovierte.

Unternehmerische Karriere

Nach der Praxis bei einem Wirtschafts- und Steuerprüfer trat er 1972 in das Unternehmen Isola & Lerchbaumer ein und begann damit seine Karriere im STRABAG SE-Konzern, in deren Unternehmen er verschiedene Positionen innehatte.

  • Anfang der 1970er Jahre wurde er Vorstandsvorsitzender der Ilbau AG,
  • Ab 1998 war er Vorstandsvorsitzender der Bau Holding.
  • Seit 2006 ist Haselsteiner Vorstandsvorsitzender der STRABAG SE.
  • Haselsteiner ist Miteigentümer und Aufsichtsratmitglied der 2008 gegründeten RAIL Holding AG, die mit der WESTbahn GmbH einen Schienenpersonenverkehr in Konkurrenz zu den ÖBB plant.

Politik

Hans Peter Haselsteiner bei einer Pressekonferenz mit Alexander Zach und Heide Schmidt 2008

Hans Peter Haselsteiner war von 1994 bis 1998 Abgeordneter zum Nationalrat, davon 1996–1998 Klubobmann-Stellvertreter des Parlamentsklubs Liberales Forum. Weitere Funktionen waren:

  • Kammerrat der Bundeskammer der gewerblichen Wirtschaft bis dato,
  • Mitglied des Fachverbandes der Österreichischen Bauindustrie seit 1994 - Obmann seit 2002

Bei der Nationalratswahl 2008 kandidierte das Liberale Forum erneut erfolglos, Haselsteiner war als Financier des Wahlkampfs, als Wirtschaftssprecher des LIF und Vorsitzender des Unterstützungskomitees für Spitzenkandidatin Heide Schmidt beteiligt.

Bestechungsvorwürfe

Gegen Haselsteiner (und mehrere andere STRABAG-Manager) ermittelt die Wiener Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Bestechung. Dabei geht es um mehrere angebliche kriminelle Geschäftspraktiken bei Millionenprojekten beim Bau von Autobahnen in Sachsen und Osteuropa. Zahlreiche Dokumente, die dem Spiegel [1] vorliegen, bekräftigen die Vorwürfe. Haselsteiner selbst streitet sie ab und behauptet, dass Dokumente zu seinen Lasten gefälscht wurden.[2]

Philanthropie

Seit dem Ausscheiden des LIF aus dem Nationalrat unterstützt Haselsteiner das von Heide Schmidt gegründete Institut für eine offene Gesellschaft, eine parteiunabhängigen Privatstiftung, mit substantiellen Beträgen.

Weniger bekannt ist Haselsteiners Einsatz gegen die Obdachlosigkeit. Er ermöglichte den Ausbau von 16 Wohngemeinschaften mit 29 Wohnplätzen vom VinziRast-CortiHaus in Wien, einem Obdachlosenhaus, das von Wolfgang Pucher und Cecily Corti gegründet wurde. Seine Privatstiftung finanzierte zur Hälfte die Sozialzentren für ältere und notleidende Menschen von Pater Georg Sporschill in Moldawien, die andere Hälfte wurde von der Republik Österreich bereitgestellt. Schließlich rettete Haselsteiner im Sommer 2008 das Flüchtlingsprojekt von Ute Bock in Wien durch eine substantielle Großspende vor dem Konkurs.

Quellen

  1. Die Spinne. In: DER SPIEGEL 45/2008 vom 3. November 2008, Seite 44
  2. Strabag-Chef Haselsteiner: Verdacht auf Bestechung, Artikel auf heute.at vom 9. April 2009

Weblinks

 Commons: Hans Peter Haselsteiner – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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