Heinz Müller-Dietz

Heinz Müller-Dietz

Heinz Müller-Dietz (* 2. November 1931 in Bretten) ist ein deutscher Rechtswissenschaftler und Schriftsteller.

Leben

Müller-Dietz studierte an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg Rechtswissenschaften. Ebenda promovierte er und habilitierte sich im Jahr 1966 über die Geschichte, Philosophie und Politik im Strafrechtsdenken Karl Theodor Welckers. 1969 nahm er einen Ruf an die Universität des Saarlandes an und wurde Professor für Strafrecht, Strafprozessrecht, Strafvollzug und Kriminologie; er übernahm den Lehrstuhl von Arthur Kaufmann. Von 1980 bis 1981 war Müller-Dietz Dekan der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät. 1997 wurde er entpflichtet.

Sein besonderes wissenschaftliches und menschliches Interesse galt dem Strafvollzug. Ende der 60er-Jahre war er stellvertretender Anstaltsleiter der JVA Freiburg. Seit 1971 (bis Ende 2006) war er Schriftleiter der Zeitschrift für Strafvollzug und Straffälligenhilfe. Der gemeinsam mit Rolf-Peter Calliess verfasste Kommentar zum Strafvollzugsgesetz hat das Gesetz von seinen Anfängen bis heute begleitet. Bis 2005 gehörte er der Jury des Ingeborg-Drewitz-Literaturpreises für Gefangene an.

Heinz Müller-Dietz gehört der Strafvollzugskommission des Bundesjustizministeriums sowie dem Fachbeirat und dem Kuratorium des Max-Planck-Instituts für ausländisches und internationales Strafrecht an. Die Keiō-Universität verlieh ihm den Ehrendoktortitel, von der Deutschen Kriminologischen Gesellschaft wurde er mit der Beccaria-Medaille in Gold ausgezeichnet, außerdem ist er Ehrenmitglied der Japanischen Gesellschaft für Strafrecht.

Neben zahlreichen Schriften zum Strafrecht hat Müller-Dietz auch Aphorismen, Glossen, Kurzgeschichten und Gedichte verfasst. Hinzukommen Essays zur Beziehung zwischen Literatur und Recht.[1], zuletzt ein Beitrag zur "Schülergewalt in literarischer Perspektive" .[2].

Quellennachweise

  1. Heinz Müller-Dietz: Grenzüberschreitungen. Beiträge zur Beziehung zwischen Literatur und Recht. Nomos-Verlags-Gesellschaft, Baden-Baden 1990, ISBN 3-7890-2097-4.
  2. Heinz Müller-Dietz: Schülergewalt in literarischer Perspektive. In: Henning Ernst Müller (Hrsg.): Festschrift für Ulrich Eisenberg zum 70. Geburtstag. Beck, München 2009 ISBN 978-3-406-58351-3, S. 119–137.

-

Weblinks


Wikimedia Foundation.

Поможем сделать НИР

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Heinz Müller — ist der Name folgender Personen: Heinz Müller (Bildhauer) (* 1872), Bildhauer in Düsseldorf Heinz Müller (FDP/CDU) (1920–1983), deutscher Politiker (FDP, später CDU), MdL Niedersachsen Heinz Müller (Maler) (1924–2007), deutscher Maler Heinz… …   Deutsch Wikipedia

  • Müller-Dietz — ist der Name von Heinz Müller Dietz (* 1931), deutscher Rechtswissenschaftler und Schriftsteller Heinz E. Müller Dietz (1923–1998), deutscher Mediziner Diese Seite ist eine Begriffsklärung zur Unterscheidung mehrerer mit demselben Wort beze …   Deutsch Wikipedia

  • Heinz — ist ein männlicher Vorname sowie ein Familienname. Herkunft und Bedeutung Heinz ist die Kurzform von Heinrich. Bekannte Namensträger Familienname Andreas Heinz (Theologe) (* 1941), deutscher katholischer Theologe Andreas Heinz (Politiker) (*… …   Deutsch Wikipedia

  • Müller (Familienname) — Bekannte Namensträger: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z Müller ist mit seinen Varianten …   Deutsch Wikipedia

  • Liste der Personen namens Müller — Müller ist der Name folgender Personen: A Achim Müller (* 1938), deutscher Chemiker Adalbert Müller (1802–1879), deutscher Schriftsteller und Landeskundler Adam Müller von Nitterdorf (1779–1829), üblich: Adam (Heinrich) Müller, deutscher… …   Deutsch Wikipedia

  • Heinz Flohe — Pas d image ? Cliquez ici. Biographie Nationalité …   Wikipédia en Français

  • Heinz Renner — (* 6. Januar 1892 in Lückenburg (Kreis Bernkastel); † 11. Januar 1964 in Berlin) war ein deutscher Politiker der KPD. Biografie Ehrengrab (Urnengrab) auf dem Südwestfriedhof Essen …   Deutsch Wikipedia

  • Heinz Geggel — (* 11. November 1921 in München; † 15. November 2000 in Berlin) war Leiter der Abteilung Agitation im ZK der SED. Inhaltsverzeichnis 1 Leben 2 Auszeichnungen 3 Literatur …   Deutsch Wikipedia

  • Heinz Arnold — (* 24. August 1920 in Reinsdorf, Sachsen; † 12. Juli 2000 in Chemnitz) war ein deutscher Politiker (SED). Er war von 1963 bis 1981 Vorsitzender des Rates des Bezirks Karl Marx Stadt. Leben Arnold, Sohn eines Bergarbeiters, besuchte die… …   Deutsch Wikipedia

  • Heinz Willmann — Robert Havemann (Mitte), Heinz Willmann (rechts) vor der Humboldt Universität Berlin (1950) Heinrich („Heinz“) Willmann (* 9. Juli 1906 in Unterliederbach; † 22. Februar 1991 in Berlin …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”