Hylobates pileatus

Hylobates pileatus
Kappengibbon
Systematik
Unterordnung: Trockennasenaffen (Haplorhini)
Teilordnung: Altweltaffen (Catarrhini)
Überfamilie: Menschenartige (Hominoidea)
Familie: Gibbons (Hylobatidae)
Gattung: Kleine Gibbons (Hylobates)
Art: Kappengibbon
Wissenschaftlicher Name
Hylobates pileatus
(Gray , 1861)

Der Kappengibbon (Hylobates pileatus) ist eine Primatenart aus der Familie der Gibbons (Hylobatidae).

Inhaltsverzeichnis

Merkmale

Kappengibbons haben den typischen Körperbau der Gibbons mit den langen Armen und dem fehlenden Schwanz. Die Geschlechter sind gleich groß, unterscheiden sich jedoch deutlich in ihrer Färbung. Männchen haben ein vorwiegend schwarzes Fell mit weißen Fingern, Zehen und weißem Genitalbüschel, bei den Weibchen ist das Fell blass graubeige gefärbt, nur der Bauch, Wangen und Scheitelfleck sind schwarz. Beiden Geschlechtern gemeinsam ist der weiße, oft zottelige Haarkranz um den Kopf.

Verbreitung und Lebensraum

Das Verbreitungsgebiet der Kappengibbons erstreckt sich über das südöstliche Thailand, das westliche Kambodscha und den äußersten Südwesten von Laos, der Mekong bildet die Ostgrenze. Wie alle Gibbons sind sie Bewohner tropischer Regenwälder.

Lebensweise

In der Lebensweise entsprechen sie den anderen Gibbonarten: es sind tagaktive Waldbewohner, die mit den langen Armen durch die Äste hangeln (Brachiation). Sie leben in monogamen Paaren mit ihrem Nachwuchs zusammen und bewohnen ein festes Territorium.

Verpaarte Kappengibbons singen koordinierte Duettgesänge, die Männchen singen aber auch oft alleine. Männchenstrophen bestehen aus Lauten, die mehr oder weniger regelmäßig alternierend beim Ein- und Ausatmen erzeugt werden, sowie kurzen Trillern. Weibchen äußern diese Strophen seltener, fallen dagegen durch eine besonders stereotype Strophe auf, die als „great call“ bezeichnet wird. Ein great call besteht aus einer langen, beschleunigten Lautserie, die in einem hohen, anhaltendem Triller endet. Die Strophe wird in einem Duettgesang normalerweise etwa alle 1 bis 2 Minuten wiederholt.

Die Nahrung dieser Tiere besteht vorwiegend aus Früchten, daneben nehmen sie auch Blätter und Kleintiere zu sich.

Fortpflanzung

Nach einer rund siebenmonatigen Tragzeit bringt das Weibchen in der Regel ein einzelnes Jungtier zur Welt. Diese werden mit einem weißlich-beigem Natalkleid geboren, die heranwachsenden Tiere entwickelten ein gemusters Fellkleid, das in etwa dem ausgewachsener Weibchen entspricht. Die Männchen werden sukzessive dunkler, bis sie beim Eintreten der Geschlechtsreife (mit 6 bis 8 Jahren) die typische Schwarzfärbung der Männchen erreicht haben.

Bedrohung

Aufgrund der Waldrodung, die ihren Lebensraum immer weiter einschränken, wird die Art von der IUCN als gefährdet (vulnerable) gelistet.

Literatur

  • Thomas Geissmann: Vergleichende Primatologie. Springer, Berlin 2003. ISBN 3540436456
  • Thomas Geissmann: Systematik der Gibbons. Zeitschrift des Kölner Zoo 37: 65-77 (1994).
  • Thomas Geissmann: Gibbon systematics and species identification. International Zoo News 42: 467-501 (1995).
  • D. E. Wilson & D. M. Reeder: Mammal Species of the World. Johns Hopkins University Press, 2005. ISBN 0801882214

Weblinks


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