Karel Gott

Karel Gott
Karel Gott (2002)

Karel Gott (* 14. Juli 1939 in Pilsen), auch als goldene Stimme aus Prag bezeichnet, ist ein tschechischer Schlagersänger, der unter anderem auch auf Deutsch singt. Zudem ist er als bildender Künstler tätig.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Karriere

Karel Gott besuchte das Gymnasium in Prag und spielte mit Freunden in Tanzcafés. Eigentlich wollte er Maler werden, sah jedoch keine Chance, die Aufnahmeprüfung auf die Kunstakademie zu schaffen und versuchte sich zunächst mit einer Elektrikerlehre.

Er begann seine professionelle Karriere mit Auftritten in Prager Tanzcafés im Jahre 1958. Erste Aufnahmen machte er im Jahr 1960 auf Englisch. 1959 fiel er bei einem Nachwuchswettbewerb dem tschechoslowakischen Bandleader Karel Krautgartner auf, der ihn auf eine Tournee mitnahm und ihn dem Prager Konservatorium empfahl, wo Karel Gott dann drei Jahre Gesang studierte. 1963 erschien seine erste Single, eine tschechische Version von Henry Mancinis „Moon River“. 1967 nahm er am Midem-Festival in Cannes teil und absolvierte ein 6-monatiges Gastspiel in Las Vegas.

1968 vertrat er Österreich beim Eurovision Song Contest mit dem von Udo Jürgens geschriebenen Lied Tausend Fenster. Er belegte Platz 13.

Eines seiner bekanntesten Lieder ist die Titelmusik der Zeichentrickverfilmung von „Biene Maja“. Die meisten seiner Schlager komponierte Karel Svoboda.

Karel Gott wird als „Die goldene Stimme aus Prag“, „Sinatra des Ostens“, „Goldene Nachtigall“ oder „Bote guter Nachrichten“ bezeichnet. Er trat in zahlreichen TV-Shows auf. Neben seiner eigenen Show trat er auch in der Gilbert Bécaud Show, beim Nashville Country Music Festival, auf der Europarty, in der Rudi Carrell Show, der James Last Show oder bei Ein Kessel Buntes auf. Seine Diskografie umfasst rund 120 Alben, zu denen sich zahlreiche Kompilationen gesellen.

Es gibt keine offiziellen Angaben über die Anzahl seiner verkauften Alben; Schätzungen zufolge verkaufte er mehr als 30 Millionen Tonträger. Allerdings wird die Zahl von 100 Millionen Tonträgern für möglich gehalten. Allein in Tschechien und der Slowakei verkauften sich seine Alben insgesamt etwa 15 Millionen Mal, wofür ihm als bisher einzigem Interpreten eine Diamantene Schallplatte durch den bedeutendsten tschechischen Verlag Supraphon überreicht wurde.

Karel Gott wurde mit mehr als 50 Diamant-, Platin-, Goldenen und Silbernen Platten als erfolgreichster Künstler von Supraphon, Melodija, Polydor, Philips, PolyGram, Universal und anderen Verlagen geehrt. In der tschechischen Enquete „Goldene Nachtigall“ wurde er 30 Mal zum Lieblingssänger des Jahres gekürt.

Er arbeitete mit Musikverlagen aus Europa, den Vereinigten Staaten und Japan zusammen. So veröffentlichte er seine Aufnahmen nicht nur in allen europäischen Ländern von Portugal bis Russland, sondern auch in den Vereinigten Staaten, Kanada und Japan. Obwohl er auch Lieder auf Französisch, Italienisch, Russisch, Hebräisch, Spanisch, Romani, Polnisch, Ungarisch, Serbokroatisch, Slowakisch und in anderen Sprachen singt, sind seine Alben auf Deutsch und Tschechisch am erfolgreichsten.

In der Villa in Jevany östlich von Prag, die Karel Gott von 1969 bis 2005 bewohnte, hat 2006 das Museum Gottland eröffnet, das Ende Februar 2009 jedoch vorläufig wegen finanzieller Probleme geschlossen wurde.[1]

2008 hatte Karel Gott ein Feature beim Bushido-Lied Für immer jung und spielte 2010 auch in dessen autobiografischen Film Zeiten ändern dich mit.

Karel Gott ist verheiratet und hat vier Töchter, davon zwei mit seiner derzeitigen Frau Ivana.

Politisches und gesellschaftliches Engagement

In Tschechien wird ihm mitunter eine aktive Mitarbeit in der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei vorgeworfen. Er gehörte zu den Mitunterzeichnern der von der kommunistischen Partei initiierten „Anticharta“, und damit zu den Künstlern, die sich öffentlich gegen die demokratischen Ideen der Charta 77 aussprachen.[2] In den 1980er Jahren sang er regelmäßig auf von der Deutschen Kommunistischen Partei veranstalteten 1.-Mai-Feiern.

Diskografie

Hauptartikel: Karel Gott/Diskografie

Auszeichnungen

Weblinks

 Commons: Karel Gott – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Eine Meldung des ORF vom 1. März 2009: news.orf.at
  2. Mariusz Szczygiel: Gottland, Frankfurt (Main) 2008
  3. [1]


Vorgänger Amt Nachfolger
Peter Horton Österreich beim Eurovision Song Contest
1968
Marianne Mendt

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