Lifau

Lifau
Suco Lifau
Der Suco Lifau liegt an der Nordküste vom Subdistrikt Pante Macassar. Der Ort Lifau liegt im Westen des Sucos.
Daten
Fläche 19,14 km²[1]
Einwohnerzahl 2.049 (2010)[2]
Chefe de Suco João da Costa
(Wahl 2009)
Orte Position[3] Höhe
Kolam Cina 9° 12′ S, 124° 19′ O-9.2041666666667124.314722222220 m
Lifau 9° 13′ S, 124° 18′ O-9.2166666666667124.35 m
Najalu 9° 13′ S, 124° 17′ O-9.2227777777778124.2780555555612 12 m
Nepobai 9° 14′ S, 124° 18′ O-9.2341666666667124.3041666666748 48 m
Oemolo 9° 14′ S, 124° 19′ O-9.2272222222222124.3113888888924 24 m
Postusika 9° 12′ S, 124° 19′ O-9.2022222222222124.323611111110 m
Taosero 9° 13′ S, 124° 17′ O-9.2197222222222124.284444444440 m
Tulaica 9° 14′ S, 124° 18′ O-9.2277777777778124.29517 17 m
Lifau (Osttimor)
Lifau
Lifau

Lifau (Lifáo, Liphao, Leiffauw) ist ein osttimoresischer Ort im Suco Lifau (Subdistrikt Pante Macassar, Distrikt Oecusse).

Inhaltsverzeichnis

Der Ort

Der Ort liegt an der Küste der Sawusee, sechs Kilometer westlich von der Stadt Pante Macassar, in Luftlinie 287 km westlich von der Landeshauptstadt Dili. Die Meereshöhe beträgt m. Bei Lifau befindet sich am Strand ein Monument, das an die erste Landung der Portugiesen auf Timor erinnert.

Der Suco

Im Suco leben 2.049 Einwohner (2010,[2] 2004: 1.938[4]). Lifau liegt an der Nordküste des Subdistrikts Panta Macassar und hat eine Fläche von 19,14 km².[1] Westlich liegt der Suco Taiboco, südlich Lalisuc und östlich der Suco Costa. Westlich vom Ort Lifau liegt ein zusammenhängendes Siedlungszentrum aus mehreren Ortsteilen, die sich entlang einer Straße reihen, die von der Küstenstraße in das Landesinnere führt. Dies sind Taosero, Tulaica (Tulaika) und Nepobai.[5] In Tulaica gibt es eine Grundschule, die Escola Primaria Tulaica.[6][7] Östlich des Siedlungszentrums liegt das Dorf Oemolo, westlich liegt an der Küste der Ort Najalu. Weiter im Nordosten mündet der Tono, der wichtigste Fluss Oecusses, in die Sawusee. Auf der anderen Uferseite liegen die Dörfer Kolam Cina und Postusika.[5]

In Lifau befinden sich die drei Aldeias Nefobai, Oemolo und Tulaica.[8]

Geschichte

Karte der Bucht von Lifau von William Dampier, 1699

1512 landeten die Portugiesen in der Nähe des heutigen Lifaus erstmals auf Timor. 1515 folgten bereits die ersten Dominikaner, die 1556 die Siedlung Lifau zur Sicherung des Sandelholzhandels gründeten. Die Händler blieben aber in dieser Zeit nur wenige Wochen in Lifau und lebten dort in provisorischen Unterkünften. Nach der großangelegten Invasion der Portugiesen ins Innere Timors im Jahr 1642, nahm die Einwanderung der Topasse nach Timor zu. Die Topasse waren Nachfahren von portugiesischen Soldaten, Seeleuten und Händlern und Frauen von Solor und Flores. Die Topasse bestimmten maßgeblich die Entwicklungen auf Timor im 17. und 18. Jahrhundert. Unterstützt wurden sie dabei von den Dominikanern. Zentrum der Topasse auf Timor wurde Lifau, die Hauptbasis der Portugiesen auf Timor.

Die Zahl der Portugiesen waren zu dieser Zeit nie sehr zahlreich in der Kolonie. 1689 gab es gerade mal etwa 50 Portugiesen in Lifau. 1697 brandschatzten französische Piraten den Ort. Zuvor hatten sie schon die niederländische Festung in Kupang überfallen. Ein Reisender berichtet 1699, dass der Stützpunkt, der inzwischen nach Kupang der zweitwichtigste Hafen Timors war, zwar in kürzester Zeit 600 Mann mit Handfeuerwaffen und Schwertern aufstellen könne, es aber an einem Fort und einem Waffenmagazin fehle. Von den drei Portugiesen vor Ort, waren zwei Priester. Die restliche Bevölkerung bestand aus Topasse und einigen chinesischen Händlern. Zeitgenössische Berichte beschreiben die Einwohner als Halsabschneider, zu denen Sklavenhändler und –jäger ebenso gehörten, wie Deserteure aus verschiedenen Ländern. Die eigentliche Macht lag in den Händen der Topasse.

Ab 1702 war Lifau Hauptstadt der Kolonie mit dem aus Portugal erstmals auf Timor residierenden Gouverneur António Coelho Guerreiro. Die vom ihn in Auftrag gegebene Karte von Lifau zeigt bereits eine komplexe Siedlungsstruktur mit militärischen und zivilen Einrichtungen, wie die Ermida de St. Antonio und ein Krankenhaus.

1719 begann die Cailaco-Rebellion. Erst rebellierten einheimische Herrscher, dann auch Topasse. Mehrfach wurde Lifau von ihnen belagert. 1759 verkaufte der portugiesische Gouverneur Vicento Ferreira de Carvalho (1756 bis 1759) eigenmächtig Lifau an die Niederländer, doch wurden diese 1760 an der Übernahme von Topasse daran gehindert. Am 11. August 1769 wurde der portugiesische Gouverneur António José de Menezes durch die Topasse dazu gedrängt Lifau zu verlassen. Neue Hauptstadt der Portugiesen auf Timor wurde Dili. Lifau selbst verlor an Bedeutung, weil die Topasse-Herrscher im nahegelegenen Pante Macassar residierten. Das Angebot der Topasse an die Niederländer, nun Lifau zu übernehmen, lehnten diese nach reiflicher Überlegung ab.

Hauptartikel: Cailaco-Rebellion

Politik

Bei den Wahlen zum Chef des Sucos 2004/2005 gewann Xistu Gomes Bano. Am 9. Oktober 2009 wurde er bei der Neuwahl von João da Costa abgelöst.

Quellen

Einzelnachweise

  1. a b Direcção Nacional de Estatística: Population Distribution by Administrative Areas Volume 2 English (Census 2010)
  2. a b Direcção Nacional de Estatística: Suco Report Volume 4 (englisch)
  3. Fallingrain.com: Directory of Cities, Towns, and Regions in East Timor
  4. Direcção Nacional de Estatística Census 2004
  5. a b Timor-Leste GIS-Portal
  6. UNMIT-Karte von August 2008
  7. Liste der Wahllokale zu den Parlamentswahlen in Osttimor 2007 (PDF-Datei; 118 kB)
  8. Jornal da Républica mit dem Diploma Ministerial n.° 199/09 (Portugiesisch)

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