Martin MB-1

Martin MB-1
Martin MB-1
MB-1 der US-Army
MB-1 der US-Army
Typ: Bomber
Entwurfsland: Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Hersteller: Glenn L. Martin Company
Erstflug: 15. bzw. 17. August 1918
Indienststellung: 1918
Produktionszeit: 1918 bis 1919
Stückzahl: 22

Die Martin MB-1, auch als Glenn Martin Bomber (GMB) bezeichnet, ist der erste in den USA entwickelte Bomber, den die US-Streitkräfte in größeren Stückzahlen beschafft haben. Die Glenn L. Martin Company entwickelte ihn 1918 und er blieb bis 1931 im Einsatz.

Inhaltsverzeichnis

Entwicklungsgeschichte

Auftrag und Entwicklung

Nachdem die USA im April 1917 in den Ersten Weltkrieg eingetreten waren, verlangte die Armee nach leistungsfähigen Flugzeugen. Im Januar 1918 erhielt Martin den Auftrag zur Entwicklung eines Bombers und trat damit in Konkurrenz zu Entwürfen der europäischen Hersteller Caproni und Handley Page.

Für das neue Projekt errichtete Martin an seinem Standort Cleveland, Ohio eine neue Fabrikhalle mit über 5600 m² Grundfläche. Donald Douglas, der Jahre später seine eigene Flugzeugfirma gründen sollte, entwickelte die MB-1: Ein Doppeldecker mit Holzrahmen-Rumpf und Stoffbespannung, zwei 400-PS-Motoren von Liberty, einer Spannweite von 21,8 Meter und einem Startgewicht von über 4500 Kilogramm. Als Bewaffnung dienten fünf Maschinengewehre mit Kaliber 7,62 mm.

Produktion

Nach dem Erstflug am 15. (nach anderer Quelle 17.) August 1918 testete die US Army die MB-1 gegen die europäischen Konkurrenzmodelle. Der Martin-Bomber erwies sich dabei als schneller und wendiger und so bestellte die Armee fünfzig Maschinen für ihre zu erwartenden Einsätze gegen Deutschland. Das baldige Ende des Krieges im November 1918 ließ die Bestellung auf zehn Stück schrumpfen, die zwischen September 1918 und September 1919 ausgeliefert wurden.

Varianten

Durch das Kriegsende hatte der Army Air Service, die neue Luftwaffenabteilung der US-Armee, keine rechte Verwendung mehr für die neuen Bomber. Daher stattete Martin die ersten vier Maschinen als Beobachtungsflugzeuge aus, mit Maschinengewehren, Kameras und bis zu 100 kg Bombenlast, genannt Modell G für Gunner.

Die nächsten drei Exemplare wurden als Nachtbomber (Modell M) gebaut, stießen aber auf so wenig Interesse bei den Militärs, dass eine Maschine direkt vom Werk ins Smithsonian-Museum wanderte.

Die letzten drei MB-1 erhielten jeweils eine spezielle Ausrüstung. Das Modell TA (für Trans Atlantic, Armeebezeichnung GMT) hatte Tanks für zusätzliche 2460 Liter Treibstoff für Überseeflüge, wurde aber schon im Juli 1919 in einem Sturm zerstört. Die CA (für Cannon, auch GMC) diente Tests mit einer 37-mm-Kanone an Bord und die 12P (GMP) war für den Transport von zwölf Passagieren ausgelegt. Bei der Umstellung auf ein neues Benennungssystem 1919 erhielt sie die Bezeichnung T-1 – das erste offizielle Transportflugzeug der US-Luftwaffe.

Es folgte die zivile Variante MP für Postflüge auf der Strecke New York – Chicago mit bis zu 680 kg Zuladung, die sechsmal gebaut wurde, von denen aber nach wenigen Monaten Anfang 1920 nur noch zwei Maschinen intakt waren und schließlich an die Armee gingen.

Als die US Navy einen Torpedobomber orderte, produzierte Martin Anfang 1920 zwei MBT, die einen 750 kg schweren Torpedo tragen konnten, und zum Ende des Jahres weitere acht MT.

Insgesamt baute Martin zehn MB-1 und weitere 16 der darauf basierenden Varianten. Die fünfte MB-1 erhielt später versuchsweise einen dritten Motor von Hispano-Suzia. 1931 wurden die letzten MB-1 außer Dienst gestellt.

Verbessertes Modell

Der eigentliche Durchbruch gelang dem Typ MB erst mit dem überarbeiteten Nachfolgemodell Martin MB-2, den Martin ab 1920 produzierte.

Technische Daten

Kenngröße Daten der Martin MB-1
Länge 13,7 m
Spannweite 21,8 m
Höhe 4,5 m
Leergewicht 3,04 t
Maximales Startgewicht 4,64 t
Maximale Bombenlast 470 kg
Höchstgeschwindigkeit 170 km/h
Maximale Flughöhe 3750 m
Flugreichweite mit max. Zuladung 630 km
Antrieb Zwei Liberty L-12A (V 1650; V12-Motor mit Wasserkühlung)
mit je rund 294 kW/400 PS Leistung
Besatzung Drei (Pilot, Bombenschütze, MG-Schütze)

Weblinks


Wikimedia Foundation.

Игры ⚽ Нужно сделать НИР?

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Martin — Mar tin, n. [F. martin, from the proper name Martin. Cf. {Martlet}.] (Zo[ o]l.) One of several species of swallows, usually having the tail less deeply forked than the tail of the common swallows. [Written also {marten}.] [1913 Webster] Note: The …   The Collaborative International Dictionary of English

  • Martin Lo — is a spacecraft trajectory expert currently working for JPL. Introduction Martin has been a research scientist in the Navigation and Mission Design Section at the JPL since 1986. He received his Bachelor of Science in 1975 from the California… …   Wikipedia

  • Martin — Mar tin, n. (Stone Working) [Etymol. uncertain.] A perforated stone faced runner for grinding. [1913 Webster] …   The Collaborative International Dictionary of English

  • Martin — For people with the surname or given name Martin or similar, see Martin (name). Martin may refer to: Contents 1 Places 1.1 In Europe 1.2 …   Wikipedia

  • Martin B-10 — B 10 B 10 being flown during a training session at Maxwell Field Role Bomber aircraft Manufac …   Wikipedia

  • Martin XB-51 — XB 51 First prototype, 46 685 during testing Role Bomber Manufacturer …   Wikipedia

  • Martin XB-48 — XB 48 Role Bomber Manufacturer Glenn L. Martin Company First flight 22 June 1947 …   Wikipedia

  • Martin XB-16 — Like the Boeing XB 15, the Martin XB 16 (Martin Model 145) was designed to meet the United States Army Air Corps request for a bomber that could carry 2,500 lb (1,100 kg) of bombs 5,000 mi (8,000 km). The XB 16 was to use four …   Wikipedia

  • Martin XB-27 — The Martin XB 27 (Martin Model 182) was a plane proposed by the Glenn L. Martin Company to fill a strong need in the United States Army Air Corps for a high altitude medium bomber. Its design was based approximately on that of the B 26 Marauder.… …   Wikipedia

  • Martin XB-68 — infobox Aircraft name = XB 68 type = Tactical Bomber manufacturer = Glenn L. Martin Company caption = designer = first flight = introduced = introduction= retired = status = design stage only primary user = more users = number built = 0 unit cost …   Wikipedia

  • martin — noun Etymology: probably from Saint Martin Date: 1589 1. a small Eurasian bird (Delichon urbica) of the swallow family with a forked tail, bluish black head and back, and white rump and underparts 2. any of various birds (especially genus Progne) …   New Collegiate Dictionary

Share the article and excerpts

Direct link
… Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”