O-19-Klasse

O-19-Klasse
O 19-Klasse
Flag of the Netherlands.svg
Allgemeine Daten
Schiffstyp: U-Boot
Boote der Klasse
O 19 O 20
Technische Daten
Besatzung:
  • 40 Mann
Verdrängung:
  • über Wasser: 1.145 ts
  • unter Wasser: 1.561 ts
Länge:
  • 80,70 m
Breite:
  • 7,4 m
Tiefgang:
  • 3,9 m
Antrieb :
Geschwindigkeit:
  • über Wasser: 19,5 kn (36,1 km/h)
  • unter Wasser: 9,0 kn (16,7 km/h)
Fahrbereich :
  • aufgetaucht 10000 NM (18.500 km) bei 12 kn
  • getaucht 27 NM (50 km) bei 8,5 kn
Tauchtiefe:
  • 100 m (max.)
Bewaffnung
Artillerie:
  • 1 × 88-mm-Kanone
Luftabwehr:
Torpedos:
Seeminen:
  • 40 Minen

Die O-19-Klasse war eine U-Boot-Schiffsklasse der Niederländischen Marine im Zweiten Weltkrieg. Die zwei Boote der Klasse waren wegen ihrer großen Reichweite für den Einsatz in den niederländischen Kolonien vorgesehen. Mit den O-19-Booten wurden erstmals Schnorchel zur Luftversorgung eingeführt.

Inhaltsverzeichnis

Bau und Konstruktive Merkmale

Die beiden Boote wurden zwischen 1936 und 1939 auf der Wilton-Fijenoord-Werft in Rotterdam gebaut. Einige Quellen behaupten, dass die O-19-Klasse auf dem Entwurf der in den Niederlanden gebauten polnischen Orzeł-Klasse basierte.

O 19 und O 20 waren Zweihüllenboote mit einer klassischen Kombination aus zwei Sulzer-Dieselmotoren für die Marschfahrt über Wasser und zwei Elektromotoren für den getauchten Einsatz. Die Motoren trieben über zwei Wellen zwei Propeller an. Erstmals wurde das getrimd diesel systeem eingesetzt, ein Schnorchelsystem zur Luftversorgung der Dieselmotoren im getauchten Zustand, so dass die Akkumulatoren auch unter Wasser aufgeladen werden konnten. Der Bootskörper war für Tauchtiefen von bis zu 100 m ausgelegt. Die Periskop-Tiefe betrug 15,5 m.

Die Rohrbewaffnung für den Einsatz über Wasser bestand aus einem 88-mm-Deckgeschütz, zwei 40-mm-Flugabwehrkanonen Bofors in Einzelmontierung und einem schweren 12,7-mm-Maschinengewehr. O 19 war zusätzlich mit einer 20-mm-Oerlikon-Maschinenkanone bewaffnet. Des Weiteren war die Besatzung mit leichten Infanteriewaffen wie MG, Gewehren oder Pistolen ausgerüstet. Als Torpedobewaffnung wurden acht 21-Zoll-(533-mm)-Torpedorohre eingebaut. Vier Rohre waren im Bug und vier im Heck montiert. Insgesamt wurden 14 Torpedos mitgeführt. Die Boote waren ebenfalls in der Lage, Seeminen zu legen. Beiderseits des Mittschiffs waren außerhalb des Druckkörpers jeweils zehn senkrechte Minenabwurfschächte mit je zwei Seeminen angeordnet, so dass zusammen 40 Seeminen mitgeführt werden konnten.

Die Akkumulatoren hatten eine Kapazität von insgesamt 6.000 Ah. Die Boote konnten mit dieser Energiemenge etwa 50 km unter Wasser operieren.

Die Boote waren in der Lage, 8.500 l Trinkwasser, 12.300 l Waschwasser und insgesamt 2.900 l destilliertes Wasser mitzuführen. Der Dieselvorrat ermöglichte eine Reichweite bei Überwasser-Marschfahrt von 18.500 km. Die Größe der Boote übertraf die der frühen deutschen Typ-IX-Hochseeboote. Der große Vorrat an Brennstoff und Trinkwasser erlaubte Operationen in den niederländischen Überseegebieten in der Karibik und Ostindien.

Boote der Klasse

  • Hr. Ms. O 20
    • Bauwerft: Wilton-Fijenoord-Werft in Rotterdam
    • Kiellegung: 15. Juni 1936
    • Stapellauf: 31. Januar 1939
    • Indienststellung: 28. August 1939
    • Einsatz und Verbleib: Einsatz im Pazifik. Das Boot wurde nach Beschädigungen am 19. Dezember 1941 vor Kota Baru aufgegeben.

Literatur

  • Erminio Bagnasco: Uboote im 2. Weltkrieg, Motorbuchverlag, Stuttgart, 1996, ISBN 3-613-01252-9

Erläuterungen

  1. Hr. Ms. bzw. Zr. Ms. sind die Namenspräfixe niederländischer Schiffe und bedeuten Harer Majesteits (dt.: Ihrer Majestät) bzw. Zijner Majesteits (dt.: Seiner Majestät).

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