Ruine Mittlere Wartenberg

Ruine Mittlere Wartenberg
Ruinen Wartenberg
Ruine der vorderen Wartenberg

Ruine der vorderen Wartenberg

Alternativname(n): Vordere-, Mittlere-, Hintere Wartenberg
Erhaltungszustand: Ruinen
Ort: Muttenz
Geographische Lage (616280 / 263155)47.5189347.654763479Koordinaten: 47° 31′ 8,2″ N, 7° 39′ 17,1″ O; CH1903: (616280 / 263155)
Höhe: 479 m ü. M.
Ruinen Wartenberg (Schweiz)
DEC
Ruinen Wartenberg

Der Wartenberg ist ein markantes Wahrzeichen der Basel-Landschaftlichen Gemeinde Muttenz. Auf dem Berg stehen Ruinen von drei mittelalterlichen Burgen, welche ebenfalls den Namen Wartenberg tragen.

Inhaltsverzeichnis

Berg

Der Wartenberg ist eine Erhebung südöstlich der Gemeinde, ist Teil des Tafeljuras und ein Ausläufer des Gempenplateaus. Sein höchster Punkt liegt auf 479 m Höhe und überragt das Dorf um gut 200 Meter.

Die Höhe und Gestaltung des Wartenberges eignete sich vorzüglich zu wehrtechnischen Zwecken und man entdeckte auf der höchsten Stelle eine bronzezeitliche Anlage, welche als Refugium benutzt worden war. So fand man Pfeilspitzen, eine Lanze, Messer und Sichel, verschiedenes Zierrat, Tausende von Schleudersteinen zu Verteidigungszwecken sowie verschiedene Steingeräte. Von der Anlage selber wurde infolge des Baus der nachfolgenden Burgen keine Überreste gefunden.

Die drei Burgruinen des Wartenberges

Zur Zeit als die drei Burgen auf dem Wartenberg errichtet wurden, war das Domstift Strassburg Herr des Wartenbergs und des Dorfes Muttenz mit seiner Wehrkirche St. Arbogast. Die Burgen entstanden zum Schutz des Dorfes und der Kirche.

Bis Ende des 13. Jahrhunderts waren die drei Burgen eine Einheit mit einem Besitzer, dem Domstift Strassburg.

Die hintere Burg gelangte darauf um 1296 als Lehen an die Herren von Eptingen-Madeln, welche sich darauf nach der Burg benannten. 1379 kam die Burg in Lehen der von Petermann Sevogel und verblieb in deren Händen und wurde an die Herren Hertenstein weitervererbt. Die Burg gelangte später an die St. Georgenkirche in Rümlingen. Im 16. Jahrhundert konnte die Stadt Basel die hintere Burg von ihr erwerben.

Die vordere und mittlere Burg gelangten als Lehen vom Domstift an die Grafen von Frohburg und wurden den Marschalken von Wartenberg und den Münch von Münchenstein zur Benutzung überlassen. Als 1306 das Geschlecht der Frohburg ausstarb, kamen die Burgen in Besitz der österreichischen Grafen von Habsburg-Laufenburg, welche diese beiden Burgen den Münch von Münchenstein zu Lehen gaben. 1518 konnte die Stadt Basel die Herrschaft Münchenstein und die zwei Burgen auf dem Wartenberg von den Münch von Münchenstein erwerben, nachdem Österreich auf seine Lehnsherrlichkeit verzichtete.

Im Jahr 1356 wurden auch die drei Burgen auf dem Wartenberg vom grossen Basler Erdbeben heimgesucht und beschädigt.

Vordere Burg

Die Vordere Wartenberg (616500 / 263430)47.5214017.6576947 war die bedeutendste der drei Wartenberger-Burgen. Die Überreste liegen auf einem breiten Felssporn im Norden des Wartenberges, der durch einen Halsgraben von diesem abgetrennt ist. Erbaut wurde die Feste Mitte des 12. Jahrhunderts und über das nächste Jahrhundert dauernd erweitert. Die Burg hat eine Ausdehnung von etwa 100 Meter Länge und der grössten Breite von 30 Metern. Der Bering ist im Norden durch Steinbruchtätigkeit zerstört, aber im Osten ist die Mauer noch sehr gut erkennbar und besonders eindrücklich ist die Südmauer.

Vor Mitte des 15. Jahrhunderts wurde die Burg aufgegeben.

Mittlere Burg

Ruine der mittleren Wartenberg

Die Mittlere Wartenberg (616275 / 263160)47.5189797.6546967 liegt auf dem höchsten Punkt des Wartenberges. Der Donjon wurde vermutlich um 1200 erbaut, hat eine Grundfläche von 14,3 auf 13,2 Meter und seine Mauerstärke beträgt im unteren Teil 3 Meter. Zur Sicherung des Donjon umgibt ihn ein in den Felsen gehauener Graben.

Der Turm wies vier Geschosse auf und der ursprüngliche Eingang befand sich 10 Meter über dem Boden im vierten Geschoss der Nordwand. Der heutige Eingang im Erdgeschoss entstand durch einen Mauerdurchbruch in den Jahren 1932 bis 1934. Wie der obere Abschluss ausgesehen hat, ist nicht bekannt, es wird aber vermutet, dass der Turm einen Wehrgang mit Zinnen und ein nach innen versetztes Holzdach besass.

Im Verlaufe des 15. Jahrhunderts wurde die Burg verlassen und dem Zerfall überlassen.

Seit 1955/1956 führt eine 85 stufige Blocktreppe hinauf auf die in 15 Meter Höhe befindliche Burgterrasse.

Hintere Burg

Die Hintere Wartenberg (616225 / 263055)47.5180367.6540297 liegt auf dem südlichsten Sporn des Wartenberges, ist auf drei Seiten durch eine felsige Böschung und im Norden durch einen Halsgraben geschützt. Ein langgestreckter Bering umgab die im 13. Jahrhundert erbaute Burg. Im südlichen Bereich befinden sich die Überreste eines Wohntraktes, der direkt in die hohe Umfassungsmauer einbezogen war. Im Norden steht ein massiver, heute noch neun Meter hoher Rundturm mit einer Mauerstärke von 1,8 m und einem Durchmesser von 6,2 m aufweist. 1901 wurde der Turm restauriert, mit einem überdachten Holzaufbau ergänzt und dient seither als Aussichtsturm.

Die Burg wurde wie die anderen Burgen ebenfalls im Laufe des 15. Jahrhunderts verlassen.

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