Soppot

Soppot
Sopot
Wappen von Sopot
Sopot (Polen)
DEC
Sopot
Sopot
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Pommern
Landkreis: Kreisfreie Stadt
Fläche: 17,31 km²
Geographische Lage: 54° 26′ N, 18° 33′ O54.43333333333318.557Koordinaten: 54° 26′ 0″ N, 18° 33′ 0″ O
Einwohner: 38.945 (30. Juni 2008[1])
Postleitzahl: 81-701 bis 81-806
Telefonvorwahl: (+48) 58
Kfz-Kennzeichen: GSP
Wirtschaft und Verkehr
Zweige: Fremdenverkehr
Straße: GdyniaDanzig
Schienenweg: GdyniaDanzig
Nächster int. Flughafen: Danzig (Gdańsk)
Verwaltung (Stand: 2009)
Stadtpräsident: Jacek Karnowski
Adresse: ul. Kościuszki 25/27
81-704 Sopot
Webpräsenz: www.sopot.pl

Sopot [ˈsɔpɔt] (deutsch Zoppot) ist ein in Polen an der Danziger Bucht gelegenes Ostseebad und bildet zusammen mit Danzig (Gdańsk) und Gdynia (Gdingen) den Ballungsraum Dreistadt (poln. Trójmiasto). Während in den beiden Nachbarstädten vornehmlich Handel, Industrie und Häfen von Bedeutung sind, profitiert Sopot als kleine Kurstadt vornehmlich vom Fremdenverkehr.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Plan des Seebads Zoppot um 1910.
Kurhaus um 1900.
Strandpanorama bei Zoppot (2008), vom Anfang des Großen Seestegs aus in nördlicher Richtung gesehen.

Das Wort Zoppot ist slawischen Ursprungs und hat die Bedeutung von unterm Berg. Als kleines Fischerdorf gehörte Zoppot im 13. Jahrhundert zum Zisterzienserkloster Oliva und von 1283 bis 1807 zur Hansestadt Danzig. Die Geschichte Zoppots ist deshalb eng mit der Geschichte der Stadt Danzig verknüpft, die 1308 zusammen mit Pommerellen an den Deutschordensstaat gefallen war, nach dem Niedergang der Herrschaft der Deutschordensritter an das Königreich Polen kam und im Zuge der zweiten Teilung Polens 1793 wieder an das Königreich Preußen zurückfiel. Von 1871 bis 1920 gehörte die Stadt zum Deutschen Reich. Nach der Einrichtung des Polnischen Korridors durch den Versailler Vertrag 1920 war Zoppot bis 1939 ein Teil der Freien Stadt Danzig. Deren Territorium wurde von 1939 bis 1945 von Hitler-Deutschland annektiert.

1823 gründete der Elsässer Arzt Johann Georg Haffner, der 1808 als Chirurg der Grande Armee Napoleon Bonapartes nach Danzig gekommen war, dort geheiratet und sich in Zoppot niedergelassen hatte, den ersten Strandbad-Betrieb mit Kur-Sanatorium. Zoppot ist als Kurort für Erholungssuchende gut geeignet, weil bewaldete Höhenzüge den Ort vor Nord- und Westwinden schützen, die Luft milde und mückenfrei ist und das Meerwasser in der Danziger Bucht etwas wärmer ist und einen deutlich geringeren Salzgehalt aufweist als im westlichen Teil der Ostsee. Seit Aufnahme des Kurbetriebs entwickelte sich Zoppot stetig zu einem mondänen Seebad.

Seit 1894 erschien die Zoppoter Zeitung.

1902 wurde Zoppot zur Stadt erhoben. Die rund 14.000 Einwohner (1910) [2] verteilten sich auf das ehemalige Oberdorf - in der Nähe der Eisenbahnlinie und entlang der Danziger Chaussee - und auf das Unterdorf, das Villen- und Hotelviertel in Strandnähe. Die deutsche Stadt hatte ein Gymnasium und eine kleine evangelische Kirche. Es gab eine Pferderennbahn, die vom Westpreußischen Reitverein unterhalten wurde, und eine Radrennbahn. Das Grand Hotel verfügte über ein Spielkasino. Vor dem Ersten Weltkrieg fand in Zoppot alljährlich Mitte Juli die Zoppoter Woche mit einer Reihe sportlicher Wettbewerbe statt. Dazu zählten Pferderennen, Radrennen, eine offene Segelregatta, das Ostdeutsche Tennisturnier, für das Kaiser Wilhelm II. jedes Jahr einen Preis stiftete, und Schwimmveranstaltungen. Im August fanden zur Unterhaltung der jährlich etwa 15.000 Bade- und Kurgäste weitere Veranstaltungen statt, wie Theateraufführungen und Hunderennen. Unter den nichtdeutschen Badegästen stellten Polen und Russen das größte Kontingent.

Zwischen dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg legten die Schiffe des Seedienstes Ostpreußen in Zoppot an. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Zoppot unter polnische Verwaltung gestellt und in Sopot umbenannt. Die deutsche Bevölkerung wurde größtenteils vertrieben bzw. später ausgesiedelt. Es siedelten sich Polen und Ukrainer an, die zunächst vorwiegend aus Gebieten östlich der Curzon-Linie kamen.

Neben dem Badestrand an der Danziger Bucht ist die Waldoper Zoppot ein weiterer touristischer Anziehungspunkt. Diese wurde 1909 eröffnet, heute findet dort unter anderem das Sopot Festival statt.

Seebrücke in Sopot, 511,5 m lang, deutsch Großer Seesteg genannt.
Blick auf das Grand Hotel in Sopot.

Mit der zunehmenden Verschmutzung der Danziger Bucht musste der Badebetrieb in der Vergangenheit vorläufig eingestellt werden. Seit einigen Jahren hat sich jedoch die Wasserqualität deutlich verbessert, so dass in den Sommermonaten wieder uneingeschränktes Baden möglich ist.

Bekannt ist Sopot auch für seine imposante Seebrücke - einen 511,5 Meter langen Holzsteg in die Danziger Bucht, der deutsch Großer Seesteg genannt wird. Auf dem Steg gibt es Gaststätten mit vielen Sitzgelegenheiten im Freien für die Kurgäste. Kleine Boote und Ausflugsschiffe legen noch heute an der Seebrücke an.

Sport

In Sopot findet alljährlich das ATP-Tennisturnier ATP Sopot statt. Mit Prokom Trefl Sopot hat die Stadt Sopot heute einen der besten europäischen Basketballvereine.

Städtepartnerschaft

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt


Bürgermeister

  • 1902–1905 Volkmar Wurmb
  • 1905–1908 Johannes Kollath
  • 1908 Baron von Gagern
  • 1908–1919 Max Woldmann
  • 1919–1930 Erich Laue
  • 1930–1934 Hermann Lewerenz
  • 1934–1936 Wilhelm Fließbach
  • 1936–1941 Erich Temp
  • 1942 Gerhard Koß
  • 1942 ?? Schröder
  • 1942–1945 ?
  • 1945 Henryk Michniewicz
  • 1945 Tadeusz Soboń
  • 1946 Antoni Turek
  • 1946–1948 Leonard Wierzbicki
  • 1948 Srebrnik
  • 1948 Bolesław Śliwiński
  • 1948–1949 Jan Kapusta
  • 1949–1950 Piotr Nowak
  • 1950–1952 Alfred Müller
  • 1952–1954 Hieronim Kozieł
  • 1954–1958 Roman Kosznik
  • 1958–1965 Stanisław Podraszko
  • 1965–1969 Zenon Bancer
  • 1969–1978 Bolesław Robakowski
  • 1978–1981 Lech Świątkowski
  • 1981–1984 Cezary Dąbrowski
  • 1984–1990 Andrzej Plona
  • 1990–1992 Henryk Ledóchowski
  • 1992–1998 Jan Kozłowski
  • 1998– Jacek Karnowski

Verweise

Siehe auch

Weblinks

Fußnoten

  1. Główny Urząd Statystyczny, „LUDNOŚĆ - STAN I STRUKTURA W PRZEKROJU TERYTORIALNYM“, Stand vom 30. Juni 2008
  2. Meyers Reisebücher, Ostseebäder und Städte der Ostseeküste, Bibliographische Institut, 4. Auflage, Leipzig/Wien 1910, S. 171-175.

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