Bahnstrecke Gräfenhainichen–Oranienbaum

Bahnstrecke Gräfenhainichen–Oranienbaum
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Die Zschornewitzer Kleinbahn GmbH wurde 1918 gegründet; 53 % ihrer Anteile übernahmen die Elektrowerke AG Zschornewitz, weitere 27 % die Provinz Sachsen. Der Sitz der Bahnverwaltung war in Grube Golpa (Post Zschornewitz) angesiedelt.

Die 17 km lange normalspurige Strecke zweigte in Burgkemnitz von der Anhalter Bahn ab und führte über Zschornewitz–Golpa–Großmöhlau nach Oranienbaum.

Die Bahn war durch die Verbindung von zwei Grubenbahnen entstanden: Von Süden war am 8. Januar 1895 durch die Friedrich Albert-Baggerwerke Golpa-Jeßnitz die Strecke von Burgkemnitz nach Golpa in Betrieb genommen worden. Zwei Jahre später entstand im Norden die Verbindung von Oranienbaum bis zur Grube Margarethe. Diese Strecke wurde 1908 von der Dessau-Wörlitzer Eisenbahn-Gesellschaft (DWE) erworben, die das fehlende Zwischenstück nach Golpa herstellte. Nach dem Verkauf dieser Bahn an die Elektrowerke AG Zschornewitz am 21. Juni 1918 kam es zur Gründung der neuen Gesellschaft. Sie verband ab 1. April 1919 mit Personen- und Güterverkehr die Staatsbahnstrecke Wittenberg–Bitterfeld und die Dessau–Wörlitzer Eisenbahn. Ab 15. Oktober 1920 führte für einige Jahre die Anhaltische Landes-Eisenbahngemeinschaft den Betrieb der Kleinbahn, obwohl nur 2 km der Strecke im Lande Anhalt lagen. Sie war aber auch später nicht mit der Kleinbahnabteilung der Provinzialverwaltung in Merseburg verbunden, der die Mehrzahl der Kleinbahnen in der Provinz Sachsen angeschlossen waren.

Inhaltsverzeichnis

Fahrplan

Der Personenverkehr von Burgkemnitz nach Oranienbaum war stets sehr gering; er wurde nach und nach auf nur ein Zugpaar täglich reduziert, das 1932 auch noch wegfiel; dagegen blieb das Angebot bis Golpa erheblich umfangreicher. Die Statistik nennt für 1939 als Fahrzeugbestand fünf Dampflokomotiven, einen Akku-Triebwagen mit Beiwagen, einen Pack- und acht Güterwagen, aber keinen Personenwagen.

1941 endeten die – immerhin werktags neun – Personenzüge bereits in Zschornewitz, fuhren aber teilweise 1944 wieder bis Golpa und 1946/47 sogar bis Großmöhlau. Nachdem seit 1938 von hier bis Oranienbaum auch kein regelmäßiger Güterverkehr bedient wurde, war diese Teilstrecke (zeitweise) abgebaut, so dass zwischen 1942 und 1945 – trotz des kriegsbedingten Treibstoffmangels – eine Omnibuslinie Golpa–Oranienbaum betrieben werden musste.

Wieder Grubenbahn, dann Museumsbahn

Nach Kriegsende wurde die Bahn am 22. März 1946 der SAG für Brennstoffindustrie übergeben, die sie 1950 wieder in eine Grubenanschlussbahn verwandelte, auf der noch bis 1. Juli 1955 werksinterner Personenverkehr bedient wurde. Inzwischen hatte im Sommer 1953 das VEB Braunkohlenkombinat Golpa die Bahn übernommen. Nach der Wende wurde die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) neue Eigentümerin.

Am 1. Juli 1997(?) übernahm die Anhaltische Bahn Gesellschaft mbH (ABG) die „Grubenbahn Gräfenhainichen“, die zunächst von der Ferropolis Bergbau- und Erlebnisbahn e.V. betrieben wurde. Seit 2007 ist die ABG auch Betriebsführer der Strecke. Am 1. Juni 2008 wurde die Teilstrecke Oranienbaum–Ferropolis nach umfangreichen Reparaturarbeiten wieder eröffnet. An jedem ersten Sonntag im Monat von Juli bis Oktober wird Personenverkehr von Wörlitz nach Ferropolis (Ferropolisbahn) angeboten. In Oranienbaum besteht Anschluss an die Dessau-Wörlitzer-Eisenbahn.[1] In Ferropolis befindet sich ein Grubenbahnmuseum mit Fahrzeugen, die unter anderem im ehemaligen Tagebau Golpa-Nord eingesetzt wurden.[2]

Nachdem die Strecke Burgkemnitz–Zschornewitz–Golpa–Jüdenberg inzwischen abgebaut worden ist, benutzt sie heute eine Strecke von Burgkemnitz (mit Anschluss an die Anhalter Bahn) über Gräfenhainichen und Jüdenberg nach Oranienbaum mit einer Abzweigung nach Ferropolis.

Strecke 152 k - 1934

  • 0,0 Burgkemnitz
  • 3,5 Zschornewitz
  • 6,2 Golpa
  • 7,4 Möhlau
  • 12,6 Jüdenberg
  • 16,9 Oranienbaum

(Golpa–Oranienbaum kein Pv)

Einzelnachweise

  1. Sonderfahrplan 2008 der DWE.
  2. Website des Grubenbahnmuseums Ferropolis.

Literatur

  • List, Röper, Zieglgänsberger: Archiv deutscher Klein- und Privatbahnen - Sachsen-Anhalt. Stuttgart 1998

Weblinks


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