Stephan Haase

Stephan Haase
Stephan Haase beim NPD-Bundesparteitag 2006

Stephan Haase (* 1968 in Lüdenscheid-Hellersen) aus Lüdenscheid ist ein rechtsextremer Politiker der NPD. Er ist seit November 2002 Landesvorsitzender der Partei in Nordrhein-Westfalen und seit Oktober 2004 auch Bundesvorstandsmitglied, wo er das Referat "Besondere Aufgaben" leitet.

Stephan Haase auf einer Neonazi-Kundgebung am 26. Juni 2004 in Bochum.

Inhaltsverzeichnis

NPD-Funktionär

Der als Offset-Drucker und Galvaniseur tätige Haase war zunächst in der Neonaziorganisation "Nationalistische Front" (NF) aktiv, bis diese am 16. November 1992 ihrer "Wesensverwandtschaft mit dem Nationalsozialismus" und ihrer "aggressiv-kämpferischen" Agitation verboten wurde. Daraufhin wurde er in der "Freien Kameradschaftsszene", insbesondere der "Sauerländer Aktionsfront" (SAF), und in der NPD aktiv und fungierte unter anderem als "Stützpunktleiter Lüdenscheid“. Seit November 2002 ist er NPD-Landesvorsitzender in Nordrhein-Westfalen.

Zur Kommunalwahl im September 2004 kandidierte Haase auf Platz 2 der REP-Wahlliste in der Stadt Lüdenscheid und verfehlte den Einzug ins Stadtparlament nur knapp. Insgesamt waren von den sechs Kandidaten alleine vier teils hochrangige NPD-Funktionäre und mit dem Lüdenscheider Stadtrat Jürgen Thiel nur ein Mitglied der Republikaner, weshalb es zu starken Differenzen mit der REP-Landes- und Bundesspitze kam und gegen Thiel ein Parteiausschlussverfahren eröffnet wurde.

Bei der Landtagswahl 2005 in Nordrhein-Westfalen kandidiert Stephan Haase auf Platz 2 der NPD-Landesliste hinter dem Bundesvorsitzenden der NPD Udo Voigt. Zur Bundestagswahl 2005 trat er als Direktkandidat der NPD im Wahlkreis Olpe - Märkischer Kreis I an. Am 12. Februar 2006 kandidierte er bei der Bürgermeisterwahl in Schalksmühle (Märkischer Kreis).

Bei der Kommunalwahl 2009 konnte Stephan Haase als einziger NPD-Kandidat über die Reserveliste in den Rat der Stadt Lüdenscheid einziehen. Aufgrund dieses Einzuges fand am Freitag, den 30.Oktober eine Demonstration statt, welche den Einzug kritisierte. Aufgerufen wurde dazu von einem Bündnis verschiedener Parteien, Gewerkschaften und aller Lüdenscheider Gymnasien.

Betreiber des rechtsextremen "Donner Versandes"

Neben seiner Tätigkeit für die NF und die NPD betrieb Haase seit 1991 gemeinsam mit dem Neonazi und ehemaligen NF-Mitglied Harald Theodor Mehr den Neonazi-"Donner Versand" in Lüdenscheid, zu der Zeit einer der bundesweit größte Versände für Rechtsrock und Neonazi-Devotionalien. Bei einer polizeilichen Durchsuchung der Räume des Versandes wurden 1995 ein Video des Holocaustleugners Thies Christophersen und T-Shirts mit dem Emblem der verbotenen Wehrsportgruppe Hoffmann beschlagnahmt. Haase wurde Ende 1996 wegen Volksverhetzung und Verbreitung von Kennzeichen einer verfassungsfeindlichen Organisation zu sieben Monaten Haft auf Bewährung und einer Geldstrafe von 2.000 DM verurteilt, doch wurde die Haftstrafe in der Berufungsverhandlung 1997 vor dem Landgericht Hagen auf sechs Monate reduziert. Als Verteidiger traten die in der rechtsextremen Szene beliebten Anwälte Günther Herzogenrath-Amelung und Hans-Günter Eisenecker auf. 1998 wurde Haase im Zusammenhang mit einer Bewährungsstrafe verboten, ein Gewerbe im Groß- und Einzelhandel, einen drucktechnischen Betrieb oder einen Versand zu betreiben.

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Einzelnachweise



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