Zeche Friedrich Ernestine

Zeche Friedrich Ernestine
Zeche Friedrich Ernestine
Abbau von Steinkohle
Betriebsbeginn 1876
Betriebsende 1965
Geografische Lage
Koordinaten 51° 28′ 22″ N, 7° 2′ 52″ O51.4727777777787.0477777777778Koordinaten: 51° 28′ 22″ N, 7° 2′ 52″ O
Zeche Friedrich Ernestine (Regionalverband Ruhr)
Zeche Friedrich Ernestine
Lage Zeche Friedrich Ernestine
Standort Essen-Stoppenberg
Gemeinde Essen
Bundesland Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland
Revier Ruhrrevier

p0p2

Die Zeche Friedrich Ernestine war ein Steinkohlen-Bergwerk in Essen-Stoppenberg.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die bergrechtliche Gewerkschaft Friedrich Ernestine wurde 1871 durch die Familie Stinnes gegründet. 1873 wurde in Stoppenberg an der Langemarckstraße der erste Schacht abgeteuft. Er wurde mit einem Malakowturm ausgerüstet und ging 1876 in Betrieb. Zur Verbesserung der Wetterführung wurde 1897 bis 1899 neben Schacht 1 der Schacht 2 niedergebracht.

1900 wurde Hugo Stinnes Grubenvorstand der Gewerkschaft Friedrich Ernestine. Er hielt dieses Amt bis zu seinem Tode 1924 inne. Unter seiner Leitung wurden bis 1905 die Schächte mit neuartigen Fördergerüsten ausgestattet. Weiterhin wurde eine Kokerei eingerichtet. Der Gasgehalt der Kohle hatte aber auch seine Schattenseite: Zweimal, 1910 und 1919, wurde "Friedrich Ernestine" von Schlagenden Wettern heimgesucht, die 4 (1910) und 6 (1919) Todesopfer kosteten.

Der Absatz der geförderten Kohle und des Koks war den ebenfalls von Hugo Stinnes gegründeten Rheinischen Elektrizitätswerken AG bei der Schachtanlage Victoria Mathias vorbehalten. Das RWE übernahm 1920 die Mehrheit der Kuxe der Gewerkschaft und führte die Zeche in gleicher Unternehmensform fort.

1929/30 wurde die Kokerei mit 60 modernen Koksöfen völlig neu errichtet. 1934 wurde die Grube mit Zeche Victoria Mathias durchschlägig, d.h. es gab eine direkte Verbindung zwischen den Gruben. Die Jahresförderung betrug 650.000 t Kohle bei einer Kokserzeugung von 240.000 t pro Jahr.

1952 wurde die Gewerkschaft Friedrich Ernestine mit der ebenfalls zum ehemaligen Stinnes'schen Familienbesitz zählenden Gewerkschaft Graf Beust auf die Gewerkschaft Victoria Mathias vereinigt. Ab 1957 wurde die Förderung zusammengefasst und über den Schacht 2 der Zeche Victoria Mathias gefördert.

Stilllegung

Die Grubenfelder der RWE-Zechen waren von vorneherein relativ knapp bemessen (da die Schachtanlagen ursprünglich oft in Sichtweite zueinander abgeteuft worden waren, war der Abstand denkbar gering). Daher war ab 1960 abzusehen, dass auf Dauer keine wirtschaftliche Gewinnung der Vorräte mehr möglich war. 1963 wurde das Ostfeld mit den Schächten Friedrich Ernestine 1/2 sowie der Kokerei stillgelegt.

1965 wurde die Gesamtförderung eingestellt.

Heutiger Zustand

Die Schächte Friedrich Ernestine wurden verfüllt und die Anlagen komplett abgebrochen. Heute befindet sich auf dem Zechengelände an der Langemarckstraße das Gewerbegebiet Friedrich Ernestine.

Literatur

  • Wilhelm Hermann, Gertrude Hermann: Die alten Zechen an der Ruhr. 6. erweiterte und aktualisierte Auflage, Verlag Karl Robert Langewiesche, Nachfolger Hans Köster KG, Königstein i. Taunus, 2006, ISBN 3784569943
  • Joachim Huske: Die Steinkohlenzechen im Ruhrrevier. 3. Auflage, Selbstverlag des Deutschen Bergbau-Museums, Bochum 2006, ISBN 3-937203-24-9

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