- Friedenskirche (Düsseldorf)
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Die Friedenskirche ist eine evangelische Kirche im Düsseldorfer Stadtteil Unterbilk.
Inhaltsverzeichnis
Geschichte
1892 wurde der Bauplatz an der Florastraße erworben. Nach Entwürfen von Hermann vom Endt wurde das Vereinshaus des „Vereins für innere Mission“ als provisorischer Betsaal an der Kronenstraße im Jahre 1896 fertiggestellt.
Im Sommer 1893 war ein öffentlicher Wettbewerb ausgeschrieben worden, wobei der Entwurf des Architekten Küppler aus Leipzig ausgezeichnet wurde, der eine Zentralkirche mit Vierungsturm vorsah. Zu der Ausführung von Küpplers Entwurf konnte sich die Gemeindevertretung jedoch nicht durchringen und beauftragte Georg Weidenbach mit dem Entwurf. Im Juli 1894 wurde Weidenbachs Entwurf für gut befunden und zur Ausführung bestimmt.
Die Friedenskirche wurde 1896–99 unter der Oberleitung Weidenbachs und der örtlichen Leitung des hiesigen Architekten Korn im neogotischen Stil erbaut. Sie hat einen rechteckigen, fast quadratischen Grundriss, der in der Quer- und Längsrichtung in drei Joche eingeteilt war. Im Chorbogen wurde bei Fertigstellung des Kirchenbaus 1899 ein Kruzifix aufgehängt. Der Kirchenbau hat einen Glockenturm, der bis zur Höhe des Kirchenschiffdachs einen quadratischen, darüber einen achteckigen Querschnitt hat. Die Kirche wurde beim Luftangriff des 11./12. Juni 1943 im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstört, lediglich die Sakristei wies nur geringe Schäden auf. Der Wiederaufbau erfolgte bis zum Jahr 1953, allerdings in etwas vereinfachter Form. Die Innenausstattung stammt aus den 1950er Jahren.
Ausstattung
Ausmalung
Wegen ihrer Ausmalung war die Friedenskirche weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt, sie galt „sonderlich innen als ein glänzendes Bauwerk“ und „das namentlich durch die Wandgemälde Eduard von Gebhardts“.[1]
Diese Ausmalung wurde im Jahre 1898 im Auftrag und auf Rechnung des preußischen Staates von Professor Eduard von Gebhardt angefertigt und umfasste einen Zyklus von Bildern aus der biblischen Geschichte. Damit sollte der „deutschen Kunst nicht nur eine neue religiöse, sondern auch eine ausgesprochen und typisch protestantische Kirchenmalerei“[2] gegeben werden.
Links und rechts des Chores befanden sich zwei große Wandbilder, links die Taufe im Jordan und rechts die Verklärung Christi. Die beiden Fresken waren verbunden durch den Chorbogen mit dem Apostale. Über dem Schlussstein des Chorbogens malte er als „Symbol der Einsetzung des alten Bundes den Regenbogen hinter der zum Schwur erhobenen Hand Gottes und aus Wolken hervorschwebend die Gestalten von Tag und Nacht“.[3] Dem Chor gegenüber an der Orgelwand befand sich das Gemälde Bergpredigt. Die kleinen Felder der Seitenwände zwischen den Fenstern schmückte der Künstler als „Vermittlung mit Begebenheiten aus dem Leben der bedeutendsten Männer des Alten und Neuen Testaments, Moses und Christus“,[4] auf der einen Seite „Moses und der feurige Strauch“, „Moses zertrümmert die Gesetzetafeln“, „Moses schlägt Wasser aus dem Stein“ sowie „Der Tod von Moses“ und auf der anderen Seite „Christus Einzug in Jersualem“, „Die Tempelreinigung“, „Das Abendmahl“ und „Christus im Garten Getsemane“.
Die Wandmalereien haben sich nur in Fragmenten erhalten, so Teile der Johannestaufe, der Bergpredigt und des Brennenden Dornbuschs.[1]
Fenster
1899 hatten die Düsseldorfer Glasmaler Gassen und Blaschke die bleiverglasten Fenster nach Motiven aus dem Altenberger Dom bemalt. Nach der Zerstörung im Krieg erhielten die drei Chorfenster im Jahre 1954 eine Glasmosaikarbeit des Breslauer Künstlers Martin Domke (1911–2005): Johannes der Täufer, Der auferstandene Christus und Der Apostel Paulus.[5]
Orgel
Die Orgel der Friedenskirche wurde 1955 von Rudolf von Beckerath (Hamburg) mit 34 Registern auf drei Manualen und Pedal in einem schlichten Orgelgehäuse erbaut. In den Jahren 2006–2007 wurde das Instrument durch Hans-Ulrich Erbslöh (Hamburg) restauriert. In diesem Zusammenhang wurde die Disposition erweitert, insbesondere um ein an alle Manuale und das Pedal frei ankoppelbares Auxiliarwerk. Das Instrument hat mechanische Spieltrakturen. Die Registertrakturen sind elektrisch.[6]
I Positiv C–g3 1. Holzgedackt 8 2. Blockflöte 4' 3. Prinzipal 2' 4. Oktave 1' 5. Terzian II 6. Scharf III 7. Krummhorn 8' Tremulant II Hauptwerk C–g3 8. Bordun 16′ 9. Prinzipal 8′ 10. Rohrflöte 8′ 11. Oktave 4′ 12. Spielflöte 4′ 13. Nasat 22/3′ 14. Oktave 2′ 15. Mixtur VI 11/3′ 16. Trompete 8′ III Oberwerk C–g3 17. Gedackt 8′ 18. Quintadena 8′ 19. Prinzipal 4′ 20. Rohrflöte 4′ 21. Kleinflöte 2′ 22. Quinte 11/3′ 23. Sesquialter II 22/3′ 24. Scharf IV 1′ 25. Dulzian 8′ Tremulant Auxiliarwerk C–g3 26. Chamade 16′ 27. Chamade 8′ 28. Chamade 4′ Pedal C–f1 29. Untersatz 32′ 30. Prinzipal 16′ 31. Oktave 8′ 32. Oktave 4′ 33. Nachthorn 2′ 34. Rauschpfeife II 35. Pedalmixtur VI 2′ 36. Posaune 16′ 37. Trompete 8′ 38. Trompete 4′ - Koppeln:
- Normalkoppeln: I/II, III/II, I/P, II/P, III/P (mechanisch); I/II, III/I, III/II, I/P, II/P, III/P (elektrisch)
- Superoktavkoppeln: I/I, I/II, III/I, III/II, III/III, III/P
- Suboktavkoppeln: I/I, I/II, III/I, III/II, III/III
- Spielhilfen: 10.000-fache Setzeranlage, Replay-Anlage mit Speicherungsmöglichkeit (USB)
Glocken
Die drei Glocken wurden im Jahre 1924 vom Bochumer Verein aus Gussstahl gegossen. Die Schlagtöne der Glocken sind b0, des1 und es1. Sie ersetzen das ursprüngliche vierstimmige Bronzegeläut, das bis auf die kleinste Glocke im Ersten Weltkrieg eingeschmolzen wurde. Die verbliebene Glocke gab man für das Gussstahlgeläut in Zahlung.
Einzelnachweise
- ↑ a b Website der Friedenskirche: „Wir über uns“ → „Geschichte“ → „Die Wandbilder der Friedenskirche“, abgerufen am 19. November 2010
- ↑ Architekten- und Ingenieur-Verein zu Düsseldorf (Hrsg.): Düsseldorf und seine Bauten. L. Schwann, Düsseldorf 1904, S. 132
- ↑ Architekten- und Ingenieur-Verein zu Düsseldorf (Hrsg.): Düsseldorf und seine Bauten. L. Schwann, Düsseldorf 1904, S. 133.
- ↑ Verkehrsverein Düsseldorf (Hrsg.): Führer durch Düsseldorf am Rhein und seine Umgebung, Düsseldorfer Verl.-Anst., Düsseldorf 1904.
- ↑ Evangelische Friedens-Kirchengemeinde Düsseldorf (Friedenskirche) – Die Zeit des Wiederaufbaus
- ↑ Evangelische Friedens-Kirchengemeinde Düsseldorf (Friedenskirche) – Orgel der Friedenskirche
Literatur
- Architekten- und Ingenieur-Verein zu Düsseldorf (Hrsg.): Düsseldorf und seine Bauten. L. Schwann, Düsseldorf 1904, S. 131–133
- Die Wandgemälde Eduard von Gebhardts in der Friedenskirche zu Düsseldorf. 12 Blätter mit begleitenden Worten von Rudolf Burckhardt. Pestalozzihaus, Düsseldorf 1908. Digitalisierte Ausgabe der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf
- Jörg A. E. Heimeshoff: Denkmalgeschützte Häuser in Düsseldorf, mit Garten- und Bodendenkmälern. Nobel, Essen 2001, S. 341.
Weblinks
51.2117566.771649Koordinaten: 51° 12′ 42″ N, 6° 46′ 18″ OKategorien:- Friedenskirche
- Kirchengebäude in Düsseldorf
- Neugotisches Bauwerk in Düsseldorf
- Neugotisches Kirchengebäude in Nordrhein-Westfalen
- Disposition einer Orgel
- Erbaut in den 1890er Jahren
- Bauwerk in Unterbilk
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