- Grube Wilhelmine
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Grube Wilhelmine Neuer Stollenmund 2008 Abbau von Kupfererz Abbautechnik Untertagebau, vor 1817 Tagebau Betriebsbeginn 1542 Betriebsende 1923 Geografische Lage Koordinaten 50° 4′ 9″ N, 9° 16′ 19″ O50.0691111111119.2719722222222Koordinaten: 50° 4′ 9″ N, 9° 16′ 19″ O Lage Grube WilhelmineGemeinde Sommerkahl Kreis Aschaffenburg Bundesland Bayern Staat Deutschland In der am östlichen Ortsrand von Sommerkahl im bayerischen Spessart gelegenen Grube Wilhelmine wurde ab Mitte des 16. Jahrhunderts eines der in Bayern seltenen Kupfervorkommen bergmännisch abgebaut.
Inhaltsverzeichnis
Geschichte
Erstmals 1542 erwähnt gewann man zunächst im Tagebau eisen- und kupferhaltige Minerale mit wechselndem Erfolg. Einen immer wieder unterbrochenen Aufschwung erlebte die Grube Wilhelmine ab 1871, nachdem man sich auf den Kupferabbau untertage verlegt hatte. Der relativ geringe Kupfergehalt des Erzes stellte die Rentabilität wiederholt in Frage. 1920 bis 1922 förderten mehr als 100 Bergleute täglich rund 70 Tonnen kupferhaltiges Erz zutage, aus denen allerdings nur etwa eine Tonne hüttenfertiges Material gewonnen werden konnte. 1923 wurde der Betrieb schließlich mangels Rentabilität eingestellt.
Entstehung der Vorkommen
Das Gebiet um Sommerkahl besteht aus dem Schöllkripper Gneis, der in der Zeit des Karbon vor rund 335 Millionen Jahren dadurch entstand, dass sein Ausgangsmaterial Granit durch hohe Temperaturen und Drücke eine Metamorphose durchlief und sich zu Muskovit-Biotit-Gneis wandelte. Diese kristallinen Grundgebirge enthalten die abbaufähigen Kupfervorkommen.
In der Grube Wilhelmine kommen die Kupferablagerungen fast ausschließlich in Rissen von bis zu 30 cm starken Quarz- und Schwerspat-Gängen vor, in die kupferhaltige Erzminerale vom darüber liegenden Kupferschiefer oder auch aus tieferen Schichten in gelöster Form eingeschwemmt wurden. Nur wenn sich das Kupfer durch die geologischen Prozesse zu einer größeren Lagerstätte verdichtet hat, lohnt sich sein Abbau.
Gesteinsverfärbungen
In den Kupfer führenden Gängen der Grube Wilhelmine kommt dieses eingebettet im Sulfiden, Chalkopyrit, Bornit und Tennantit vor. Unter dem Einfluss von Wasser, Luft und Carbonaten oxidieren diese primären Erzminerale ähnlich wie rostendes Eisen. Bei Kupfer entstehen jedoch farbenprächtiges grünes Malachit und blaues Azurit als Sekundärminerale, die das Gestein überkrusten. Zum Abbau ungeeignet dienen die Verfärbungen der Kupferoxide jedoch als Prospektionsminerale zum Erkennen eines Kupfervorkommens. Auch an der Steilwand des ursprünglichen Tagebaus über den Eingangsstollen finden sich die Verfärbungen in auffälliger Weise.
Besucherbergwerk
Nicht zur Kupfergewinnung, sondern aus historisch-konservatorischen Gründen wurde das Bergwerk von privater Hand wieder in Stand gesetzt und gehalten und als Besucherbergwerk ausgebaut. Bei Räumarbeiten verfüllter Stollen werden im Bergwerk immer wieder Mineralien gefunden, die in einer Ausstellung den Besuchern gezeigt werden. Grube und Ausstellung können im Sommer nach Anmeldung während einer Bergwerksführung besichtigt werden.
Fledermausquartier
Die Stollen und Schächte der Grube Wilhelmine dienen in den Wintermonaten einer großen Zahl von Fledermäusen, unter ihnen dem Großen Mausohr, als Quartiersicherung und damit dem Biotop- und Artenschutz. Deshalb ist das Bergwerk in dieser Zeit nicht zugänglich. Die Stollen werden dann bis auf Ein- und Ausflugschlitze verschlossen. In den Sommermonaten suchen sich die nachtaktiven Tiere wärmere Schlafstellen in der Umgebung.
Weblinks
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