Gustav Wohlgemuth

Gustav Wohlgemuth
Gustav Wohlgemuth (um 1907)

Gustav Wohlgemuth (* 2. Dezember 1863 in Leipzig; † 2. März 1937 ebenda) war Chordirigent und Komponist in Leipzig.

Inhaltsverzeichnis

Werdegang

Gustav Wohlgemuth besuchte nach seiner schulischen Ausbildung in Leipzig ab 1878 das Lehrerseminar in Grimma. Anschließend war er zunächst als Volksschullehrer in Leipzig tätig. Während dieser Zeit leitete er zwei Männerchöre: den Liederfels und den Liederhain. Am 14. März 1891 vereinigte Wohlgemuth beide Chöre zum Leipziger Männerchor, den er bis zu seinem Tode leitete und zu überregionaler Bekanntheit führte. [1]

1900 gab er seinen Lehrerberuf auf und studierte für drei Jahre am Leipziger Konservatorium. Im gleichen Jahr übernahm er auch die Leitung der Leipziger Singakademie, einem gemischten Chor, der 1802 durch den damaligen Direktor der Gewandhaus-Konzerte und späteren Thomaskantor Johann Gottfried Schicht gegründet wurde[2].

Von 1896 bis 1932 nahm Wohlgemuth an den Festen des Deutschen Sängerbundes als Festdirigent der Gesamtchöre teil. Ab 1898 arbeitete er bis zum Jahr 1932 im Führungsgremium des Deutschen Sängerbundes als musikalischer Sachverständiger des geschäftsführenden Ausschusses mit. Im Herbst 1906 übernahm Wohlgemuth für 20 Jahre die Schriftleitung der Zeitschrift Sängerhalle (später Deutsche Sängerbundes-Zeitung).

1909 reiste Wohlgemuth in die USA, um in New York bei einem internationalen Chorwettbewerb als Mitglied des Festausschusses und als Preisrichter zu fungieren.

Werk

Wohlgemuth zeichnet sich als Komponist und Bearbeiter von mehr als 100 Werken insbesondere für Männerchöre aus, zu den bekannten zählen Wie's daheim war, Schön ist die Jugend und Der Tauber (Horch, wie der Tauber ruft).[3]

Ehrungen

Nachdem er bereits zuvor durch die Stadt Leipzig den Titel Musikdirektor erhalten hatte, wurde Gustav Wohlgemuth im Jahr 1918 zum Königlich Sächsischen Professor ernannt.[4] 1910 erhielt Gustav Wohlgemuth das Silberne Verdienstkreuz für Kunst und Wissenschaft [5], 1924 die Marschnermedaille der Stadt Hannover für seine herausragende Tätigkeit als Dirigent [6]. Zudem war Wohlgemuth Ehrenmitglied in zahlreichen Gesangsvereinen des In- und Auslandes.

1939 wurde eine Straße im Leipziger Stadtteil Leutzsch nach ihm benannt.[7]

Nachweise

  1. Franciscus Nagler, Hugo Löbmann, Paul Dehne: Gustav Wohlgemuth, sein Leben und Wirken. Deutsche Männerchor-Komponisten und -Dirigenten, Heft 1. Bohn & Sohn, Leipzig [1934], S. 5 ff.
  2. Paul Langer: Chronik der Leipziger Singakademie [1802-1902]. Klinkhardt, Leipzig 1902, S. 102
  3. Chorwerke von Gustav Wohlgemuth. In: Franciscus Nagler, Hugo Löbmann, Paul Dehne. Gustav Wohlgemuth, sein Leben und Wirken. Deutsche Männerchor-Komponisten und -Dirigenten, Heft 1. Bohn & Sohn, Leipzig [1934], S. [36] ff.
  4. Wohlgemuth, Gustav. In: Deutsche Biographische Enzyklopädie (DBE). Band 10: Thibaut-Zycha. Saur, München 1999, S. 561
  5. Max Teichmann. Die Geschichte des Leipziger Männerchor EV. Leipzig 1941, S. 16
  6. Franciscus Nagler, Hugo Löbmann, Paul Dehne. Gustav Wohlgemuth, sein Leben und Wirken. Deutsche Männerchor-Komponisten und -Dirigenten, Heft 1. Bohn & Sohn, Leipzig [1934], S. 27
  7. André Loh-Kliesch, leipzig-lexikon.de, Stichwort "Wohlgemuthstraße"

Literatur

  • Franciscus Nagler, Hugo Löbmann, Paul Dehne: Gustav Wohlgemuth, sein Leben und Wirken. Deutsche Männerchor-Komponisten und -Dirigenten, Heft 1. Bohn & Sohn, Leipzig [1934]
  • Gustav Wohlgemuth und das 7. Deutsche Sängerbundfest in Breslau. In: Der Leipziger. Illustrierte Wochenschrift. 2(1907), Nr. 32, S. 879-880
  • Horst Riedel: Stadtlexikon Leipzig von A bis Z. Pro Leipzig, Leipzig 2005, ISBN 3-936508-03-8, Stichwort "Wohlgemuth, Gustav"
  • Wohlgemuth, Gustav. In: Deutsche Biographische Enzyklopädie (DBE). Band 10: Thibaut-Zycha. Saur, München 1999, S. 561

Weblinks


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