Lagunari

Lagunari
Wappen des Lagunari Rgt.
Lagunari bei einer Übung in Cavallino-Treporti (Venedig)
Lagunari bei einer Übung in Capo Teulada (Sardinien)
Lagunari am 2. Juni 2006 in Rom

Die Lagunari (dt. „Lagunenjäger“) sind eine amphibische Truppe des italienischen Heeres. Das heutige Lagunari-Regiment Serenissima hat seinen Sitz in Mestre bei Venedig und untersteht der Kavalleriebrigade Pozzuolo del Friuli.

Inhaltsverzeichnis

Aufgabe

Das Regiment hatte während des Kalten Krieges die Aufgabe, die lagunenreiche Südflanke des in Nordostitalien stationierten V. Korps zu sichern. Heute sind die Lagunari für Auslandseinsätze vorgesehen. Sie operieren insbesondere in binnengewässerreichen Gegenden und Küstengebieten.

Gliederung

Das Regiment besteht aus einer Stabs- und Versorgungskompanie (Mestre), aus einer amphibischen Transportkompanie (Sant'Andrea-Insel bei Venedig) und aus einem Marineinfanteriebataillon (Malcontenta di Mira bei Mestre). Das Marineinfanteriebataillon ist wie ein normales Infanteriebataillon gegliedert und verfügt über Mehrzweckfahrzeuge vom Typ VTLM Lince und über Panzerfahrzeuge vom Typ Puma. In der Transportkompanie sind sämtliche Seefahrzeuge zusammengefasst (Landungsboote und kleinere Schnellboote). Die Kompanie verfügt auch über amphibische Panzer vom Typ AAV7.

Geschichte

Lagunari gab es in Italien früher im Bereich der Pioniere (Lagunenpioniere). Diese (wenigen) Verbände sicherten im Ersten Weltkrieg mit Pontons die Verbindungswege im Bereich der nordostitalienischen Lagunen und der dortigen Flussmündungen. Auf solchen Pontons wurden auch Artillerieeinheiten zum Einsatz gebracht. Das italienische Heer stellte 1951 erneut einen Lagunari-Verband auf, diesmal jedoch im Bereich der Infanterie, weil man für das oben genannte V. Korps einen amphibischen Spezialverband zur Flankensicherung benötigte. Dieser Verband wurde in den Jahren danach weiter ausgebaut, weil das San-Marco-Bataillon der italienischen Marine von Venedig nach Süditalien verlegt worden war. Bis zur Heeresreform im Jahr 1975 bestand das Langunari-Regiment aus mehreren Bataillonen. Danach führte das 1. Lagunari-Bataillon Serenissima die Traditionen des Regiments fort. 1992 entstand das Regiment wieder. Es bestand aus einem Infanteriebataillon und aus einem Unterstützungsbataillon. Letzteres reduzierte man in den 1990er Jahren zu einer Kompanie. Das Regiment unterstand bis 1997 dem V. Korps untmittelbar, danach kam es erst zum Comando Forze di Proiezione in Mailand und dann zur oben genannten Brigade Pozzuolo del Friuli.

Bis heute sind Lagunari (die in Venetien eine starke Lobby haben) den Reduzierungswellen in der Armee nicht zum Opfer gefallen. Sie sind jetzt für Auslandseinsätze vorgesehen und sollen vor allem in binnengewässerreichen Gegenden zum Einsatz kommen. Die Planungen einer Integration der Lagunari mit dem zur italienischen Marineinfanterie gehörenden San-Marco-Regiment und die Schaffung einer gemeinsamen amphibischen Brigade wurden Mitte der neunziger Jahre unter anderem auch wegen der weit entfernten Stationierungsorte (Venedig bzw. Brindisi in Apulien) zunächst verworfen. 2006 institutionalisierte man die enge Zusammenarbeit der beiden Regimenter und richtete in Brindisi einen gemeinsamen Führungsstab ein (Forza Nazionale di Proiezione dal Mare). Die italienische Marine kann bei Bedarf auf die Lagunari und andere Unterstützungskräfte des Heeres zurückgreifen, das San-Marco-Regiment kann bei Landoperationen auch ganz im Bereich des Heeres aktiv werden. Beide Verbände wurden zusammen mit Unterstützungskräften erstmals im Rahmen der UNIFIL nach dem Libanonkrieg 2006 gemeinsam in einem Auslandseinsatz eingesetzt (sog. Initial Entry Force, September 2006).

Sowohl die Lagunari des Heeres als auch das San-Marco-Regiment der Marine führen die Traditionen der Marineinfanterie der früheren Seerepublik Venedig fort.

Barettemblem der Lagunari

Uniform

Wie fast alle anderen Truppengattungen des italienischen Heeres trugen die Lagunari lange Zeit ein schwarzes Barett. Während eines Einsatzes in Afghanistan erhielten sie im März 2011 ein neues, lagunengrünes Barett. Kragenspiegel und Halstücher der Lagunari sind scharlachrot und zeigen einen Markuslöwen.

Siehe auch

Weblinks


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