Michael I. Komnenos Dukas

Michael I. Komnenos Dukas

Michael I. Komnenos Dukas (Griechisch: Μιχαήλ Α΄ Κομνηνός Δούκας, Mikhaēl I Komnēnos Doukas) († 1215) wird als Angehöriger der Familie Angelos oft und fälschlich als Michael Angelos bezeichnet (er selbst benutzte diesen Namen nie); er war der Gründer und ab 1205 erste Herrscher des Despotats Epirus.

Biografie

Michael war ein unehelicher Sohn des Sebastokrators Johannes Dukas und somit ein Vetter der byzantinischen Kaiser Isaak II. und Alexios III.. Vor 1204 war er Statthalter des Themas Mylasa in Kleinasien. Nach der Eroberung Konstantinopels durch die Kreuzfahrer des Vierten Kreuzzugs 1204 trat er in den Dienst des erwarteten neuen Kaisers Bonifatius I. von Montferrat, der bei der Teilung der Beute das Königreich Thessaloniki und die Oberhoheit über Griechenland erhielt. Michael gab die Gefolgschaft jedoch bald wieder auf und stellte sich vermutlich auf die Seite des Widerstands gegen die Kreuzfahrer und nahm vielleicht auch an der Schlacht im Olivenhain von Kunduros (Frühjahr 1205) teil.

Nach der Niederlage in dieser Schlacht floh er nach Epirus, wo er einen byzantinischen Nachfolgestaat gründete, der wenig korrekt Despotat Epirus genannt wird; Hauptstadt wurde Arta im Thema Nikopolis. Epirus wurde bald Zufluchtsort für viele griechische Flüchtlinge aus Konstantinopel, Thessalien und dem Peloponnes, und Michael als zweiter Noah bezeichnet, der die Menschen vor der lateinischen Flut rettete. Als Johannes X. Kamateros, der Patriarch von Konstantinopel, Michael jedoch nicht als legitimen Herrscher anerkannte und sich stattdessen Theodor Laskaris anschloss, unterstellte Michael Epirus der Autorität des Papstes Innozenz III. und kappte dadurch alle Verbindungen zur orthodoxen Kirche im Kaiserreich Nikaia.

Darüber hinaus widerstand er allen Versuchen Bonifatius‘, ihn zu unterwerfen. Der Lateinische Kaiser von Konstantinopel Heinrich von Flandern forderte ihn auf, seine Oberhoheit anzuerkennen, akzeptierte dann aber eine Allianz, die mit der Heirat zwischen Heinrichs Bruder Eustach und einer Tochter Michaels 1209 bekräftigt wurde. Michael jedoch kümmerte sich nicht um dieses Bündnis in der Annahme, dass es dem Lateiner fast unmöglich sein werde, die Berge von Epirus zu erobern. 1210 verbündete sich Michael mit der Republik Venedig und griff Thessaloniki an. Da er dabei katholische Priester gekreuzigt haben soll, wurde er von Papst Innozenz III. exkommuniziert. Kaiser Heinrich befreite Thessaloniki gegen Ende des Jahres und zwang Michael ein neues Bündnis auf.

Trotz dieses Vertrags eroberte Michael in der Folgezeit strategisch wichtige Städte im Gebiet seiner ehemaligen und aktuellen Verbündeten, darunter Larisa in Thessalien (1212), Dyrrhachium und Korfu (1214), und übernahm auch die Kontrolle über die Häfen im Golf von Korinth. Als er als Verbündeter der Lateiner und Bulgariens in einen Krieg gegen die Serben verwickelt wurde, wurde er 1215 von einem Diener ermordet. Sein Nachfolger wurde sein Halbbruder Theodoros Komnenos Dukas.

Familie

Michael heiratete die Tochter eines epirotischen Magnaten; ihre Kinder waren:

  • Konstantinos Komnenos Dukas, † jung
  • Theodora Komnene Dukaina
  • Maria Komnene Dukaina, ∞ Konstantinos Maliassenos

Darüber hinaus hatte er einen unehelichen Sohn von einer unbekannte Frau, Michael II. Komnenos Dukas, der 1230 Herrscher von Epirus wurde.

Literatur

  • The Oxford Dictionary of Byzantium. Oxford University Press, 1991.
  • K. Varzos: Ē genealogia tōn Komnēnōn. Thessaloniki 1984, 2 Bände, S. 669–689.



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