Mundelfingen

Mundelfingen
Mundelfingen
Stadt Hüfingen
Wappen von Mundelfingen
Koordinaten: 47° 52′ N, 8° 28′ O47.8683333333338.4666666666667725Koordinaten: 47° 52′ 6″ N, 8° 28′ 0″ O
Höhe: 725 m ü. NN
Fläche: 15,24 km²
Einwohner: 705 (30. Juni 2006)
Postleitzahl: 78183
Vorwahl: 07707

Mundelfingen ist ein Dorf und ein Ortsteil von Hüfingen im Südwesten von Baden-Württemberg im Schwarzwald-Baar-Kreis. Die nächstgrößeren Orte sind Hüfingen etwa 6,5 km nördlich, Bonndorf etwa 11 km südwestlich und Blumberg etwa 6 km südöstlich gelegen. Das in der Schweiz gelegene Schaffhausen liegt etwa 23 km südlich.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Das Dorf liegt auf dem Hochplateau der Baar im südlichen Schwarzwald in 500 bis 800 Meter Höhe. Der im Kohlwald entspringende Aubach fließt zuerst durch den Ort, dahinter einen 10 Meter hohen Wasserfall hinab und bei Aselfingen in die Wutach. Siehe auch: Wasserfälle in Deutschland

Gliederung

Das Dorf besteht neben dem Kerndorf aus dem Ober-, Unter- und Hinterdorf. Des Weiteren gibt es ein Neubaugebiet und 4 oder 5 Aussiedlerhöfe.

Geschichte

Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort im Jahre 802, in einer Schenkungsurkunde des Grafen Berthold an das Kloster St. Gallen in der Schweiz. Die damalige Ortsbezeichnung war „Munolvingas“: dies heißt, „bei der Sippe des Munolv“. Zunächst gehörte die Ortschaft mit allen Pflichten und Rechten den Zähringern, bis das Haus Fürstenberg im Jahre 1283 diese ablösten. Bis zum Jahre 1805 blieb der Ort bei den Fürstenbergern. Von 1380 bis 1619 belehnten die Fürstenberger die Edlen von Schellenberg in Hüfingen mit der Ortschaft.

Ansichtskarte von Mundelfingen um 1902

Im Oktober 1524 und April 1525 zogen Bauerntruppen durch den Ort, um sich - im Zuge des Bauernkrieges - gegen die Erpressung und Unterdrückung der adligen Herren zu wehren. Bedeutend Schlimmeres verursachte der Dreißigjährige Krieg in Mundelfingen: Nach den Hungersnöten und Missernten in den Jahren 1622 und 1628 war das Dorf wirtschaftlich geschwächt; als dann 1632 die Franzosen und Schweden im Ort einfielen und ihn plünderten und verwüsteten, war Mundelfingen dem Ruin nahe. Es dauerte Jahrzehnte, bis die Ortschaft die schweren Schicksalsschläge überwunden hatte. Wenige Jahre der Ruhe und des Friedens waren ihm vergönnt: Der Pfälzische Erbfolgekrieg im ausgehenden 17. Jahrhundert und die Einquartierungen und Kriegslieferungen während der Napoleonischen Zeit verhinderten für lange Zeit wirtschaftliche Prosperität. Am deutsch-französischen Krieg von 1870/71 beteiligten sich 12 Bürgersöhne, und im Ersten Weltkrieg wurden 116 Soldaten eingezogen. Im Zweiten Weltkrieg sollte das Dorf von 70 deutschen Mannschaften gegen die von Döggingen anrückenden Franzosen gehalten werden. In Mundelfingen wurden im Verlauf des Krieges 48 Häuser zerstört; die Schäden wurden von amtlicher Seite auf 34.000 Goldmark geschätzt.

Über Jahrhunderte hinweg bildete die Landwirtschaft die dominierende Haupterwerbsquelle der Einwohner von Mundelfingen. Erst mit dem Einzug der Industrialisierung begann sich die Sozialstruktur des Dorfes zu verändern. Die Zahl derer, die noch in der Landwirtschaft beschäftigt sind, reduzierte sich im Laufe der letzten zwei Jahrzehnte erheblich und immer mehr Einwohner finden ihr Einkommen als Auspendler in den umliegenden Gemeinden mit Industriebetrieben.

Eingemeindungen

Die Gemeinde Mundelfingen wurde im Rahmen der Verwaltungsreform im Kommunalbereich von 1970 bis 1975 zur Stadt Hüfingen eingemeindet.

Sprache

Im Dorf wird von der Mehrheit der Einwohner alemannisch gesprochen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Das Dorf liegt an der Landesstraße 171, die die 18,5 Kilometer voneinander entfernten Städte Bonndorf und Donaueschingen verbindet. Des Weiteren beginnt jeweils eine Kreisstraße nach Döggingen und eine nach Opferdingen. Die Buslinie 7260 der SBG verbindet alle Ortschaften der Landesstraße 171.

Bildungseinrichtungen

Das Dorf hat eine Grundschule mit den Klassenstufen 1 bis 4, die Schellenberger-Schule im Erdgeschoss des Rathauses. Des Weiteren gibt es eine katholische öffentliche Bücherei.

Persönlichkeiten

  • Johann Evangelist Engesser (1778–1867), badischer Politiker und ehemaliger Direktor der katholischen Kirchensektion des Ministeriums des Innern in Karlsruhe, war mehrere Jahre Pfarrer in Mundelfingen[1]

Einzelnachweise

  1. Antonius van der Linde: Kaspar Hauser: Eine neugeschichtliche Legende, Chr. Limbarth, Wiesbaden 1887, S. 123, Fußnote 1

Weblinks


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