Nordwestzentrum

Nordwestzentrum
NordWestZentrum
NordWestZentrum
Basisdaten
Standort: Nordweststadt
(Stadtteil: Frankfurt-Heddernheim)
Eröffnung: 4. Oktober 1968, nach Umgestaltung 1987, nach Erweiterung 2004
Verkaufsfläche: 90.000
Geschäfte: etwa 150
Umsatz: etwa 400 Mio. Euro (2006)
Eigentümer: NordWestZentrum Verwaltungsgesellschaft mbH
Website: www.nwz-frankfurt.de
Verkehrsanbindung
Haltestelle: U-Bahnhof Nordwestzentrum
U-Bahn: U1Frankfurt U1.svg U9Frankfurt U9.svg
Omnibus: 29, 60, 71, 72/73, 251
Schnellstraßen: Rosa-Luxemburg-Straße
Parkplätze: etwa 3.500
Technische Daten
Bauzeit: 1965–1968, Anbau 2004
Architekten: Otto Apel, Hansgeorg Beckert und Gilbert Beckert (Büro ABB) [1]; Erweiterung 2004: "JSK Dipl. Ing. Architekten" [2]

Das NordWestZentrum (kurz: NWZ) ist ein Einkaufszentrum der Wohnsiedlung Nordweststadt in Frankfurt-Heddernheim.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeines

Das Nordwestzentrum wurde 1968 als multifunktionales Stadtteilzentrum eröffnet und gehört heute der privaten NordWestZentrum Verwaltungsgesellschaft mbH. Der Geschäftsführer ist Georg Lackner. Neben 150 Geschäften, Fachkaufhäusern und Dienstleistungsbetrieben verfügt der Komplex über einen eigenen U-Bahn-Anschluss (U-Bahnlinien U1 und U9) und einen internen Busbahnhof für sechs Buslinien. Auch zahlreiche soziale und weitere kommunale Einrichtungen befinden sich im Zentrum.

Das Nordwestzenrum ist nach dem städtebaulichen Prinzip einer Insellösung gebaut: eine ovale Fläche von 390 mal 240 Meter bildet das Zentrum, es wird von einer breiten Ringstraße umflossen. Am östlichen Rand der Großsiedlung Nordweststadt gelegen, grenzt es dort direkt an die Rosa-Luxemburg-Straße, eine von Frankfurt in den Taunus führende Schnellstraße. Als großer Kreisverkehr führt der Erich-Ollenhauer-Ring um das Zentrum herum mit Zufahrten zum Parkhaus und zum Omnibusbahnhof. In die benachbarten Quartiere führen fünf hochgelegene Fußgängerstege: der Nordweststadt-Steg, der Niederurseler Steg, der Heddernheimer Steg, der Römerstadt-Steg und der Praunheimer Steg.

Geschichte

Konzept, Bau und Eröffnung

Nord-West-Zentrum, Bürgerhaus mit dem Brunnen von Hermann Goepfert
Nord-West-Zentrum, Einkaufsebene mit einer Plastik von Hans Steinbrenner

Das Nordwestzentrum wurde in den Jahren 1965 bis 1968 nach den Plänen der Architekten Otto Apel, Hansgeorg Beckert und Gilbert Beckert[1] erbaut und befand sich zunächst im Eigentum der Neuen Heimat.

Das ursprüngliche Erscheinungsbild des Zentrums war von typischem 1970er-Jahre-Flair geprägt. Es wurde als kultureller und wirtschaftlicher Mittelpunkt der Nordweststadt konzipiert. Von Anfang an und bis heute fast unverändert befinden sich dort das Bürgerhaus mit großem Veranstaltungssaal und die Bücherei des Stadtteils, das 14. Polizeirevier, die Feuer- und Rettungswache 21, ein Hallenbad, eine Kindertagesstätte und zahlreiche Arztpraxen.

Am 4. Oktober 1968 wurde das Nordwestzentrum als erstes Einkaufszentrum Frankfurts eröffnet. Mit der am gleichen Tag eröffneten Frankfurter U-Bahn strömten Zehntausende Menschen in das Zentrum.

Aufgrund der sehr kurzen Bauzeit und Qualitätsmängeln wurde die Bausubstanz in den späten 1980er Jahren schnell renovierungsbedürftig. Das Nordwestzentrum galt als architektonische Entgleisung, wie zahlreiche weitere in den 60er Jahren geplante Gebäude. Die Besucherzahlen sanken daraufhin stark. Investoren für die notwendige Sanierung wurden zunächst nicht gefunden und es wurde sogar über den Abriss des Zentrums diskutiert.

Neuanfang

Hallenbad Titus-Thermen

1986 wurde das Zentrum an den Unternehmensberater Georg Faktor veräußert, der es komplett sanierte und nach dem Vorbild amerikanischer Shopping Malls umgestaltete. Für seine Sanierung 1986/1987, bei dem den beiden offenliegenden Ladenpassagen riesige geschwungene Glasdächer aufgesetzt wurden, erhielt das NWZ vom International Council of Shopping Centers (ICSC, eine Vereinigung von Einkaufszentren) einen Architekturpreis für die „weltweit beste Umgestaltung eines Einkaufszentrums“.

Die Besucherzahlen entwickelten sich nun wieder stetig nach oben. Bereits 1992 wurde das Zentrum um einen neuen Gebäudekomplex bestehend aus einem Hotel, einem Restaurant, einem großen Fitness-Center und Erlebnisbad, die Titus-Thermen, an der Stelle des alten Hallenbads erweitert. Dazu mussten ein als unästhetisch empfundenes Fachhochschul-Hochhaus am Westrand des Zentrums abgerissen werden. Das revitalisierte Bürgerhaus heißt nun Titus-Forum und wird von der Saalbau GmbH betrieben.

Ende der 1990er Jahre wurde jedoch das Hertie-Kaufhaus, das damals größte Geschäft des Zentrums, geschlossen und nach einem Umbau in fünf kleine Geschäfte aufgeteilt und erweitert. Bis 2004 verfügte das Nordwestzentrum somit über kein Kaufhaus mehr, den jedes größere Zentrum als Ankermieter benötigt.

Erweiterung

Nordwestzentrum (Westseite mit Anbau) am Erich-Ollenhauer-Ring

Nach der umfassenden Revitalisierung des Centers in den 1980er Jahren beauftragten die Investoren das Architekturbüro JSK mit der Erweiterung des Centers um rund die Hälfte der vermietbaren Handelsfläche. Im Dezember 2001 begannen die Arbeiten am Erweiterungsbau.

Das Nordwestzentrum wurde durch das etwa 180 Millionen Euro teure Vorhaben wie folgt erweitert:

Durch den Bau einer zusätzlichen 3000 Quadratmeter großen Ladenstraße werden weitere 37.000 Quadratmeter vermietbare Handels- und Gastronomiefläche geschaffen.

Durch hochwertige Natursteinböden und Fassaden, verbesserte Rolltreppen- und Laufbandzugänge, Glasüberdachungen und eine Vielzahl von grünen „Ruheoasen“ wurde die Attraktivität des Einkaufszentrums erhöht, um möglichst viele Besucher in das Center zu locken. Dabei sollte der tägliche Kundenverkehr von etwa 30.000 bis 40.000 auch während der Umbaumaßnahmen erhalten bleiben.

Anfang der 2000er Jahre war die Erweiterung des Einkaufszentrums die größte Baustelle in Frankfurt und eine der größten im gesamten hessischen Raum. Laut dem Bauunternehmen ED Züblin Stuttgart wurden rund 10.000 Tonnen Stahl verbaut. Um einen reibungslosen Ablauf auf der Baustelle zu gewährleisten, waren neben den etwa 180 Arbeitskräften noch weitere 50 Ingenieure, Architekten und Planer vor Ort.

Nordwestzentrum an einem Samstag vor Weihnachten 2009

Im Herbst 2004 wurde die dritte Passage, das sogenannte Modeboulevard, eröffnet. Das Nordwestzentrum gilt seither als eines der größten Einkaufszentren Deutschlands. Neben einer Vielzahl von Textilanbietern wie Esprit und s.Oliver sowie das Schuhhaus Humanic entfallen auch rund 1200 Quadratmeter auf den hochfrequentierten Bereich Erlebnisgastronomie. Größter Ankermieter des Neubaus mit einer Grundfläche von rund 15.000 Quadratmetern auf drei Etagen ist nun das Kaufhaus Galeria Kaufhof. Mit 30 neuen Geschäften ist die Zahl der Anbieter auf über 150 gewachsen und es wurden etwa 1000 neue Arbeitsplätze (unter Berücksichtigung der Teilzeitkräfte) geschaffen.

Neben dem Neubau der Einzelhandelsflächen ist an der Stelle des ehemaligen Studentenwohnheims ein 13-geschossiges Hochhaus entstanden, in dessen drei oberen Etagen sich 36 Wohnungen befinden. Von den rund 6300 Quadratmetern Mietfläche des Hochhauses entfallen rund 1300 Quadratmeter auf „attraktives Wohnen“ im Nordwestzentrum, der Rest soll als Bürofläche genutzt werden.

Nach dem Um- und Erweiterungsbau stehen den Kunden rund 3500 Parkplätze zur Verfügung. Die etwa 1300 neuen Stellplätze befinden sich über den neuen Geschäften in drei Parkdecks, deren Erschließung mit Hilfe einer Spindel über die bereits existierende Tiefgarage heraus erfolgt. Gleichzeitig wurde der Parkraum mit einem Parkleitsystem ausgestattet; analog zum Flughafen Frankfurt oder anderen großen Parkhäusern.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. a b Kampffmeyer, Hans: Die Nordweststadt in Frankfurt am Main. Europäische Verlags-Anstalt 1968 (zusammen mit Siegfried Boldt)]
  2. Homepage von JSK Dipl. Ing. Architekten mit Bildern der Erweiterung

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