- Bahnstrecke Völklingen–Thionville
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Völklingen–Thionville Der Bahnhof Bouzonville im Juli 2009Kursbuchstrecke (DB): 634 vor 1970: 267b Streckennummer: 3290 Streckenlänge: 70,815 km Spurweite: 1435 mm (Normalspur) Legendevon Saarbrücken von Lebach 70,3 Völklingen nach Trier Saar von Saarbrücken 67,3 Hostenbach zur Saarstrecke Bist 65,4 Wadgassen 63,7 Werbeln 62,1 Differten Bist 58,8 Linslerhof 56,3 Überherrn 55,2 Überherrn Grenze Bist
Staatsgrenze Deutschland–Frankreich51,6 nach Béning 50,6 Hargarten-aux-Mines (Falck-Hargarten) zwei Tunnel 45,7 Téterchen (Teterchen, Keilbahnhof) nach Kurzel 42,2 Brettnach von Dillingen 37,0 Bouzonville (Busendorf, Beginn Personenverkehr) Nied 33,0 Freistroff (Freisdorf) 29,6 Anzeling (Anslingen) nach Bettelainville 25,6 Ebersviller (Ebersweiler) zwei Tunnel 20,9 nach Bettelainville 20,2 Hombourg-Budange (Homburg-Bidingen) nach Merzig 16,7 Kédange (Kedingen) 11,8 Metzervisse (Metzerwiesen) 9,1 Distroff (Diesdorf) 6,0 Kuntzig (Künzig) 2,8 Manom (Mackenhofen) 1,8 von Trier 0,7 von Luxembourg 0,0 Thionville (Diedenhofen) nach Metz Die Bahnstrecke Völklingen–Diedenhofen (frz.: Thionville) war eine von sieben Eisenbahnstrecken, die das Saarland mit Frankreich verbanden.
Als Besonderheit galt, dass unmittelbar nach Verlassen des Bahnhofes Völklingen das Werksgelände der Völklinger Hütte durchfahren wurde, bevor auf der anderen Saarseite (nach ca. 800m) wieder bundeseigenes Terrain erreicht wurde.
Inhaltsverzeichnis
Geschichte
Die Bahnstrecke Völklingen–Diedenhofen war eine von sieben Eisenbahnstrecken, die das Saarland mit Frankreich verbanden. Diese waren (in West-Ost-Richtung gesehen):
- Trier–Perl–Apach–Diedenhofen–Metz (ehem. 263e, heute 692), Strecke wieder/noch in Betrieb
- Merzig–Waldwiesen–Bettsdorf (ehem. 267b), Trasse überbaut
- Dillingen–Hemmersdorf–Niedaltdorf–Busendorf–Metz (ehem. 267c)
- Völklingen–Diedenhofen (ehem. 267b), Gleise noch vorhanden, kein regelmäßiger Verkehr
- Forbacher Bahn (ehem. 267, heute 682), heutige ICE-Verbindung Paris–Saarbrücken
- Saarbrücken–Saargemünd (ehem. 284, heute 684), heute Saarbahn sowie einige Relationen bis Straßburg
- Homburg–Blieskastel–Saargemünd (ehem. 280d), Trasse heute Radweg
Die Bahnstrecke Völklingen–Diedenhofen gehörte zunächst zur „Eisenbahn in Elsaß-Lothringen“ und wurde am 1. April 1880 von Teterchen (Téterchen) über Hostenbach bis Bous eröffnet, am 15. Oktober erfolgt dann die Fertigstellung der Verbindung Hostenbach–Völklingen. Zum 1. Juni 1883 erfolgte der letzte Lückenschluss zwischen Teterchen und Kedringen[1]. Eine starke Frequentierung erfordert den zweigleisigen Ausbau der Strecke, woraufhin ein nochmaliger Anstieg der Transportlasten festgestellt werden kann. Von Anfang an ist die Linie Diedenhofen–Völklingen als Erzbahn konzipiert und avanciert schnell zur „profitabelsten Relation in Deutschland seiner Zeit“.[2]
Natürlich war der Bau dieser Strecke auch strategisch motiviert, konnte doch so – gegebenenfalls mit Umfahrung Saarbrückens – von den Industriezentren an der Saar schnell das Aufmarschgebiet vor Frankreich erreicht werden. Die freie Reichsstadt Metz war nach dem gewonnenen Krieg 1870/71 schließlich wieder deutsch geworden![3]
1912 ereignete sich der einzige heute noch nachweisbare Unfall mit Personenschaden: Am 17. Februar entgleiste unterhalb des Kalkofens bei Überherrn der Eilzug Diedenhofen-Völklingen. Es gab einige Leichtverletzte[4].
Abschnittsweise Stilllegung und Aktueller Betrieb
Der Abschnitt Überherrn–Grenze Hargarten wird seit dem 1. Oktober 1972 nicht mehr bedient, der längere Abschnitt Überherrn–Völklingen dann nach dem 30. Mai 1992 nicht mehr. Seit 1995 ist die Strecke nicht mehr elektrifiziert. Bis 2003 verkehrten gelegentlich noch Güterzüge von DB Cargo (heute DB Schenker Rail Deutschland), ehe das Eisenbahn-Bundesamt dem Infrastrukturbetreiber DB Netz am 21. Mai 2003 die Stilllegung des Abschnitts Völklingen–Überherrn (Grenze) genehmigte, welche zum 30. September 2003 vollzogen wurde. Der Grenzabschnitt Überherrn – Falck-Hargarten wurde bereits am 30. April 2001 stillgelegt.
Güterverkehr
Deutschland: [5]Das Automobillogistikunternehmen Mosolf pachtete 2003 den Streckenabschnitt Hostenbach–Überherrn, um – unter Nutzung der Bahnstrecke Saarbrücken–Fürstenhausen–Hostenbach anstelle der Saarbrücke in Völklingen – die Bahnanbindung seines Standorts Überherrn sicherzustellen. Wöchentlich verkehren mehrere Ganzzüge mit fabrikneuen Pkw über die nun nur mehr eingleisige, als nicht öffentliche Anschlussbahn betriebene Strecke nach Überherrn.[6][7]
Frankreich: In Frankreich ist der Abschnitt zwischen der Landesgrenze und Falck-Hargarten stillgelegt, während der Streckenabschnitt Falck-Hargarten – Thionville Teil der Verbindung (Sarreguemines–) Béning – Thionville ist, welche im Güterverkehr genutzt wird.
Personenverkehr
Schienenpersonenverkehr findet heute nur noch in geringem Umfang in den Hauptverkehrszeiten zwischen Bouzonville und Thionville statt (ein bis zwei Züge montags bis samstags).[8]
Literatur
- Eisenbahnatlas Deutschland. Verlag Schweers + Wall, Köln 2007, ISBN 978-3-89494-136-9, S. 83, 92.
Einzelnachweise
- ↑ http://www.zeno.org/Roell-1912/A/Elsa%C3%9F-Lothringische+Eisenbahnen
- ↑ http://www.mettyweb.de/Metty%20Web/Eisenbahn/Streckendarstellungen/Geschichte.htm
- ↑ http://verkehrsrelikte.uue.org/bahn/westen/saarlor.htm#Ex KBS 267b Völklingen - Falk
- ↑ http://www.erweiterte-realschule-ueberherrn.de/chronik.htm
- ↑ Stillgelegte Bahnstrecken im Saarland – Aufstellung des Eisenbahn-Bundesamtes
- ↑ Entwicklung der Strecken Fürstenhausen/Völklingen–Hostenbach–Überherrn und Fürstenhausen–Grube Warndt auf einer privaten Website
- ↑ „Bahn frei für Züge nach Überherrn“: Artikel in der Saarbrücker Zeitung vom 11. Februar 2003
- ↑ Fahrplan der Personenzüge Thionville–Bouzonville der TER SNCF
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