Sulamaniya

Sulamaniya
Sulaimaniyya (Irak)
DMS
Sulaimaniyya
Sulaimaniyya
Lage der Stadt Sulaimaniyya im Irak
Sulaimaniyya bei Nacht
Das Hotel Sulaimaniya Palace

Sulaimaniyya (arabischالسليمانية‎, DMG as-Sulaimāniyya; kurd.: ‏سلێمانی‎, Silêmanî, türkisch: Süleymaniye) ist eine Stadt im Nordostirak mit etwa 1.100.000 Einwohnern, zum größten Teil Sunnitische Kurden. Sie ist die Hauptstadt des irakischen Gouvernement As-Sulaimaniyya und Bestandteil der Autonomen Region Kurdistan.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Sulaimaniyya wurde 1784[1] von dem kurdischen Prinzen Ibrahim Pascha Baban gegründet. Er benannte die Stadt nach dem damaligen Beylerbey von Bagdad Büyük Süleyman Pascha. Es wird aber auch noch gesagt, dass die Leute beim Aufbau dieser Stadt einen Ring gefunden haben, der angeblich dem Propheten Salamon (Silêman) gehört haben soll. Als Herrschersitz der Baban-Dynastie und Hauptstadt des Sandschaks wuchs die Stadt rasch und erlangte großen Einfluss. Sie hatte im Gegensatz zu anderen Städten der Region keine Stadtmauer und Tore. Es befanden sich zwei Militärkasernen in der Stadt.

Als 1812 der armenischstämmige Brite Serovbe Kartnesi die Stadt besuchte, berichtete er von 15 nestorianischen, 12 armenischen, 4 jakobitischen und an die 4000 muslimischen Familien.

Sulaimaniyya wurde sowohl zum wirtschaftlichen als auch zum kulturellen Zentrum dieser Region. Der Sorani-Dialekt des Kurdischen wurde hier zu Literatursprache entwickelt und breitete sich mit dem Einfluss der Stadt auch aus, so dass das Gorani hier verdrängt wurde. Nach dem Sturz der Baban-Dynastie 1851 und dem Ersten Weltkrieg wurde die Stadt dem Irak zugeschlagen.

Blick auf die Stadt Sulaimaniyya

Von 1922 bis 1924 war die Stadt Hauptstadt des Königreiches Kurdistan, das von Scheich Mahmud Berzanci ausgerufen worden war. Ab 1990 stand die Stadt unter dem Schutz der Alliierten und konnte wieder aufgebaut werden. Sie wurde auch zum Sitz des Regionalparlaments der Patriotischen Union Kurdistans (PUK). Die Stadt ist auch das Zentrum der PUK. Darüber hinaus hat die Stadt eine Universität.

In den letzten Jahren entwickelte sich die Stadt zu einem der schnellstwachsenden Städte des Iraks, wenn nicht diejenige mit dem höchsten Bevölkerungswachstum, so sind in den letzten Jahren 30 neue Stadtbezirke entstanden. Die Grundfläche der Stadt wuchs in zwischen 2002 bis 2006 um allein 61% und dieses Wachstum hält ungebremst an. Jedes Jahr entstehen etwa 20.000 neue Häuser und etwa 100.000 Menschen ziehen dazu.

Am 9. Juni 2004 wurde die umgebaute Bibliothek (jetzt: Zentralbibliothek) vom damaligen PUK-Premierminister Barham Salih eingeweiht.

Sicherheitslage seit dem Golfkrieg 2003

Als eine der ganz wenigen größeren Städte des Irak hat Sulaimaniyya praktisch keine Bombenanschläge seit dem Kriegsende 2003 erlebt. Als Gründe hierfür werden von den lokalen Behörden genannt:

  • Erfahrene Behörden im Umgang sowohl mit islamistischen Terroristen als auch mit Baath-Anhängern
  • Gute Informationsbeschaffung der Behörden durch erfahrene Geheimdienste und die tatkräftige Hilfe der Bevölkerung
  • Sehr homogene Bevölkerungsstruktur (Kurden), daher wenig Gefahr, dass auswärtige Attentäter von Einheimischen gedeckt werden könnten
  • Die günstige geographische Lage in den Bergen mit nur zwei Zufahrtsstraßen, die leicht zu kontrollieren sind

Sehenswürdigkeiten

Der Großteil der heutigen Stadt ist in den letzten Jahrzehnten unter schwierigen wirtschaftlichen und politischen Bedingungen entstanden und daher wenig sehenswert. Zu erwähnen sind lediglich:

  • Stadtzentrum (man kann nicht wirklich von "Altstadt" sprechen) mit belebtem Markt
  • Hotel Sulaimaniya Palace, eines der wenigen Gebäude mit einfallsreicher Architektur, außerdem eines der ganz wenigen Hochhäuser der Stadt
  • Ein künstlicher See auf dem Gelände eines ehemaligen irakischen Militärlagers und das dazugehörige Restaurant "Komalayati"
  • Menschenrechtsmuseum auf dem Gelände des ehemaligen Gefängnisses der irakischen Geheimpolizei

Internationaler Flughafen Sulaimaniyya

Der Flughafen Sulaimaniyya befindet sich westlich der Stadt und wird durch eine Autobahn-ähnliche Straße mit dem Zentrum verbunden. Er wurde am 21. Juli 2005 eröffnet. Von ihm aus werden hauptsächlich andere Staaten der Golfregion angeflogen. Die dort beheimatete Fluggesellschaft heißt Kurdish Airlines. Die Anfrage an die Türkei, die Städte Ankara und Istanbul anfliegen zu dürfen, wurde mit der Begründung abgelehnt, dass auf den Flugzeugen die kurdische Fahne und die Wörter Kurdistan oder Kurdisch stehen. So gibt es keine Flüge zwischen Sulaimaniyya und diesen Städten. Gegen Ende 2005 bekam aber eine türkische Fluglinie mit dem Namen Fly Air die Erlaubnis, Arbil und Sulaimaniyya anzufliegen. Fly Air fliegt unter anderem auch Eriwan in Armenien an, dessen Beziehung zu Ankara auch angespannt ist. Seit dem 15. Mai 2006 verbindet außerdem die deutsche Airline Hamburg International die irakische Stadt mit dem Flughafen München. Pro Woche gibt es eine Verbindung, abwechselnd sonntags und montags. Des Weiteren bestehen Verbindungen zu den Flughäfen Stockholm, Kopenhagen, Wien und Frankfurt am Main.

Bildung

Die Stadt verfügt über zwei Universitäten. Die Universität Sulaimaniyya, welche bereits 1968 gegründet wurde, wird zur Zeit umgebaut. Ein neuer Universitätskomplex entsteht etwa 20 Kilometer westlich von dem alten Komplex, die Universität wird zum Stadtrand verlegt. In Zukunft orientiert sich die Universität an der Bilgi Universität in der Türkei, eines der international bekanntesten und hervorragendsten Universitäten der Türkei, der Neubau wird 2009 fertig gestellt. Zur Zeit sind 12.000 Studenten eingeschrieben. Im September 2007 wurde vom amerikanischem Botschafter Ryan Crocker eine neue Universität eröffnet. Diese neue Universität heißt Amerikanische Universität Irak und wurde mit 10,5 Mio USD vom amerikanischen Kongress und 40 Mio. USD aus Spenden finanziert. Die Gesamtkosten werden 90 Mio USD betragen. Nach Vorbild der Amerikanische Universität Beirut und der American University in Cairo soll diese Universität den Irak und besonderes den Norden des Landes nach vorne bringen. Die Studienkosten werden 10.000 USD betragen. Im ersten Semester werden 50 Studenten angenommen. Wenn die Universität fertig gestellt ist, sollen hier 1000 Studenten ausgebildet werden. Unterrichtssprache ist Englisch.

Töchter und Söhne der Stadt

Städtepartnerschaften

Einzelnachweise

  1. Nach J. Edmons wurde die Stadt 1783 und nach Basil Nikitin 1786 gegründet.

Weblinks

35.55833333333345.4402777777787Koordinaten: 35° 33′ N, 45° 26′ O


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