Taksin

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Taksin der Große (postum) (Thai: ตากสินมหาราช - Taksin Maharat?/i; später auch: Phaya Tak, Tak Sin, als König Boroma Radscha IV.; * 17. April 1734 in Ayutthaya; † 6. April[1]1782 (hingerichtet) in Thonburi (heute: Thailand)), war König der Thai (Siam) nach dem Ende des Königreichs von Ayutthaya bis zum Beginn der Chakri-Dynastie.

Inhaltsverzeichnis

Frühe Jahre

Taksin wurde als Sohn eines chinesischen Einwanderers mit Namen Hai Hong (Thai: ไหฮอง) und der Siamesin Nok-Iang (Thai: นกเอี้ยง) in Ayutthaya geboren. Hai Hong, der wahrscheinlich aus Chaozhou (Teochiu) stammte, war recht wohlhabend. Er durfte in der Hauptstadt Spielhallen betreiben, wofür er der Regierung Steuern zahlen musste, dafür den Titel „Khun Phat Nai-Akon“ tragen durfte. [2]

Taksin wurde aufgrund einer Legende als Kind vom Chao Phraya Chakri, dem Vorsteher des Mahatthai formell adoptiert. Dem fiel auf, dass seitdem seine finanziellen Transaktionen von besonderem Erfolg gekrönt waren. Daher nannte er den Jungen Sin (etwa: Wohlstand). [3] Mit sieben Jahren wurde Sin der Tradition folgend Novize in einem buddhistischen Kloster. Nachdem Sin das Kloster verlassen hatte, trat er als Page in den Dienst des Königs. Im Alter von 20 ließ er sich als Mönch erneut im Kloster Wat Kosawat ordinieren. Dort studierte er volle drei Jahre lang die heiligen Schriften sowie die Pali-Sprache. Einer weiteren Legende zufolge traf er im Kloster den jungen Tong Duang (den späteren König Puttha Yotfa Chulalok (Rama I.)). Beiden wurde von einem chinesischen Wahrsager späteres Königtum prophezeit, was beide jedoch nicht ernst nahmen. Nach den drei Jahren kehrte Sin an den Hof zurück, wo er eine Stelle als König Boromakots „Assistent für Mahatthai-Angelegenheiten“ antrat. [3]

Gouverneur und Truppenführer

Nach dem Tod von König Boromakot machte Sin eine militärische Karriere und wurde Vizegouverneur, dann Gouverneur der Provinz Tak, was ihm den Namen Taksin einbrachte, sein offizieller Titel war Phraya Tak. Später wurde er zum General im Heer des Königs Ekathat von Ayutthaya befördert.

Als die Birmanen Ayutthaya mit einer riesigen Armee fast ein Jahr lang belagerten, befand er sich in der Hauptstadt. Dort sah er die Unentschlossenheit des Königs und die Kollaboration von Verräter im Palast mit den Birmanen. Kurz entschlossen nutzte er ein ausbrechendes Feuer in der Stadt, um sich mit 500 Mann aus Ayutthaya abzusetzen. Kurze Zeit später nahmen die Birmanen die Hauptstadt ein und zerstörten sie vollständig, setzten den König ab und töteten ihn. Siam lag am Boden, Chaos und Anarchie herrschten im Land, Untergangsstimmung breitete sich aus.

Taksin verschanzte sich mit seiner Truppe im Osten des Reiches bei Chantaburi. Ihm kam zugute, dass die Birmanen wegen eines Überraschungsangriffs der Chinesen im Norden starke Kräfte zusammenziehen mussten. Nach dem Fall Ayutthayas bildeten sich fünf kleinere Fürstentümer heraus, die das Machtvakuum zu füllen gedachten. Taksin verbündete sich zunächst mit dem Gouverneur der Provinz Chonburi. Nach einem Führungsstreit schaltete Taksin diesen aus, und sammelte dort versprengte Soldaten.

Reichsgründer

Innerhalb kurzer Zeit bildete er eine schlagkräftige Armee und kehrte nach Ayutthaya zurück, um die kleine Besatzungstruppe der Birmanen auszuschalten. Das hatte mehr symbolischen Wert, verstärkte auch das Charisma, mit dem Taksin seine Ziele zu erreichen vermochte. Taksin musste sich nach einer neuen Hauptstadt umsehen, die strategisch möglichst günstig lag und einen starken Außenhandel begünstigen konnte. Er fand das kleine Städtchen Thonburi am rechten Ufer des Maenam Chao Phraya (Chao-Phraya-Fluss) aus der Zeit des Königs Chakraphat (1548 – 1568). De facto war Taksin damit der Nachfolger der Ayutthaya-Dynastie. Er legte sich den offiziellen Titel der Thai-Könige mit seinem Namen zu: Somdet Prachao Taksin Maharat (Seine Majestät König Taksin der Große, Thai: สมเด็จพระเจ้าตากสินมหาราช) oder den für ihn speziellen, neuen Titel Somdet Taksin Krung Thonburi (Seine Majestät Taksin aus der Stadt Thonburi, Thai: สมเด็จพระเจ้ากรุงธนบุรี) zu. Die Chinesen unterstützten Taksin mit ihren Handelsbeziehungen, natürlich gegen die Erteilung wertvoller Privilegien. Bis heute ist der Handel Thailands fast zur Gänze in der Hand der chinesischen Minderheit.

Innere Kämpfe

Schon 1768 musste Taksin den innenpolitischen Kampf aufnehmen. Die Priesterfürsten von Fang stellten sich gegen Taksin. Ihr Ziel war ein buddhistisch-fundamentalistischer Staat, mit dem die Bevölkerung aber auch konform ging. Taksin fand deshalb schnell Verbündete, als er in Korat (heute Nakhon Ratchasima) einmarschierte. Damit war Siam bis auf die Nordprovinzen wieder ganz in einer Hand. 1774 fiel das alte Königreich von Lan Na von Birma ab und begab sich unter den Schutz von Taksin. Chiang Mai und Nan wurden nach und nach den Birmanen entrissen.

Die innere Ordnung musste Taksin in all dem Chaos mit harter Hand durchsetzen. Strengste Strafen auch bei kleineren Vergehen waren an der Tagesordnung. Da Taksin sich nicht auf alte Herrschaftsstrukturen oder eine einflussreiche Familie stützen konnte, machte er sich viele gefährliche Feinde. Aber er fand auch brillante Helfer, so u.a. die Brüder Thong Duang und Surasi aus Phitsanulok, die ihm ab etwa 1770 als Militärführer dienten. Nachdem er einen erneuten Aufstand in Korat niedergeschlagen hatte, wurde Thong Duang 1775 mit dem Adelstitel Chao Phraya Chakri belehnt (er ist der spätere Begründer der Chakri-Dynastie).

Sicherung des Reiches und Eroberungen

Taksin befand sich in einer ähnlichen Lage, wie zwei Jahrhunderte zuvor der große König Naresuan, der das Land aus der Abhängigkeit von den Birmanen löste und das Reich Ayutthaya nicht nur wiederherstellte, sondern sogar noch erweiterte. Dies war auch das Ziel von Taksin, soweit dies aus seinen Handlungen abzulesen ist. Birma hielt große Gebiete Südostasiens unter seiner Gewalt und stellte durch diese Umklammerung eine große Gefahr für Taksins Reich. Taksin ging noch weiter vor, als es Naresuan getan hatte[4].

1777 fiel das Königreich Champasak im südlichen Laos an Siam, im Jahr darauf Luang Prabang und Vientiane. Bis zur Abtretung an Frankreich im Jahr 1893 blieb Laos einer der Vasallenstaaten Siams. Eines der Beutestücke aus dieser Zeit ist der berühmte Smaragd-Buddha (heute im Wat Phra Kaeo in Bangkok). Auch Kambodscha blieb nicht ruhig, und so mussten die beiden Generäle Chao Phraya Chakri und Surasi 1781 wieder mit der Beruhigung der Lage betraut werden.

Psychische Veränderungen und Verurteilung

In dieser Zeit machten sich starke Persönlichkeitsveränderungen bei Taksin bemerkbar. Die Dauerbelastung an allen inneren und äußeren Fronten, die – vielleicht gegen seine innere Einstellung – notwendige Härte bei der Führung des neuen Staates, forderten ihren Tribut. Es gab Gerüchte, dass Taksin sich als der kommende Buddha sah und von der Bevölkerung als Gott verehrt werden wollte. Widerspenstige ließ er auspeitschen, auch Mönche und Hofangehörige. Schon bei geringsten Anlässen wurden drakonische Strafen ausgesprochen, die eigenen Familienmitglieder bildeten keine Ausnahme. Dies führte zu einer Rebellion unter Führung eines Phraya Sankhaburi (Phaya San), der Taksin zwang, abzudanken und sich als Mönch im Wat Chaeng (heute: Wat Arun) ordinieren zu lassen. Die Neuigkeiten aus der Hauptstadt veranlassten Phraya Chakri, aus Kambodscha zurückzukehren und den Thron für sich zu beanspruchen. Die Rebellen wurden verhaftet und hingerichtet. Taksin wurde aus dem Tempel geholt und vor ein Gericht gestellt. Ihm wurde unter anderem vorgeworfen, den Obersten Mönchspatriarchen misshandelt zu haben. Er wurde schuldig gesprochen.[5]

Am 6. April 1782 wurde das Urteil an Taksin vollstreckt[1]: Er wurde nach dem alten Thai-Gesetz zur Hinrichtung von Königspersonen mit Sandelholzkeule (Thai: การสำเร็จโทษด้วยท่อนจันทน์ - kan samret thot duai thon chan[6]) in einen Samtsack gehüllt und mit dem Sandelholzknüppel zu Tode geprügelt, da königliches Blut nicht vergossen werden durfte. Am selben Tag bestieg Chao Phraya Chakri den Thron als König Puttha Yotfa Chulalok (Rama I.). Er ist damit der Begründer der noch heute herrschenden Chakri-Dynastie[7].

Den Königlichen Thai Chroniken zufolge wurde Taksin auf Befehl von General Chao Phraya Chakri am 10. April 1782 vor der Festung Wichai Prasit (unter König Narai als Wichaiyen um 1685 erbaut) enthauptet und im Tempel (Wat) von Bang Yi Ruea Tai begraben[8]. Eine Legende besagt, dass Taksin in den Süden des Landes nach Nakhon Si Thammarat gebracht wurde, wo er bis 1825 lebte.

1784 wurde für Taksin in Thonburi eine nachträgliche Beisetzungszeremonie abgehalten, mit der seine Verdienste um Siam gewürdigt wurden, die er ja zweifellos vorzuweisen hatte.

Wirkung

Am 27. Oktober 1981 wurde ihm per Kabinettsbeschluss postum der Titel „der Große“ (Maharat) verliehen. [9] Sein Krönungstag, der 28. Dezember, ist ein nationaler Gedenktag, aber kein offizieller Feiertag. Der Nationalpark Taksin Maharat in der Provinz Tak ist nach ihm benannt. Auch stehen zahlreiche Statuen an verschiedenen Orten im Lande, so in Thonburi, Tak und Phitsanulok.

Weblinks

 Commons: King Taksin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b Das exakte Datum ist umstritten: 6. April (D.K. Wyatt: Thailand a short history), 7. April (Terwiel: Thailand's political history) oder 10. April (Royal Gazette, เล่ม ๑๒๐, ตอนที่ ๘๔ ก, หน้า ๔๑)
  2. M.L. Manich Jumsai: Popular History of Thailand. Chalermnit, Bangkok 2005; ohne ISBN; Seite 354
  3. a b B. J. Terwiel: Thailand's Political History. From the Fall of Ayutthaya to Recent Times. River Books, Bangkok 2005; ISBN 974-9863-08-9; Seite 39
  4. David K. Wyatt: Studies in Thai History. Silkworm Books, Chiang Mai 1994. S. 136 f; ISBN 974-7047-19-5
  5. Barend Jan Terwiel: Thailand's Political History. From the Fall of Ayutthaya to Recent Times. River Books, Bangkok 2005; ISBN 974-9863-08-9
  6. siehe englische Wikipedia: The execution of Thai royalty)
  7. David K. Wyatt: Thailand: A Short History. Yale University Press, New Haven (Connecticut) 1984, S. 145 ff; ISBN 0-300-03054-1
  8. Nidhi Eoseewong: Thai politics in the reign of the King of Thon Buri. Arts & Culture Publishing House, Bangkok 1986, S. 575
  9. King Taksin the Great

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