Verbandsführerschein

Verbandsführerschein
BR-Schein des DSV (der Vorgänger des SKS)

Verbandsführerscheine sind nicht-amtliche Ausbildungsbescheinigungen, die den Inhaber ausweisen, an einem entsprechenden Ausbildungslehrgang mit Erfolg teilgenommen zu haben. Diese Bescheinigungen wurden von den deutschen Wassersportverbänden ausgestellt und gelten nicht für die gewerbliche Personenbeförderung. Sie gelten für eine bestimmte Antriebsart und für bestimmte Fahrtgebiete bis hin zur weltweiten Fahrt.

Der Deutsche Segler-Verband (DSV) stellte bis Ende 2002 die Verbandsführerscheine A, BR, BK, C und R für Segelboote und -yachten aus. Ähnliche Verbandsscheine für Motorboote stellte in Deutschland auch der DMYV aus. Seit Anfang der 1990er-Jahre stellt der DSV im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung auch die vorgeschriebenen amtlichen deutschen Sportbootführerscheine aus, die die Verbandsführerscheine weitgehend verdrängt haben; verbliebene Verbandsführerscheine des DSV sind lediglich Jüngstensegelschein und Sportsegelschein (SPOSS).

Theoretisch können diese Ausbildungsgänge, neben der Ausbildungen zum Erwerb des vorgeschriebenen amtlichen Sportbootführerscheines, vorbereitend oder ergänzend im Rahmen der Weiterbildung auch zukünftig von Bedeutung sein. Der BR-, BK- und C-Schein werden seit dem 1. Januar 2003 nur noch in Ausnahmefällen ausgestellt. Die verausgabten Scheine sind jedoch weiterhin gültig.

Inhaltsverzeichnis

A-Schein

Der A-Schein galt für das Segeln auf Binnengewässern. Er ist durch den Sportbootführerschein Binnen (SBF Binnen) unter Segeln ersetzt worden. Das Mindestalter war 14 Jahre.

BR-Schein

Der BR-Schein ist der Nachweis über Kenntnisse des Segelns innerhalb der 12-Seemeilen-Zone (kleine Küstenfahrt). Er ist durch den amtlichen Sportküstenschifferschein (SKS) unter Segeln ersetzt worden.

Die Bezeichnung BR steht für Kategorie B, Revierfahrt.

BK-Schein

Der BK-Schein gilt im 30-Seemeilen-Bereich jeder Küste, somit schließt er das gesamte Mittelmeer ein. (große Küstenfahrt). Das Mindestalter war 16 Jahre. Er wurde vom Sportseeschifferschein (SSS) unter Segeln abgelöst.

Die Bezeichnung BK steht für Kategorie B, Küstenfahrt.

C-Schein

Der C-Schein war ein Führerschein für die weltweite Fahrt. Er ist durch den Sporthochseeschifferschein (SHS) unter Segeln ersetzt worden. Voraussetzung war der BK-Schein und zusätzlich 2.000 Seemeilen auf See. Das Mindestalter war 18 Jahre.

R-Schein

Der R-Schein galt für das Segeln innerhalb der 3-Seemeilen-Zone an der deutschen Küste und wurde auch für Segelregatten im Küstenbereich benötigt.

Jüngstensegelschein

Der Jüngstensegelschein ist ein Befähigungsnachweis, der Jugendliche bis zu 16 Jahren zur Teilnahme an bestimmten Regatten in ausgewählten, begrenzten Revieren unter fachkundiger Aufsicht berechtigt. Er kann bis zum Alter von 14 Jahren mit Zustimmung der gesetzlichen Vertreter erworben werden. Voraussetzung ist das Deutsches Jugendschwimmabzeichen in Bronze.

Sportsegelschein (SPOSS)

Nach den Bestimmungen des DSV und der ISAF müssen Teilnehmer an einer vom DSV oder ISAF ausgerichteten Regatta, genauer die Schiffsführer, auch über einen Segelschein des nationalen Verbands verfügen.
Da in den meisten Binnenrevieren Deutschlands keine amtlichen Scheine gefordert werden, bietet der DSV als Alternative für Regattasegler den nicht amtlichen Sportsegelschein (SPOSS) an. Die Ausbildung für diesen Schein und seine Ausstellung erfolgen ausschließlich in DSV-Mitgliedsvereinen und im Breitensportangebot einiger Universitäten und ist in der Regel deutlich preisgünstiger als die Ausbildung zu einem amtlichen Schein in kommerziellen Segelschulen.

Bootsführerscheinberechtigung des Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverbandes

Ein weiterer Verbandsführerschein für den Segelsport ist die vom Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverband (adh) ausgestellte Bootsführerscheinberechtigung, sog. "Uni-Segelschein". Sie wird nach den Richtlinien der Arbeitsgemeinschaft Segeln an Hochschulen (ASH) erteilt und ist auf bestimmte Bootstypen bezogen.[1][2]

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. www.segeln.uni-kiel.de (PDF). Aufgerufen am 11. Oktober 2009.
  2. www.sport.uni-erlangen.de. Aufgerufen am 11. Oktober 2009.
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