Hermann von Helmholtz-Zentrum für Kulturtechnik

Hermann von Helmholtz-Zentrum für Kulturtechnik

Das Hermann von Helmholtz-Zentrum für Kulturtechnik (HZK) ist ein interdisziplinäres Zentrum der Humboldt-Universität zu Berlin. Es dient der systematischen Erforschung der Wechselwirkungen zwischen wissenschaftlichen oder kulturellen Umbrüchen und technischen Neuerungen.

Das Zentrum gliedert sich in projektbezogen arbeitende Abteilungen. Die Leitung hat der Geschäftsführende Direktor Jochen Brüning vom Institut für Mathematik inne.

Inhaltsverzeichnis

Wissenschaftliche Sammlungen und Wissenschaftskommunikation

Diese Abteilung ist entstanden aus der Aufgabenstellung, die rund 30 Millionen Objekte umfassenden wissenschaftlichen Sammlungen der Humboldt-Universität, die ein Erbe von nahezu 300 Jahren Berliner Wissenschaftsgeschichte darstellen, in ihrem wissenschaftsgeschichtlichen Zusammenhang zu erfassen und angemessen zu präsentieren. Dieser Auftrag steht nicht in Widerspruch zu den sammlungsspezifischen Tätigkeiten der Universitätsmuseen und Institute, die Sammlungen besitzen, sondern zielt darauf ab, ihre gemeinsamen Interessen zu verstärken und den Corpus der Sammlung als ein zusammenhängendes Ganzes neu bewusst zu machen. Naturgemäß gerät dabei auch die Geschichte wissenschaftlicher Sammlungen und die Theorie des Sammelns in den Blick, außerdem die Frage, inwieweit es auch für die moderne Wissenschaft und ihre kulturelle Akzeptanz wesentlich ist, ihre materielle Basis wieder erlebbar zu machen. Die Projektleitung haben Jochen Brüning und Cornelia Weber.

Das Technische Bild

Das Projekt „Das Technische Bild“ wurde im April 2000 als Teil des Hermann von Helmholtz-Zentrums für Kulturtechnik gegründet. Die Projektleitung hat Horst Bredekamp, Institut für Kunst- und Bildgeschichte. Das Projekt folgt der Zielsetzung, die Funktionen von Bildern und Bildgebungsverfahren im naturwissenschaftlich-technischen und medizinischen Bereich zu erforschen. Sie werden als Ergebnisse unterschiedlichster Versuchsanordnungen, Apparaturen, Bildträger und Wiedergabeformen betrachtet und reichen von der handgestalteten anatomischen Buchillustration bis zur dynamischen Aufzeichnung von Messdaten. Gemeinsam sind ihnen besondere ästhetische Eigenschaften, mit denen Ergebnisse visualisiert und Erkenntnisse veranschaulicht werden können, die auf anderem Wege offensichtlich nicht zu haben wären. Gegenstand des Projektes sind diese bildlichen Werkzeuge, die der wissenschaftlich-technischen Erkenntnisgewinnung und Wissensvermittlung dienen. Aus der Verbindung naturwissenschaftlicher Visualisierungsstrategien und bildkritischer Mittel soll eine Theorie bildhafter Erkenntnis entwickelt werden, die zur Überprüfung der Bildgebungs- als auch der Beschreibungstechniken beitragen kann.

Theorie und Geschichte der Kulturtechniken

Der Begriff der Kulturtechnik, dessen historischer und theoretischer Durchdringung sich ein Schwerpunkt des Helmholtz-Zentrums widmet, baut auf dem Zusammenspiel von Bild, Schrift und Zahl auf, das von der DFG-Forschergruppe Bild Schrift Zahl (BSZ) exemplarisch untersucht wurde. Der Begriff Kulturtechnik, der die Arbeit des Helmholtz-Zentrums beschreibt, wird in diesem Arbeitsbereich genauer definiert – und auch eingeschränkt. Es geht nicht um ein organisch gewachsenes, gar umfassendes Bild von Kultur, sondern um eine Bestimmung wesentlicher Elemente an ihren Entstehungs- und Wandlungsstellen. Das Ziel ist nicht die vollständige Bestandsaufnahme, sondern die präzise Bestimmung des Transfers von Vorstellungen, von Kultur und von Technik - bis hin zum Eingriff in aktuelle innerwissenschaftliche Diskussionsprozesse. Die Projektleitung hat Wolfgang Coy, Institut für Informatik.

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