Crafoord-Preis

Crafoord-Preis

Der Crafoord-Preis wird von der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften vergeben. Sein Zweck ist die Ehrung und Förderung von Grundlagenforschung in Disziplinen, die der Nobelpreis nicht abdeckt. Darunter fallen Mathematik, Geowissenschaften, Biologie (insbesondere in Richtung Ökologie und Evolution) und Astronomie. Benannt ist er nach seinem Stifter, dem Industriellen Holger Crafoord.

Der Crafoord-Preis wird nur einmal jährlich vergeben, kann jedoch auf bis zu drei Preisträger aufgeteilt werden. Bei der erstmaligen Vergabe 1982 betrug das Preisgeld 400.000 Schwedische Kronen, was etwa 60.000 US-Dollar entsprach. Momentan beträgt das Preisgeld 500.000 US-Dollar.

Jahr Kategorie Laureates Begründung für die Preisvergabe
1982 Mathematik Wladimir Igorewitsch Arnold (SU) und
Louis Nirenberg (CA/US)
„für außergewöhnliche Leistungen in der Theorie nichtlinearer partieller Differentialgleichungen“
1983 Geowissenschaften Edward N. Lorenz (US) und
Henry Stommel (US)
„für grundlegende Beiträge auf dem Feld der geophysikalischen Hydrodynamik, welche auf einzigartige Weise zu einem tieferen Verständnis der großen Bewegungen der Atmosphäre und des Meeres geführt haben“
1984 Biowissenschaften Daniel Hunt Janzen (US) „für seine einfallsreichen und interessanten Studien zur Koevolution, die viele Forscher zu weiterer Arbeit auf diesem Gebiet inspiriert haben“
1985 Astronomie Lyman Spitzer (US) „für fundamentale, bahnbrechende Studien über fast jeden Aspekt des interstellaren Mediums, die ihren Höhepunkt mit den Ergebnissen, die unter Benutzung des Weltraumteleskops Copernicus erzielt wurden, erreichten“
1986 Geowissenschaften Claude Allègre (FR) und
Gerald Joseph Wasserburg (US)
„für ihre Pionierstudien zu geochemischen Beziehungen von Isotopen und die geologischen Interpretationen, die diese Resultate ermöglichten“
1987 Biowissenschaften Eugene P. Odum (US) und
Howard T. Odum (US)
„für außergewöhnliche Beiträge auf dem Feld der Ökologie der Ökosysteme“
1988 Mathematik Pierre Deligne (BE) und
Alexander Grothendieck (FR) 1
„für grundlegende Forschungen in algebraischer Geometrie“
1989 Geowissenschaften James van Allen (US) „für seine bahnbrechende Erforschung des Weltraums, besonders die Entdeckung der energetischen Teilchen, die im geomagnetischen Feld gefangen sind, das die Strahlengürtel – die Van-Allen-Gürtel – um den Planeten Erde formt“
1990 Biowissenschaften Paul R. Ehrlich (US) „für seine Forschung an der Dynamik und Genetik fragmentarischer Populationen und der Bedeutung der Verteilungsmuster für ihre Überlebenswahrscheinlichkeit“
Edward Osborne Wilson (US) „für die Theorie der Inselbiographie und anderen Forschungen zu Artenvielfalt und Gemeinschaftsdynamik auf Inseln und in weiteren Habitaten mit unterschiedlichen Graden der Isolation“
1991 Astronomie Allan Rex Sandage (US) „für seine wichtigen Beiträge zur Studie der Galaxien, ihrer Sterne-, Sternenhaufen- und Nebelpopulation, ihrer Evolution, der Geschwindigkeit-Abstand-Relation (oder Hubble-Relation) und ihrer Entwicklung über die Zeit“
1992 Geowissenschaften Adolf Seilacher (DE) „für seine innovative Forschung, welche die Evolution des Lebens in Wechselwirkung mit der Umwelt, wie sie in geologischen Aufzeichnungen dokumentiert wird, betrifft“
1993 Biowissenschaften William D. Hamilton (GB) „für seine Theorien bezüglich der Verwandtenselektion und genetischen Verwandtschaft als Grundvoraussetzung für die Evolution des altruistischen Verhaltens“
Seymour Benzer (US) „für seine bahnbrechenden genetischen und neurophysiologischen Studien über Verhaltensmutanten der Fruchtfliege Drosophila melanogaster“
1994 Mathematik Simon Donaldson (GB) „für seine fundamentalen Untersuchungen in vierdimensionaler Geometrie durch die Verwendung von Instantons, insbesondere seine Neuentdeckung neuer Differentialinvarianten“
Shing-Tung Yau (US) „für seine Entwicklung nichtlinerarer Techniken in der differentialen Geometrie, welche zur Lösung verschiedener offener Probleme führte“
1995 Geowissenschaften Willi Dansgaard (DK) und
Nicholas Shackleton (GB)
„für fundamentale Arbeit an der Entwicklung und Anwendung isotoper geologischer Analysemethoden für das Studium klimatischer Variationen während des Quartärs“
1996 Biowissenschaften Robert May (GB) „für seine bahnbrechende ökologische Forschung bezüglich der theoretischen Analyse der Dynamik von Populationen, Gemeinschaften und Ökosystemen“
1997 Astronomie Fred Hoyle (GB) und
Edwin Salpeter (US)
„für bahnbrechende Beiträge zum Studium nuklearer Prozesse in Sternen und stellarer Evolution“
1998 Geowissenschaften Don L. Anderson (US) und
Adam M. Dziewonski (PL/US)
„für fundamentale Beiträge zu unserem Wissen über die Strukturen und Prozesse im Inneren der Erde“
1999 Biowissenschaften Ernst Mayr (US),
John Maynard Smith (GB) und
George C. Williams (US)
„für grundlegende Beiträge zur begrifflichen Entwicklung der Evolutionsbiologie“
2000 Polyarthritis Marc Feldmann (GB) und
Ravinder N. Maini (GB)
„für die Identifizierung der TNF-Blockade als ein effektives therapeutisches Prinzip bei rheumatischer Arthritis“
2001 Mathematik Alain Connes (FR) „für durchdringende Arbeit an der Theorie der Operatoralgebren und dafür, dass er ein Begründer der nichtkommutativen Geometrie war“
2002 Geowissenschaften Dan P. McKenzie (GB) „für grundlegende Beiträge zum Verständnis der Dynamiken der Lithosphäre, speziell der Plattentektonik, der Formationen der Sedimentbecken und der Mantelschmelze“
2003 Biowissenschaften Carl Woese (US) „für seine Entdeckung einer dritten Domäne des Lebens“
2004 Polyarthritis Eugene Butcher (US) und
Timothy A. Springer (US)
„für ihre Studien der molekularen Mechanismen, die in die Migration weißer Blutzellen bei Gesundheit und Krankheit einbezogen sind“
2005 Astronomie James E. Gunn (US),
James Peebles (US) und
Martin Rees (GB)
„für Beiträge zum Verständnis der groß angelegten Struktur des Universums“
2006 Geowissenschaften Wallace S. Broecker (US) „für seine innovative und bahnbrechende Forschung über die Wirkung des globalen Kohlenstoff-Zyklus innerhalb des Ozean-Atmosphäre-Biosphäre-Systems und seine Wechselwirkung mit dem Klima“
2007 Biowissenschaften Robert Trivers (US) „für seine fundamentale Analyse von sozialer Evolution, Konflikt und Kooperation“
2008 Astronomie Rashid Alievich Sunyaev (RU) „für seine maßgeblichen Beiträge zur Hochenergie-Astrophysik und Kosmologie, insbesondere zu den Prozessen und Kräften um Schwarze Löcher und Neutronensterne und zur Demonstration der diagnostischen Macht der Strukturen in der Hintergrundstrahlung“
Mathematik Maxim Lwowitsch Konzewitsch (RU/FR) und
Edward Witten (US)
„für ihre wichtigen Beiträge zur Mathematik, inspiriert durch die moderne theoretische Physik“
2009 Polyarthritis Charles A. Dinarello (US),
Tadamitsu Kishimoto (J) und
Toshio Hirano (J)
„für ihre Pionierarbeit zur Isolation von Interleukinen, der Bestimmung ihrer Eigenschaften und der Erforschung ihrer Rolle bei der Entstehung von Entzündungen“
2010 Geowissenschaften Walter Munk (US) „für seine Pionierarbeit und fundamentalen Beiträge zu unserem Verständnis der Meeresströmungen, Gezeiten und Wellen und ihrer Rolle in der Erddynamik“
2011 Biowissenschaften Ilkka Hanski (FIN) „für seine grundlegenden Studien zum Einfluss räumlicher Variationen auf die Dynamik von Tier- und Pflanzenpopulationen“

1 Annahme abgelehnt

Weblinks

 Commons: Crafoord Prize – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien


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