Downeaster

Downeaster

Als „Downeaster“ bezeichnet die Amtrak ihren Expresszugdienst zwischen Boston und Portland (Maine).

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Mit der Zunahme von Flug- und Individualverkehr gingen die Fahrgastzahlen im Schienenpersonenverkehr zwischen Boston und Portland Mitte des 20. Jahrhunderts stark zurück, woraufhin die dortigen, von der Boston and Maine Railroad betriebenen Reisezüge 1965 eingestellt wurden.

Anfang der 1990er Jahre begannen die Planungen für eine Wiederbelebung des Personenverkehrs nach Maine. Die Eröffnung der Verbindung war für 1995 vorgesehen. Da die Finanzierung von der Bundesregierung zunächst nicht bewilligt wurde, fanden jedoch außer der Eröffnung des geplanten Endbahnhofs in Portland als Busbahnhof keine Bauarbeiten statt. Auch der nächste geplante Termin im Jahr 2000 verstrich, ohne dass die Züge fuhren. Erst am 15. Dezember 2001 fuhr der erste Expresszug auf der 187 Kilometer langen Strecke von Boston nach Portland.

Zunächst verkehrten vier Züge pro Richtung und Tag mit jeweils vier Personenwagen. Nachdem bereits 2006 an Werktagen ein fünftes Zugpaar eingesetzt wurde, fahren seit Sommer 2007 täglich fünf Züge. Seit dem Frühjahr 2008 wurde ein Fahrzeug hinzugefügt und die Züge fahren mit fünf Wagen.[1]

Es ist geplant, den Zuglauf zumindest im Sommerhalbjahr nach Brunswick auszudehnen, um die beliebten Badeorte an der Küste Maines anzuschließen. Bereits seit 2003 fahren fahrplanmäßige Personenzüge zwischen Brunswick und Rockland entlang der Küste, die durch die Maine Eastern Railroad betrieben werden.

In den letzten Jahren stiegen die Passagierzahlen rasant an, 2006 um 22,9%[2] und 2007 um 28%.[1] Obwohl der Downeaster damit der erfolgreichste Passagierdienst der Amtrak ist[1], ist die zukünftige Finanzierung ungewiss, da die US-Bundesregierung 2009 die Beteiligung an den Kosten einstellt.[3]

Name

Der Name entstand in Anlehnung an einen früheren Expresszug der Boston&Maine. Der „Down Easter“ verkehrte bis Ende der 1940er Jahre zwischen New York und verschiedenen Zielen in Maine und New Hampshire. Dessen Name wiederum geht auf eine Bauart von Segelschiffen zurück, die im 18. Jahrhundert in Werften in Maine gefertigt wurden.[4]

Streckenverlauf

Bahnhof Durham-UNH mit Downeaster
Downeaster in Wells, Maine

Die Züge starten im Nordbahnhof in Boston und befahren zunächst die Bahnstrecke Boston–Lowell. Der erste Halt ist das Anderson Regional Transportation Center in Woburn. Der Bahnhof wurde im April 2001 eröffnet und dient neben den Expresszügen auch den Vorortzügen der MBTA. In Wilmington biegen die Downeaster-Züge auf die Bahnstrecke Wilmington–Agamenticus. Der nächste Haltebahnhof ist Haverhill, wo die Vorortzüge von Boston über Reading enden. Kurz nach Haverhill überquert die Strecke die Grenze nach New Hampshire.

Die Züge halten in Exeter auf dem Gelände des früheren Personenbahnhofs. Etwa 73.000 Zugfahrgäste benutzen die Station jährlich, die damit die fahrgastreichste Bahnstation in New Hampshire ist.[5] Der Bahnhof Durham-UNH bindet nicht nur die Stadt Durham, sondern auch die University of New Hampshire (UNH) an. Der letzte Halt in New Hampshire ist in Dover. Das Bahnhofsgebäude dort wurde 2003 eingeweiht.

Kurz hinter der Grenze nach Maine biegt die Fahrtroute des Downeaster auf die Bahnstrecke Cummings–Portland ab, der sie bis in das Stadtgebiet von Portland folgt. In Wells entstand 2002 am Wells Regional Transportation Center ein neues Bahnhofsgebäude. Der Bahnhof Saco-Biddeford liegt auf dem Gelände des früheren Bahnhofs Saco. Bis Ende 2008 soll hier eine direkte Umsteigemöglichkeit zu den Linienbussen geschaffen werden. In Old Orchard Beach halten die Züge nur von April bis Oktober. Mit 137.000 Passagieren im Jahr 2007 ist der Endbahnhof in Portland der fahrgastreichste Bahnhof in Maine.[6] Der Bahnhof Portland Transportation Center wurde eigens für den Downeaster gebaut und befindet sich am westlichen Stadtrand an der Bahnstrecke Portland–Lunenburg. Von hier fahren die Expressbusse nach Augusta und Bangor ab, die im Anschluss an die Züge verkehren. Bereits 1996 wurde der Bahnhof als Busbahnhof in Betrieb genommen.

Anhang

Referenzen

  1. a b c Trains News Wire vom 23. Juli 2008, Kalmbach Publications.
  2. Offizielle Zahlen der Amtrak
  3. C. Woodard, 24. Dezember 2007, im Christian Science Monitor
  4. Amtrak
  5. Offizielle Zahlen der Amtrak
  6. Offizielle Zahlen der Amtrak

Weblinks


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