Frank Bsirske

Frank Bsirske
Frank Bsirske, 2010

Frank Bsirske (* 10. Februar 1952 in Helmstedt) ist Vorsitzender der Gewerkschaft ver.di und Mitglied der Partei Bündnis 90/Die Grünen.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Bsirske ist der Sohn eines Arbeiters bei der Volkswagen AG und einer Krankenschwester. Nach dem Abitur 1971 und dem Studium der Politikwissenschaft war Bsirske von 1978 bis 1987 als Bildungssekretär im Bezirk Hannover der Sozialistischen Jugend Deutschlands - Die Falken tätig. 1987 wurde er Fraktionsmitarbeiter der Grünen Alternativen Bürgerliste im Stadtrat von Hannover, 1989 Sekretär der ÖTV-Kreisverwaltung Hannover. 1990 stieg Bsirske zum stellvertretenden Geschäftsführer der ÖTV-Kreisverwaltung und 1991 zum stellvertretenden Bezirksvorsitzenden des ÖTV-Bezirks Niedersachsen auf. Von 1997 bis 2000 war er im Personal- und Organisationsdezernat der Stadt Hannover tätig. Dort begann er einige Reformprojekte (etwa kundenfreundliche Bürgerämter), sorgte allerdings auch für den Abbau von fast 1.000 Stellen unter den damals 16.000 Beschäftigten der Landeshauptstadt.

Gewerkschaftsarbeit

Am 9. November 2000 wurde Frank Bsirske als Nachfolger von Herbert Mai Vorsitzender der Gewerkschaft Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr (ÖTV), die unter seiner maßgeblichen Mitarbeit 2001 in der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (Ver.di) aufging. Bsirske ist seit dem 20. März 2001 Vorsitzender von ver.di.

Am 2. Oktober 2007 wurde Bsirske auf dem ver.di-Bundeskongress in Leipzig mit 94,3 Prozent der Delegiertenstimmen zum dritten Mal in das Amt des ver.di-Vorsitzenden gewählt. Bsirske ist Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat des Energiekonzerns RWE AG, der Lufthansa AG und der Postbank. Bei der Lufthansa wurde er im Jahre 2003 nach einem Streikaufruf, welcher das Unternehmen mehrere Millionen Euro gekostet haben soll, als Aufsichtsratmitglied nicht entlastet.[1] Bsirske ist außerdem Mitglied im Verwaltungsrat der Kreditanstalt für Wiederaufbau.

Im Sommer 2008 wurde Bsirske öffentlich kritisiert, weil er eine private First-Class-Flugreise mit der Lufthansa nach Los Angeles unternommen hatte, während die Fluggesellschaft zeitgleich durch ver.di bestreikt wurde. Als Mitglied des Aufsichtsrates der Lufthansa wurden ihm solche Freiflüge gewährt. Nach heftiger Kritik aus den Medien, von Politikern der Unionsparteien und FDP sowie auch aus dem Gewerkschaftslager selbst erklärte sich Bsirske bereit, den Flugpreis selbst zu tragen.[2][3]

Am 19. September 2011 wurde er beim ver.di-Bundeskongress mit einer Zustimmung von 94,7 % für eine vierte Amtszeit wiedergewählt. [4]

Weblinks

 Commons: Frank Bsirske – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Stern: http://www.stern.de/wirtschaft/boerse/:Luftverkehr-Visier-Lufthansa-Aktion%E4re/509376.html. 18. Juni 2003.
  2. Spiegel online: Ver.di-Chef Bsirske entschuldigt sich für Lufthansa-Freiflug 4. August 2008
  3. taz.de: Die vermeintlichen Skandale der Bild: Fliegender Verdi-Chef in der Kritik 1. August 2008
  4. http://www.verdi.de/themen/nachrichten/++co++8bc23826-e2cf-11e0-6b8f-0019b9e321cd

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