Gebhard von Salzburg

Gebhard von Salzburg

Gebhard (* um 1010, † 15. Juni 1088 in Werfen) war Erzbischof von Salzburg. Gebhard wurde und wird vielfach fälschlicherweise als Graf von Helfenstein bezeichnet. Der Name Helfenstein ist hier wohl eine Weiterentwicklung von "Helfenburg", ein früher gebrauchte Name Salzburgs, der sich aus einer fehlerhaften Übersetzung des römischen "Juvavum" herleitet.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Festung Hohensalzburg

Gebhard entstammte einem vornehmen schwäbischen Geschlecht, das nicht näher bekannt ist. In der Ahnenreihe, die Gabriel Bucelinus etwa 1670 zusammengestellt hat, wird er als Graf von Helfenstein bezeichnet. Diesem Geschlecht gehörte Gebhard aber sicher nicht an. Gebhards Vater hieß Chadold, seine Mutter Azala. Ihre Namen finden sich in den Nekrologien von Admont und Salzburg.

Frühzeitig wurde Gebhard zum geistigen Stand bestimmt und genoss einen ausgezeichneten Unterricht, wie seine spätere Gelehrsamkeit beweist, die sogar seine Gegner anerkennen mussten. Wo er seine Studien machte, ist nicht überliefert. Gewöhnlich nennt man Paris, was aber nicht verbürgt ist. Adalbero von Würzburg und Altmann von Passau werden als seine Studiengenosssen bezeichnet. Am 9. März 1055 wird er von Erzbischof Baldwin von Salzburg zum Priester geweiht. Gebhard war Hofkaplan von Heinrich III. Er reiste als Gesandter nach Konstantinopel und war von 1057 bis 1059 Reichskanzler. Am 30. Juli 1060 wurde er zum Erzbischof der Diözese Salzburg geweiht. Er beendete die Vergünstigungen, die sich aus dem geringer gemessenen Slawenzehent ergeben hatten und ordnete das Pfarrsystem in Kärnten neu. Er löste das von Hemma von Gurk gestiftete Kloster in Gurk auf und gründete 1072 an dessen Stelle das Suffraganbistum Gurk sowie 1074 das Stift Admont. Ferner ließ er die Festungen Hohensalzburg, Hohenwerfen und Friesach maßgeblich ausbauen.

Im Investiturstreit stand er auf der Seite des Papstes Gregor VII., nahm 1076 ebenso wie Altmann von Passau nicht am Reichstag von Worms teil. 1076 war er bei der Fastensynode in Rom und unterstützte 1077 die Wahl des Gegenkönigs Rudolf von Schwaben.

Da er sich mit Kaiser Heinrich IV. nicht versöhnen wollte, wurde er 1077 von diesem aus Salzburg vertrieben und hielt sich neun Jahre lang in Schwaben und Sachsen auf. Er versuchte weiterhin Bischöfe zu gewinnen, die Papst Gregor VII. unterstützen sollten. In Salzburg wurde Berthold von Moosburg ab 1085 als Gegenbischof eingesetzt. Gebhard konnte erst 1086 durch die Unterstützung von Herzog Welf I. von Bayern wieder nach Salzburg zurückkehren. Kurze Zeit darauf verstarb er am 15. Juni 1088 auf der Festung Hohenwerfen. Er ist im Stift Admont begraben und ruht dort in der Stiftskirche im Hochaltar.

Kritische Beurteilung

1629 wurde auf ausdrücklichen Wunsch Fürsterzbischof Paris Lodrons ein Heiligsprechungsprozess eingeleitet, der aber in der Folge in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges unbearbeitet blieb. Gebhards Lebenswerk wird, wie der namhafte Historiker Prof. Heinz Dopsch ausführt, in der Geschichtsschreibung allerdings zunehmend kritisch beurteilt: Zwar werden seine außerordentliche Gelehrsamkeit und seine große Persönlichkeit allgemein gelobt, doch standen diesen Tugenden oft hohe Eitelkeit und Machtstreben gegenüber. Während er an sicherem Ort in Sachsen im Exil weilte, ließ er sein Land schutzlos zurück, das dadurch in unnötigem Maß von Plünderungen und Verwüstungen heimgesucht wurde. Auch war Gebhard keinesweg ein großer Kirchenreformer. Durch sein zähes Festhalten an dem Eigenkirchenrecht hat er die Reform der Salzburger Kirche für Jahrzehnte vielmehr verhindert und langfristig behindert. Aus heutiger Sicht kann Gebhard daher nicht als Heiliger oder Seliger betrachtet werden.

Ikonografie

Gebhard wurde als Bischof mit griechischem Kreuz und einem Einhorn dargestellt.

Literatur

  • Karl Amon: Die heiligen Bischöfe und Erzbischöfe der Kirche von Salzburg. In: Sursum Corda, Festschrift für P. Harnoncourt. 1991.
  • Pius Karner: Austria Sancta. Die Heiligen und Seligen Salzburgs. Wien 1913
  • Ernst Tomek: Kirchengeschichte Österreichs. Tyrolia, Innsbruck - Wien - München 1935-59
  • Otto Wimmer, Hartmann Melzer, Josef Gelmi (Bearb.): Gebhard Erzb. von Salzburg. In: Lexikon der Namen und Heiligen. Nikol, Hamburg 2002, ISBN 3-933203-63-5
  • Josef Wodka: Kirche in Österreich. Wegweiser durch ihre Geschichte. Herder, Wien 1959
  • Josef Wodka: Gebhard EB v. Salzburg. In: Lexikon für Theologie und Kirche. 2. Auflage, 4. Band. Herder, Freiburg i. B. 1960
  • Heinz Dopsch: Gebhard (1060-1088) Weder Gregorianer und Reformer in: Lebensbilder Salzburger Erzbischöfe aus zwölf Jahrhunderten. 1200 Jahre Erzbistum Salzburg. Hg. von P. F. Kramml und A. St. Weiss. Schriftenreihe "Salzburg Archiv", Band 24, Salzburg 1998

Siehe auch

Weblinks


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