Gustav Krukenberg

Gustav Krukenberg

Gustav Krukenberg (* 8. März 1888 in Bonn; † 23. Oktober 1980 in Bad Godesberg) war Brigadeführer der SS, später Kommandeur der 11. SS-Freiwilligen-Panzergrenadier-Division „Nordland“ während der Kämpfe um Berlin im April 1945.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Er wurde in Bonn als Sohn eines Hochschulprofessors geboren. Nach seinem Studium der Rechtswissenschaften promovierte er zum Dr. 1907 trat er in die Kaiserliche Armee ein. Im Ersten Weltkrieg diente er als Ordonnanz und Adjutant bevor er schließlich 1918 zum Hauptmann befördert wurde.

Nach dem Ersten Weltkrieg arbeitete Krukenberg als Privatsekretär im Außenministerium und war in der Industrie, als Mitglied der Geschäftsführung im Reichsverband der Deutschen Industrie, tätig. Im Jahre 1926 eröffnete Krukenberg in Berlin das Berliner Büro des Deutsch-Französischen Studienkomitees, welches sich deutsch-französischen Elitenbegegnungen aus Wirtschaft, Geisteswissenschaft, Verwaltung und Publizistik widmete.

Er war Mitglied der Gesellschaft zum Studium des Faschismus. 1932 trat er in die NSDAP (Mitgliedsnummer 1.067.635) ein und war nach Hitlers Machtergreifung im Propagandaministerium als Rundfunkkommissar tätig. Außerdem war er seit dem 30. Mai 1933 Mitglied der SS (Mitgliedsnummer 116.686). 1932/33 gehörte er der SA an.

Nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs diente er als Major im Generalstab in Paris. Im Dezember des Jahres 1943 wurde er im Rang eines Obersturmbannführer der Waffen-SS unterstellt. Schon bald wurde er zum Standartenführer und dann zum Oberführer befördert.

Aufgrund seiner Erfahrungen in Paris und seiner Kenntnisse der französischen Sprache kommandierte Krukenberg die 33. Waffen-Grenadier-Division der SS „Charlemagne“, welche zum Großteil aus französischen Kollaborateuren bestand. Im April 1945 brach er trotz heftiger Kämpfe und zahlreichen Verlusten nach Berlin durch. Nach dem Zusammenschluss mit der 11. SS-Freiwilligen-Panzergrenadier-Division „Nordland“ verlieh er am 29. April 1945 eines der letzten Ritterkreuze des Eisernen Kreuzes an den französischen Unterscharführer Eugene Vaulot.

Nach dem Selbstmord Hitlers hielt sich Krukenberg kurze Zeit in Berlin-Dahlem versteckt und stellte sich am 12. Mai 1945 der sowjetischen Besatzungsbehörde in Berlin-Steglitz und war bis 1955 in sowjetischer Gefangenschaft.

Auszeichnungen

Literatur

  • Antony Beevor: Berlin 1945. Das Ende. Goldmann, München 2005, ISBN 3-442-15313-1.
  • Hans Manfred Bock (Hrsg.): Französische Kultur im Berlin der Weimarer Republik. Kultureller Austausch und diplomatische Beziehungen. Narr, Tübingen 2005, ISBN 3-8233-6181-3.
  • Maria Keipert (Red.): Biographisches Handbuch des deutschen Auswärtigen Dienstes 1871–1945. Herausgegeben vom Auswärtigen Amt, Historischer Dienst. Band 2: Gerhard Keiper, Martin Kröger: G–K. Schöningh, Paderborn u. a. 2005, ISBN 3-506-71841-X.
  • Janusz Piekalkiewicz: Der Zweite Weltkrieg. Econ, Düsseldorf und Wien 1985, ISBN 3-430-17479-1.

Weblinks


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