Günther Rittau

Günther Rittau

Günther Rittau (* 7. August 1893 in Königshütte in Oberschlesien; † 6. August 1971 in München) war ein deutscher Kameramann und Regisseur.

Nach Schulbesuch und naturwissenschaftlichem Studium in Berlin arbeitete er ab 1919 in der Dokumentarfilmabteilung der Decla, später bei der Ufa, und erlernte nebenbei die Arbeit des Kameramanns. Ab 1924 war er als Spielfilmkameramann tätig. Seine spezifischen Erfahrungen bei der Dokumentarfilmproduktion und der Herstellung von tricktechnischen Filmaufnahmen ließen ihn einen eigenen Stil des filmischen Sehens entwickeln. Gemeinsam mit Carl Hoffmann und Walter Ruttmann fotografierte er 1924 Fritz Langs Zweiteiler Die Nibelungen und war dabei hauptsächlich für Trickaufnahmen verantwortlich. Lang engagierte ihn auch für seinen folgenden Film Metropolis, wo er mit Karl Freund und Eugen Schüfftan, aber auch mit den Szenenbildnern Otto Hunte, Erich Kettelhut und Karl Vollbrecht die technische Seite dieses heutigen Filmklassikers betreute.

Für Joe May stand er bei Heimkehr (1928) und Asphalt (1929) hinter der Kamera. Seine ersten Tonfilme drehte er mit seinem Kollegen Hans Schneeberger für Erich Pommers Ufa, Melodie des Herzens (1929) und Der Blaue Engel (1930). Inzwischen galt Rittau als einer der wichtigsten deutschen Kameramänner mit tricktechnischen Erfahrungen und er wurde für die Produktion der Science-Fiction-Filme F.P.1 antwortet nicht (1932) und Gold (1934) herangezogen.

1939 führte Rittau erstmals selbst Regie und arbeitete fortan bis 1948 ausschließlich als Regisseur. Dabei entstand 1941 unter seiner Regie der propagandistische Film U-Boote westwärts!, der als seine beste Regiearbeit gilt. Erst 1954 kehrte er hinter die Kamera zurück.

In den 1960er Jahren war er ausschließlich als Werbefilme und für Fernsehdokumentationen tätig.

1967 wurde er mit dem Filmband in Gold geehrt. Die Grabstätte von Günther Rittau befindet sich auf dem Münchner Waldfriedhof, Neuer Teil.

Filmografie

Kamera

  • 1933: Wie werde ich energisch?
  • 1933: Abel mit der Mundharmonika
  • 1933: Kind, ich freu' mich auf Dein Kommen
  • 1934: Fürst Woronzeff
  • 1935: Liebeslied
  • 1935: Der grüne Domino
  • 1935: Der Zigeunerbaron
  • 1936: Waldwinter
  • 1937: Ritt in die Freiheit
  • 1937: Starke Herzen
  • 1938: Verklungene Melodie
  • 1938: Nordlicht
  • 1939: Der Vorhang fällt
  • 1939: S.O.S. Sahara
  • 1954: Das Kreuz am Jägersteig
  • 1955: Der Fischer vom Heiligensee
  • 1955: Kinder, Mütter und ein General
  • 1955: Das Forsthaus in Tirol
  • 1956: Die fröhliche Wallfahrt
  • 1956: Das Erbe vom Pruggerhof
  • 1956: Wenn wir alle Engel wären
  • 1957: Die fidelen Detektive
  • 1957: Frauen sind für die Liebe da

Regie

  • 1939: Brand im Ozean
  • 1941: U-Boote westwärts!
  • 1942: Der Strom
  • 1943: Der ewige Klang (auch Drehbuch)
  • 1944: Meine vier Jungens
  • 1945: Der Scheiterhaufen
  • 1945: Die Jahre vergehen
  • 1948: Eine alltägliche Geschichte
  • 1948: Vor uns liegt das Leben (auch Drehbuch)

Weblinks


Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Günther Rittau — Günther Rittau, né le 7 août 1893 à Königshütte en Haute Silésie (aujourd hui Chorzów en Pologne) et mort le 6 août 1971 à Munich en Bavière, est un réalisateur et opérateur de cinéma allemand. Il a débuté comme technicien et caméraman au milieu… …   Wikipédia en Français

  • Rittau — ist der Name folgender Personen: Günther Rittau (1893–1971), deutscher Kameramann und Regisseur Wilfried Rittau (* 1932), deutscher Kirchenmusiker Diese Seite ist eine Begriffsklärung zur Unterscheidung mehrerer mit demselbe …   Deutsch Wikipedia

  • Michael Günther — (* 16. Juli 1935 in Berlin) ist ein deutscher Regisseur, Schauspieler, Synchronsprecher und Übersetzer. Als Regisseur hat er für Bühne, Film und Fernsehen sowie in der Filmsynchronisation gearbeitet. Er ist ein Spezialist für Boulevardstücke und… …   Deutsch Wikipedia

  • Tobis Filmkunst — Die Tobis Tonbild Syndikat AG, später Tobis Industrie GmbH (Tiges) und Tobis Filmkunst GmbH, war eine große deutsche Filmproduktionsgesellschaft in der Zeit des Nationalsozialismus. Der noch heute bestehende gleichnamige Filmverleih – Tobis Film… …   Deutsch Wikipedia

  • Liste der Biografien/Rit — Biografien: A B C D E F G H I J K L M N O P Q …   Deutsch Wikipedia

  • Liste der Regisseure des deutschsprachigen Films — Die meisten der hier aufgeführten Filmregisseure waren in mehr als einem Zeitabschnitt in den verschiedenen deutschen Staaten aktiv. Eingeordnet sind sie dort, wie sie ihren ersten langen deutschen Kinofilm in eigener Regie gedreht haben. Die… …   Deutsch Wikipedia

  • Die Nibelungen (1924) — Filmdaten Originaltitel Die Nibelungen Produktionsland Deutschland …   Deutsch Wikipedia

  • Tobis-Tonbild-Syndikat — Die Tobis Tonbild Syndikat AG, später Tobis Industrie GmbH (Tiges) und Tobis Filmkunst GmbH, war eine große deutsche Filmproduktionsgesellschaft, die als selbstständiges Unternehmen von 1927 bis 1942 bestand und wesentlichen Anteil an der… …   Deutsch Wikipedia

  • Kyrath — Ekkehard Kyrath (* 20. Juli 1909 in Köslin; † 20. Januar 1962 in Berlin) war ein deutscher Kameramann. Kyrath arbeitete seit 1928 für die Ufa und die Terra als Kameraassistent und einfacher Kameramann. 1937 fungierte er als Co Kameramann an der… …   Deutsch Wikipedia

  • Der Blaue Engel — Filmdaten Deutscher Titel: Der blaue Engel Produktionsland: Deutschland Erscheinungsjahr: 1930 Länge: 108 Minuten Originalsprache: Deutsch, Englisch Altersfreigabe …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”