Mittelandbahn

Mittelandbahn

Die Tanganjikabahn (ehemaliger deutscher Name: Mittellandbahn, englisch: Central Line) ist heute neben der TAZARA die wichtigste Eisenbahnlinie des ostafrikanischen Staates Tansania. Tanganjika ist der Name für das tansanische Festland, der Tanganjikasee Ziel der Bahnlinie.

Tanganjikabahn
Geografische Daten
Kontinent Afrika
Land: Tansania
Streckendaten
Streckenlänge: 1252 km
Spurweite: 1000 mm (Meterspur)
Maximale Neigung: 25 
Minimaler Radius: 100 m
Legende
0,0 Daressalam
Bahnhof, Station
21,0 Pugu
Bahnhof, Station
56,9 Soga
Bahnhof, Station
83,6 Ruvu
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
nach Tanga (Tansania) und Arusha
Bahnhof, Station
Kidugallu
Bahnhof, Station
148,9 Ngerengere
Bahnhof, Station
180,0 Mikese
Bahnhof, Station
208,7 Morogoro
Bahnhof, Station
248,2 Mkata
Bahnhof, Station
Kimamba
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
von Kitadu (Anschluss TAZARA)
Bahnhof, Station
289,9 Kilosa
Bahnhof, Station
Kidete
Bahnhof, Station
373,2 Gulwe
Bahnhof, Station
Msagali
Bahnhof, Station
463,0 Dodoma
Bahnhof, Station
Bahi
Bahnhof, Station
Kintinku
Bahnhof, Station
575,5 Saranda / Kazikazi
Bahnhof, Station
592,4 Mayoni / Tura
Bahnhof, Station
Itigi
Bahnhof, Station
Nyahua
Bahnhof, Station
Igalula
Bahnhof, Station
847,4 Tabora
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
nach Mwansa
Bahnhof, Station
873,4 Luganguru
Bahnhof, Station
885,4 Mabama
Bahnhof, Station
908,4 Usoke
Bahnhof, Station
937,4 Urambo
Bahnhof, Station
970,4 Kaliua
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
nach Mpanda
Bahnhof, Station
1029,4 Ussinge
Bahnhof, Station
1060,4 Nguruka
Brücke über Wasserlauf (groß)
Malagarassi-Fluss
Bahnhof, Station
1081,9 Malagarassi (Ugaga)
Bahnhof, Station
1114,4 Ilunde
Bahnhof, Station
1136,4 Neu Gottorp / Uvinza
1252,4 Kigoma

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Tanganjikabahn war nach der Usambarabahn das zweite Bahnprojekt der Kolonie Deutsch-Ostafrika. Dazu wurde die Ostafrikanische Eisenbahngesellschaft (OAEG) gegründet, der Bahnbau ab 1904 vom Deutschen Reich mit 21 Millionen Reichsmark finanziert und 1905 in der Hafen- und damaligen Hauptstadt Daressalam begonnen.

Von Beginn an hatten die Erbauer mit großen Schwierigkeiten, bedingt durch das tropische Klima, periodische Regenzeiten und fehlendes Baumaterial zu kämpfen. Andererseits konnten sie auf die Erfahrungen beim Bau der Usambarabahn zurückgreifen. Ebenso wie dort wurde die Meterspur gewählt. Die Tanganjikabahn ist die größte technische Hinterlassenschaft der deutschen Kolonialzeit in Tansania.

Die Trasse folgte alten Karawanenrouten bis nach Tabora, was für die deutschen Siedler große logistische Vorteile bei der Anlage von Plantagen und für den kleinen Ort einen Ausbau zu einem großen, landwirtschaftlichen Zentrum bedeutete. 1907 erreichte die Bahn die 200 Kilometer von der Küste entfernte Stadt Morogoro, 1909 Kilosa. Kigoma am Tanganjikasee wurde am 2. Februar 1914, am Vorabend des Ersten Weltkriegs, bei Kilometer 1252 erreicht. Die fahrplanmäßige Fahrzeit über die Gesamtstrecke betrug knapp 58 Stunden.

Ausbaupläne sahen vor, Iringa und den Malawisee zu erreichen sowie mit der „Ruandabahn“ nach Nordwesten vorzustoßen. Dazu kam es jedoch aufgrund des Krieges nicht mehr.

Die britische Mandatsverwaltung ergänzte die Zentralbahn um die Stichstrecken TaboraMwansa (379 km) zum Südufer des Viktoriasees, Kilossa – Mikumi und Manjoni – Kinjangiri (erbaut 1931, Betrieb nach 1948 wieder eingestellt).

Nach der Unabhängigkeit Tansanias wurden Zentral- und Usambarabahn mit einer Strecke von Mruazi nach Ruvu verbunden.

Verlauf

Die Tanganjikabahn verbindet die tansanische Metropole Daressalam am Indischen Ozean über die heutige Hauptstadt Dodoma im Zentrum des Landes mit Tansanias wichtigster Hafenstadt am Tanganjikasee, Kigoma. Dabei durchquert sie auf rund 1.250 Kilometer ganz Zentraltansania und überwindet die Höhe des Ostrandes der ostafrikanischen Grabenbruchs. Eine Fahrt von Daressalam nach Kigoma dauert laut Fahrplan heute rund 40 Stunden[1]. Dies ist unter anderem auf die überalterte Infrastruktur zurückzuführen, die größtenteils noch aus der deutschen Kolonialzeit stammt.

Betrieb

Personenzug im Hauptbahnhof von Daressalam mit Doppelbespannung

In ihrem Fahrplan bietet die Tanzania Railway Ltd. im Personenverkehr heute wöchentlich drei Fahrten pro Richtung an. Es gibt drei Wagenklassen, wobei die beiden oberen auch in der Form des Schlafwagens existieren; der Standard eines Schlafwagens zweiter Klasse entspricht eher dem eines Liegewagens.

Literatur

  • Franz Balzer: Die Kolonialbahnen mit besonderer Berücksichtigung Afrikas. Berlin 1916. Reprint: Leipzig 2008, S. 96. ISBN 978-3-8262-0233-9.
  • Helmut Schroeter: Die Eisenbahnen der ehemaligen deutschen Schutzgebiete Afrikas und ihre Fahrzeuge = Die Fahrzeuge der deutschen Eisenbahnen 7. Frankfurt 1961.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Link zum Fahrplan

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