Omelett

Omelett
Omelett mit Schinken und Gemüse

Ein Omelett (neutrum, Plural -e/-s, in Deutschland auf der ersten Silbe betont; in der Schweiz und in Österreich überwiegend feminin Omelette, Plural -n; in Österreich in beiden Formen auf der dritten Silbe betont, in der Schweiz auch auf der ersten)[1] ist eine Eierspeise, für die Eier, in Österreich und der Schweiz auch unter Zusatz von Mehl und Milch oder Wasser, zu einer Eiermasse angerührt werden und diese dann in einer Pfanne zu einem flachen Fladen gebacken wird.

Inhaltsverzeichnis

Bezeichnungsweise

Das Wort Omelett(e) stammt aus dem Französischen und wurde im 18. Jahrhundert in den dort damals gängigen Formen Omelette und A(u)melette ins Deutsche entlehnt.[2] Im Französischen ist eine omelette in der engeren Bedeutung eine reine Eierspeise ohne Zusatz von Mehl, von der Zubereitungsarten mit Mehlzusatz als omelette à la farine oder mit regional variierenden Namen wie (in der Auvergne) farinette unterschieden werden.[3]

Der Sprachgebrauch in Deutschland folgt überwiegend dem französischen Vorbild und unterscheidet dann vom Omelett(e) in der engeren Bedeutung den mit Mehlzusatz zubereiteten Pfann(e)- oder Eierkuchen, während in der Schweiz Zubereitungsarten mit und ohne Mehl unterschiedslos als Omelett(e) bezeichnet werden.[1]

Die Herkunft des französischen Worts, das im Mittelfranzösischen als aumelette, amelette belegt ist und seit dem 16. Jahrhundert, wahrscheinlich unter volksetymologischem Einfluss von oeuf ("Ei"),[2] zu omelette wurde, ist nicht ganz sicher.[4] Weil im Ménagier de Paris (um 1393) die beiden Hälften eines in der Mitte geteilten Kräuteromeletts sowie verschiedene andere Omeletts mit Käse oder Zucker als alumele, alumelle, alumette bezeichnet werden[5] und alumelle sonst eine agglutinierte Form von la lumelle, la lamelle ("Schneide, Klinge") ist, das seinerseits von lat. lamella ("(kleine) Klinge") abstammt, wird üblicherweise angenommen, dass mittelfranzösisch a(u)melette "Omelett" durch Metathesis aus der auch dialektal belegten Form alumette "Omelett", dieses seinerseits durch Suffixwandel aus alumel(l)e "Klinge, Omelett" entstanden und somit beide Formen auf lateinisch lamella zurückzuführen seien.[6]

Zubereitung

Für die Zubereitung unter Zusatz von Mehl siehe Eierkuchen

Die Eier werden leicht aufgeschlagen, gegebenenfalls gesalzen und gepfeffert, je nach Rezept die weiteren Zutaten hinzugefügt, die Masse in eine heiße, gefettete Pfanne gegeben, langsam umgerührt und dann ohne Wenden zu Ende gegart. Das Omelett ist fertig, wenn seine Oberseite noch glänzend und saftig ist. Für gefüllte Omeletts wird die Pfanne schon etwas früher vom Feuer gezogen, die vorbereitete Füllung daraufgegeben, das Omelett von beiden Seiten mit einem breiten Messer (Omelettwender) darübergeschlagen und noch kurz weitergebraten.

Bei ungefüllten Omeletts können der Eiermasse je nach Geschmack z. B. Zwiebeln, Gemüse, Pilze, Käse, Speck, Schinken, Wurst, Krabben, Muscheln oder Fisch hinzugegeben werden. In Spanien sind solche Omeletts als Tortilla, in Italien als Frittata bekannt. Vergleichbar ist auch das Bauernfrühstück.

Die meisten – häufig gefüllten – Omelett-Varianten entstammen der französischen Küche. Die Füllungen können sehr einfach sein oder auch aus aufwändigen Ragouts oder Pürees bestehen.

Schaumomelett mit Erdbeermarmelade und Puderzucker

Das Omelette soufflée (Auflaufomelett, Schaumomelett) besteht aus luftig geschlagenem, gesüßtem Ei, das, im Backofen oder in der Pfanne einseitig goldgelb gebacken, eine schaumige Masse bildet. Es wird als Dessert serviert.

Quellen

  1. a b Jürgen Eickhoff (Hrsg.), Wortatlas der deutschen Umgangssprachen, Band 4, Saur, Bern 2000, ISBN 3-907820-55-X, S. 20
  2. a b Richard James Brunt, The influence of the French language on the German vocabulary (1649-1735), de Gruyter, Berlin [u.a.] 1983, S. 397
  3. Siehe Bertha Bosshart, Die Benennung der Omelette auf französischem Sprachgebiet, Leemann, Zürich 1932
  4. Duden: Das Herkunftswörterbuch, 4. neubearb. Aufl., Mannheim [u.a.] 2007 (Duden, Band 7), S. 572 ("unsicher"); Friedrich Kluge, Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache, bearb. von Elmar Seebold, 23. erw. Aufl., de Gruyter, Berlin [u.a.] 1995, S. 601 ("nicht sicher geklärt")
  5. Jérome Pichon (Hrsg.), Le Ménagier de Paris, Band II, Crapelet, Paris 1846, S. 207f.
  6. Walter von Wartburg, FEW, Band 5, 135f. (s.v. lamella)

Weblinks

 Commons: Omeletts – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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