- Otto von Lossow
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Otto Hermann von Lossow (* 15. Januar 1868 in Hof (Saale); † 25. November 1938 in München) war ein deutscher Generalleutnant.
Inhaltsverzeichnis
Leben
Er war der Sohn des Landrats Oskar von Lossow. 1886 trat er in das Infanterie-Leib-Regiment der bayerischen Armee ein und besuchte die Kriegsakademie in München. 1900 war er an der Niederschlagung des Boxeraufstandes beteiligt. Ab 1911 war er von Bayern aus in der Türkei als Militärinstruktor tätig, Oberstleutnant im türkischen Generalstab, und nahm an den Balkankriegen teil. Die Schlacht von Lüleburgaz war die größte Schlacht in Europa zwischen dem Deutsch-Französischen Krieg (1870–1871) und dem Ersten Weltkrieg. Als Kommandeur einer türkischen Infanterie-Division hat von Lossow nach der Niederlage der Osmanischen Armee bei Lüleburgaz in Ost-Thrakien, am 31. Oktober 1912, die sich in Unordnung zurückziehende Armee in der letzten Verteidigungslinie, 25 km westlich der Hauptstadt Konstantinopel, bei Çatalca gesammelt, wo jetzt die bulgarische Armee die Schlacht verlor.
Im Ersten Weltkrieg war er erst Generalstabschef im I. Königlichen Bayerischen Reserve-Korps an der Westfront, danach in der verbündeten Türkei als Militärattaché. Als solcher protestierte er, wenn auch erfolglos, gegen die Völkermordpolitik des Jungtürkenregimes gegenüber den Armeniern, „eine neue Form des Massenmordes, d. h. die ganze armenische Nation durch völlige Abschließung verhungern zu lassen.“
1919 wurde er Kommandant der Infanterie-Schule in München.
1921 wurde er bayerischer Landeskommandant der Reichswehr. Otto von Lossow erhielt den Befehl, die Zeitung der NSDAP, Völkischer Beobachter, zu verbieten. Nachdem er sich weigerte, dem Befehl nachzukommen, wurde er von Reichspräsident Friedrich Ebert am 26. September 1923 des Amtes enthoben. Er wurde daraufhin mit der gesamten 7. Reichswehr-Division von der bayerischen Regierung übernommen. Zusammen mit dem von der bayerischen Landesregierung zum Generalstaatskommissar ernannten, später im Konzentrationslager Dachau ermordeten Gustav Ritter von Kahr und dem Befehlshaber der Landespolizei Bayern, Hans Ritter von Seißer, wurde General von Lossow am Abend des 8. November 1923 im Bürgerbräukeller von Hitler, nachdem dieser die Rede des Generalstaatskommissars von Kahr durch einen Pistolenschuß an die Decke unterbrochen hatte, gekidnappt.
General von Lossow hatte zuvor von einer solchen Absicht erfahren und den Geheimbefehl erlassen, dass die Garnison nur dem Befehl des Stadtkommandanten, des Generals Jakob Ritter v. Danner, gehorchen dürfe. Das Kidnapping glückte tatsächlich infolge einer Panne auf dem Polizeipräsidium. Als aber Hitler im angeblichen Auftrag Lossows die Max-II-Kaserne (ehemals zwischen Dachauer- und Albrechtstraße, Leonrod- und Lazarettstraße in München-Neuhausen gelegen), wie seinerzeit Kurt Eisner, in seine Gewalt bringen wollte, öffnete der Offizier vom Kasernentagesdienst den Geheimbefehl, und die Sache war zu Ende. So kam es am nächsten Tag, dem 9. November 1923, nur noch zu dem bekannten Zug zur Feldherrnhalle. Über das blutige Ende lag ein Bericht des kommandierenden Offiziers der Landespolizei bei den Prozessakten 1924, Ludendorff-Hitler-Putsch. Danach ging der Führer der Hundertschaft, Hauptmann Rudolf Schraut, vor, um den Zug anzuhalten. Als dieser fiel und mit ihm die Bayerischen Polizisten Friedrich Fink, Nikolaus Hollweg und Max Schoberth, kommandierte der im Rang folgende Oberleutnant eine Salve und der Zug löste sich ohne Widerstand auf.[1]
General Otto von Lossow ging nach seiner Pensionierung 1924 in die Türkei und kam später zurück nach München.
1935 gestaltete der Bildhauer Arno Breker eine Porträtbüste des Generals.
Einzelnachweise
- ↑ Hellmuth Mayer: Erlebte Rechtsgeschichte, Abschiedsvorlesung PDF in der Christian-Albrechts-Universität Kiel am 20. Juli 1965, Seite 11-12.
Literatur
- Franz Menges: Lossow, Otto von. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 15, Duncker & Humblot, Berlin 1987, S. 204 f.
Weblinks
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