Bahnhof Göltzschtalbrücke

Bahnhof Göltzschtalbrücke
Göltzschtalbrücke
Bahnhof Göltzschtalbrücke (Sachsen)
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Daten
Betriebsart Kopfbahnhof
Eröffnung 1. Mai 1895
Lage
Stadt Mylau
Land Sachsen
Staat Deutschland
Koordinaten 50° 37′ 21,1″ N, 12° 14′ 58,7″ O50.6225312.24965Koordinaten: 50° 37′ 21,1″ N, 12° 14′ 58,7″ O
Höhe 298 m
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Sachsen

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Der Bahnhof Göltzschtalbrücke ist ein heute aufgelassener Bahnhof in Sachsen. Der Bahnhof zählte zwar zum Gebiet der Stadt Netzschkau, er lag aber auch mit auf den Fluren von Obermylau und Mylau. Er diente der Verkehrserschließung von Mylau. Namensgeber des Bahnhofs war die Göltzschtalbrücke.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Eröffnet wurde die Station als Haltestelle Mylau am 1. Mai 1895 zusammen mit der Bahnstrecke Reichenbach–Göltzschtalbrücke. Ab 1901 fanden Bauarbeiten für die Bahnstrecke Lengenfeld–Göltzschtalbrücke, in diesem Zusammenhang wurde auch die Haltestelle Mylau umfassend erweitert. Mit der Eröffnung des ersten Teilstücks bis Weißensand wurde die Station zum Bahnhof aufgewertet und in Göltzschtalbrücke umbenannt. Ursprünglich sollte noch eine Bahnstrecke nach Greiz gebaut werden, aufgrund des Ersten Weltkriegs kam dieses Vorhaben nicht mehr zur Ausführung

Der Bahnhof war im Personenverkehr kaum von Bedeutung, er diente vor allem dem Güterverkehr.

Im Spätsommer 1937 überfuhren neun Güterwagen, die sich in Lengenfeld bei Rangierarbeiten selbstständig gemacht hatten, den Prellbock des Ausziehgleises und stürzten in die Flussaue der Göltzsch. Während eines Julihochwassers 1954 wurden große Teile des Bahnhofs überschwemmt und zahlreiche Gleise von der Strömung mitgerissen.

Der Personenverkehr wurde am 15. Dezember 1957 zwischen Weißensand und Reichenbach (Vogtl) oberer Bahnhof eingestellt. Der Güterverkehr nach Mühlwand wurde am 1. Juni 1967 und nach Reichenbach (Vogtl) unterer Bahnhof am 26. September 1970. Allerdings fanden noch vereinzelt Bedienfahrten zu einem im Bahnhofsgelände gelegenen Anschlussgleis statt. Bis 1971 wurden im Bahnhof Wagen abgestellt.

1999 wurden im ehemaligen Bahnhofsgelände ein kurzes Stück Bahnsteig aufgeschüttet, eine Rangierlokomotive der Baureihe V 15 aufgestellt und eine hölzerne Wartehalle aus Reichenbach aufgestellt. Bereits im Jahr 2000 wurden die Einrichtungen wieder entfernt.

Anlagen

Zunächst waren nur eine Wartehalle, ein Güterschuppen und ein Beamtenwohnhaus vorhanden. Erst mit dem Streckenbau nach Lengenfeld wurde ein dreigeschossiges Empfangsgebäude in Ziegelbauweise, gleich dem des Bahnhofs Mylau, errichtet. Im Erdgeschoss waren der Gepäck- und Warteraum und verschiedene Diensträume untergebracht, im Obergeschoss wohnten mehrere Eisenbahner.

Der Güterverkehr konnte außer über den Güterschuppen auch über eine Seitenladerampe oder die Ladestraße abgewickelt werden. Am Gleis der Seitenrampe eine Segmentdrehscheibe verbaut, da der Platz nicht für eine Weichenverbindung ausreichte. Zum Bahnhof gehörten darüber hinaus zwei Gleisanschlüsse, ein Lademaß und eine Brückenwaage.

Der 100 m langer Inselbahnsteig mit zwei Bahnsteigkanten war nur durch eine Unterführung zu erreichen.

Später wurde noch ein Lokschuppen für eine hier stationierte Kleinlok errichtet.

In den 1920er Jahren waren sieben Gleise vorhanden und 19 Weichen[1], davon zwei Doppelkreuzungsweichen verbaut. Das Ziehgleis des Bahnhofs reichte bis unter die Göltzschtalbrücke. Wenn die Bahnstrecke nach Greiz gebaut worden wäre, hätte man den Bahnhof sogar bis auf 10 Gleise erweitern wollen.

Ende der 1950er Jahre wurde in der nächsten Station Mylau die Bahnstrecke aus Lengenfeld mithilfe einer Weiche direkt eingebunden und das Streckengleis der Lengenfelder Bahnstrecke, welches vorher bis zum Bahnhof Göltzschtalbrücke parallel zu dem der Bahnstrecke von Reichenbach verlief, abgebaut. Mitte der 1960er Jahren waren im Bahnhof bereits zahlreiche Gleise und Weichen entfernt.

Literatur

  • Johannes Rieschel, Eberhard Schramm: Die vogtländische Nebenbahn Reichenbach–Lengenfeld, Verlag Kenning, Nordhorn 1998, ISBN 3-927587-96-6
  • Wilfried Rettig: Die Eisenbahnen im Vogtland – Band 2: Neben- und Schmalspurstrecken, Bahnanlagen, Unfälle und Anekdoten, EK-Verlag, Freiburg 2002, ISBN 3-88255-687-0

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Wilfried Rettig: Die Eisenbahnen im Vogtland – Band 2: Neben- und Schmalspurstrecken, Bahnanlagen, Unfälle und Anekdoten, S. 49

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